02.05.2011, 13:50 Uhr
Die USA im Freudentaumel: Mitten in der Nacht verbreitete sich die Nachricht vom Tode Osama bin Ladens wie ein Lauffeuer. Jubelnde Massen feierten vor allem in Washington und am Ground Zero in New York. In der Hauptstadt Washington glich das Gelände rund um das Weiße Haus einem tosenden Volksfest. Trommeln, Trillerpfeifen und Hupkonzerte begleiteten wilde Freudentänze.
Schon bevor Barack Obama im Weißen Haus vor die Kameras trat, um den Tod offiziell zu bestätigten, hatten sich mehrere Tausend Menschen vor dem Zaun des Weißen Haus versammelt. Sie jubelten und riefen: "USA, USA". Und: "Wir haben ihn! Wir haben unsere Gerechtigkeit", skandierten die Menschen und schwenkten ihre blau-weiß-roten Fahnen. Auch in New York hielt es die Menschen nicht in ihren Häusern. Noch während Präsident Barack Obama im Fernsehen eine Ansprache hielt, strömten Tausende zu Ground Zero und zum Times Square; Autoschlangen verstopften die großen Straßen in beiden Metropolen.
"Ich dachte, wir würden Osama niemals fangen", stammelte ein sichtlich gerührter Mann in der Menge am Times Square. "Und heute überwältigt die Nachricht die ganze Nation." Ein Feuerwehrmann gedachte der Opfer der Al-Kaida-Anschläge vom 11. September 2001 in New York. "9/11 hat mein Leben auf schreckliche Weise verändert", sagte der Mann an der Stelle, an der einst die Türme des World Trade Centers standen. "Aber heute haben wir Gerechtigkeit erfahren. Es ist Krieg, und ich fühle: Wir haben gewonnen." Viele schwenkten US-Fahnen, Champagnerkorken knallten. "Was für ein wunderbarer Tag", rief ein New Yorker aus. "Endlich ist es soweit."
Rund um das Weiße Haus feierte die Menge lautstark Präsident Obama. "Er hat die nächste Wahl schon gewonnen", strahlte ein Washingtoner. Während der Wohnsitz des Präsidenten gleißend angestrahlt in der milden Nachtluft lag, war draußen der Bär los. Menschen aller Nationen und Hautfarben umarmten sich und stimmten mit Sprechchören und Liedern in die Hupkonzerte der Autokorsos ein. "Ich habe die Nachricht im Fernsehen gehört und bin aus dem Bett gesprungen, um sofort hier zu sein", sagte eine Frau in Jogginghosen. Neben ihr ein Mann im Smoking, der von einer Abendgala gekommen war.
Polizei- und Krankenwagen säumten das Viertel. Die Sicherheitskräfte freuten sich zusammen mit den Feiernden. Keiner griff ein, als ein in US-Flagge gehüllter Mann einen Laternenmast vor dem Haus der Obamas erklomm, um das "Star Spangled Banner" dort unter dem Jubel der Menge zu befestigen. "Yes, you can!" feuerte ihn die begeisterte Masse an.
Unter Hunderten US-Flaggen wehten vereinzelt auch arabische Banner. "Das ist sehr mutig und schön", sagte ein Mann. "Moslems und Christen freuen sich an diesem Tag gemeinsam darüber, dass ein Massenmörder tot ist."
Obamas Vorgänger, der Republikaner George W. Bush, gratulierte dem Präsidenten bereits in der Nacht. Bush, der das Land während der Terroranschläge vom 11. September regiert hatte, sprach am Sonntagabend von einer "bedeutenden Errungenschaft". "Der Kampf gegen den Terror geht weiter, aber heute Nacht hat Amerika eine unmissverständliche Nachricht ausgesandt", so Bush in seiner Erklärung. "Ganz gleich, wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan." Auch Expräsident Bill Clinton beglückwünschte Obama.
Quelle: dpa , dapd , AFP
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