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Osama bin Laden war unbewaffnet

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(Grafik: t-online/dpa)

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Osama bin Laden war unbewaffnet

03.05.2011, 21:42 Uhr

Das Versteck von Osama bin Laden steht nach dem Angriff in Flammen (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Das Versteck von Osama bin Laden steht nach dem Angriff in Flammen (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden war nach Angaben der US-Regierung bei dem tödlichen Einsatz von US-Spezialkräften in Pakistan unbewaffnet. Er habe sich aber auf andere Weise gewehrt. Das teilte die US-Regierung mit. Mit Hilfe von Festplatten, DVDs und anderen Dokumente, die im Unterschlupf des Terrorchefs gefunden wurden, hofft der US-Geheimdienst CIA indes Hinweise auf die mutmaßliche Nummer Zwei des Terrornetzwerks, Aiman al-Sawahiri, zu finden. Unterdessen wurde bekannt, dass Bin Laden schon seit sechs Jahren in der Residenz in Abbottabad gelebt haben soll.

Allerdings seien andere Männer in seiner Umgebung bewaffnet gewesen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Wegen des Widerstandes sei Bin Laden in einem "unberechenbaren Schusswechsel" ums Leben gekommen. Sprecher Jay Carney blieb dabei, dass sich der Al-Kaida-Chef widersetzt habe. "Widerstand zu leisten erfordert keine Feuerwaffe", sagte er wörtlich.

Der Sprecher teilte weiter mit, dass sich eine Ehefrau bei Bin Laden befand, als das Sonderkommando in den Raum stürmte. Auch sie sei unbewaffnet gewesen, habe aber versucht, einen der US-Soldaten anzugreifen. Sie sei dann ins Bein geschossen worden und habe überlebt.

"Sehr explosive Situation"

Nach Carneys Worten wurde Bin Laden in einem Raum im oberen Stockwerk des Anwesens in Pakistan getötet. Im ersten Stockwerk habe das Kommando zwei bereits zuvor als Kuriere des Terroristenchefs identifizierte Männer erschossen, eine Frau sei im Kreuzfeuer getroffen und ebenfalls getötet worden. Während der gesamten Aktion habe es intensive Feuergefechte gegeben, so Carney. Er sprach von einer "sehr explosiven Situation".

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Zunächst hatte es geheißen, die Spezialkräfte hätten Bin Laden lebend gefangen genommen, wenn es dazu eine Möglichkeit gegeben hätte. Da er jedoch gekämpft habe, sei er getötet worden.

Sechs Jahre in Residenz versteckt

Bin Laden war bei dem Kommandoeinsatz nach Angaben eines US-Vertreters in Begleitung von 23 Kindern und neun Frauen. Sie hätten sich in jener Residenz aufgehalten, die Bin Laden sechs Jahre als Versteck gedient habe, sagte der mit der Operation vertraute Offizielle.

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Bin Laden war bei Tötung doch unbewaffnet

Das Weiße Haus bestätigte, der Al-Kaida-Anführer habe entgegen erster Angaben keine Waffe bei sich gehabt. zum Video

Demzufolge seien die Frauen sowie die Kinder den pakistanischen Behörden übergeben worden.

Streit zwischen USA und Pakistan

Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, sagte, es sei "unvorstellbar", dass sich Bin Laden ohne Hilfe längere Zeit in Pakistan habe verstecken können. Islamabad müsse erklären, wie der Anstifter der Anschläge vom 11. September 2001 so lange unbehelligt in einem befestigten Anwesen unweit der Hauptstadt Islamabad habe leben können. Die USA wollten untersuchen, ob er über ein Unterstützersystem in Pakistan verfügt habe.

Die pakistanische Regierung hat indes das eigenmächtige Vorgehen der USA bei ihrem Angriff auf das Versteck von Bin Laden scharf kritisiert. Der "unautorisierte" Einsatz der US-Spezialeinheit dürfe nicht als Präzedenzfall für zukünftige Missionen der amerikanischen Streitkräfte auf pakistanischem Gebiet dienen, hieß es in einer Mitteilung.

Die USA haben die Kommandoaktion aus Angst vor Verrat vor Pakistan geheimgehalten. Die pakistanischen Behörden seien nicht informiert worden, weil sie Bin Laden hätten "vorwarnen" können, sagte CIA-Chef Leon Panetta dem US-Magazin "Time". Washington habe entschieden, dass "jede Bemühung zur Zusammenarbeit mit den Pakistanern die Mission aufs Spiel gesetzt hätte".

Weißes Haus erwägt Veröffentlichung von Foto

Das Weiße Haus erwägt nach Informationen des US-Senders ABC weiterhin die Veröffentlichung eines Fotos des toten Terroristenchefs Osama bin Laden. Skeptiker innerhalb der US-Regierung hätten allerdings argumentiert, dass die Aufnahmen "zu grausig" seien, um sie freizugeben, berichtete ein Korrespondent des Senders. Befürworter meinten hingegen, die Veröffentlichung sei nötig, um Zweifel auszuräumen, dass der Al-Kaida-Chef tatsächlich bei der US-Kommandoaktion getötet wurde.

Anti-Terror-Berater John Brennan sagte, die Regierung prüfe die Freigabe "zusätzlicher Informationen". Dazu zählten Details über die Erstürmung des Anwesens in Pakistan und möglicherweise Fotos. "Wir wollen genau wissen, welches die möglichen Reaktionen auf die Veröffentlichung solcher Informationen sein könnten", erläuterte der Top-Berater von Präsident Barack Obama. Laut ABC könnten zu dem Material auch Aufnahmen von Helmkameras der Spezialkräfte während der Erstürmung des Bin-Laden-Anwesens sein.

Bereits gestern behauptete ein US-Regierungsvertreter, dass der Tod Bin Ladens durch eine DNA-Analyse bestätigt worden sei. Die nach der Kommandoaktion in Pakistan einer der Leichen entnommene DNA sei identisch mit der Bin Ladens, sagte der US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werde wollte.

Rechte Hand Bin Ladens

Unterdessen beginnt nach Bin Ladens Tod die Jagd auf dessen potentiellen Nachfolger: Aiman al-Sawahiri ist 59 Jahre alt und stammt aus Ägypten. Vermutet wird, dass er sich derzeit in Pakistan aufhält.

Er ist Mitgründer der Al-Kaida und war die rechte Hand von Bin Laden. Der ägyptische Arzt lernte Bin Laden in Afghanistan während des Kampfes von Islamisten gegen die Sowjetunion kennen. Er soll bei der Rekrutierung von Aktivisten für Al-Kaida geholfen und das Netzwerk entscheidend geprägt haben. Vom FBI ist für seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

Schatz an Informationen

Bei der Kommandoaktion gegen Bin Laden ist den US-Geheimdiensten nach einem Medienbericht ein wahrer Schatz an Informationen in die Hände gefallen. Im Haus Bin Ladens seien ein Computer sowie mehrere Festplatten sichergestellt worden, die nun genau untersucht würden, berichtete die Online-Zeitung "Politico".

"Könnt Ihr Euch vorstellen, was alles auf Osama bin Ladens Festplatte ist?", zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten. Die Festplatten seien an einem geheimen Ort in Afghanistan gebracht worden. Hunderte Experten würden die Daten nun sichten, sagte der Beamte. Geheimdienstbeamte in Washington seien begeistert. "Wenn nur zehn Prozent davon verwendbar ist, dann wäre das toll."


Quelle: AFP , dpa , dapd

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