04.05.2011, 07:53 Uhr
Im Internet hat die Nachricht von Bin Ladens große Aktivität ausgelöst (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Internetnutzer haben teils mit Jubel, teils mit argem Sarkasmus und schrägem Humor auf die Todesnachricht des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden reagiert. Vor allem aber: Die Nachricht kursierte in sozialen Netzwerken wie Twitter bereits, bevor sie die großen TV-Networks wie CNN erreichte. Und Regierungssprecher Steffen Seibert ist in der ersten Euphorie ein peinlicher Fauxpas unterlaufen, indem er "Obama" statt "Osama" twitterte.
Der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel notierte am Montagmorgen in seinem offiziellen Profil auf twitter.com/regsprecher versehentlich: "Kanzlerin: Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt." Wenige Minuten später ersetzte Seibert, der höchst persönlich twittert, die fälschliche Meldung. Seitdem ist nicht mehr von "Obama" die Rede, sondern von "Osama".
Als einer der ersten twitterte der Büroleiter des früheren US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, Keith Urbahn, die Nachricht von Bin Ladens Ableben. "Eine verlässliche Person hat mir berichtet, dass sie Osama bin Laden getötet haben. Heilige Scheiße!"
Die Bestätigung folgte prompt, auch im Netz: Die Ermordung Bin Ladens verkündete US-Präsident Barack Obama um kurz nach 5.30 Uhr deutscher Zeit in einer Ansprache an die Nation, die auch auf der Webseite des Weißen Hauses per Videostream live zu verfolgen war. Viele Amerikaner jubelten - nicht nur auf den Plätzen und Straßen des Landes, sondern auch im Netz.
Wie der US-Präsident verkündete, wurde der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida nach einem Schusswechsel von Spezialkräften getötet. zum Video
Eine flugs eingerichtete Gruppe auf Facebook "Osama Bin Laden is DEAD" (Osama Bin Laden ist TOT") zählte allein am Montagvormittag bereits mehr als 270.000 Nutzer, denen dies "gefällt", wie die Funktion von Facebook offiziell heißt. Nutzer stellten dort unter anderem Videoaufnahmen jubelnder Menschen ein - unter anderem von Studenten der Iowa State University, die skandierten: "Osama, Osama - hey, hey, ho - Goodbye!"
Internetnutzer reagierten zudem schon wenige Stunden nach der Todesnachricht bin Ladens mit teils schrägem Humor. "Bin Laden hat bestimmt ein iPhone genutzt", schrieb einer und spielte damit auf den jüngsten Aufreger um den Computerhersteller Apple an, der erst Ende April einräumen musste, dass seine iPhone-Handys Bewegungsprofile seiner Nutzer anlegten.
"Osama spielt PlayStation", schrieb jemand anderes - ebenfalls eine Anspielung: Sony hat erst am vergangenen Wochenende um Entschuldigung gebeten, weil die persönlichen Daten aller 77 Millionen Kunden der Spieleplattform gehackt wurden, die Namen und Anschriften der Nutzer in aller Welt inklusive.
So wie in den vergangenen Jahren Verschwörungstheoretiker fleißig das Netz nutzten, um sich über die "wahren" Hintergründe von bin Ladens verheerendstem Werk, den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2011, auszutauschen - so sehr spekulierten Internetnutzer über die Todesnachricht.
Guido Westerwelle schließt nach dem Tod Bin Ladens Anschläge nicht aus. Deutschland müsse sich als wehrhafte Demokratie erweisen. zum Video
"Hier ist der Beweis, dass das Foto von Osama bin Laden ein Fake ist", schrieb eine spanische Nutzerin auf Twitter. Sie stellte dafür zwei Fotos ins Netz: das offizielle des toten Al-Kaida-Führers sowie eine frühere Aufnahme bin Ladens zum Vergleich. Die Fotos - zu finden etwa auf der Seite twitpic.com/4s92m2 - sahen sich äußerst ähnlich. Auch arabischsprachige Internetnutzer verbreiteten dieses Material. Inzwischen verdichten sich die Hinweise auf eine Fälschung.
Quelle: dapd
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