03.06.2011, 15:17 Uhr
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ist zuversichtlich, dass der Bundestag noch in diesem Jahr ein neues Transplantationsgesetz verabschiedet. Die Fraktionschefs aller Bundestagsparteien seien sich einig, durch eine Gesetzesänderung die Organspende-Bereitschaft der Bürger zu verbessern, sagte Steinmeier im Radiosender HR-Info anlässlich des Tags der Organspende am Samstag.
Konkrete Angaben zu einer Lösung machte Steinmeier nicht. Er sei für die sogenannte Entscheidungslösung. Dabei wird jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben danach gefragt, ob er Organspender sein will.
Die Entscheidung könnte dann in einem Dokument wie dem Personalausweis, dem Führerschein oder der Versichertenkarte der Krankenkasse vermerkt werden.
Um die Zahl der Spender zu steigern, wird über eine Gesetzesänderung diskutiert. Die Gesundheitsminister von Hessen und Bayern, Stefan Grüttner (CDU) und Markus Söder (CSU), sind für eine "erweiterte Widerspruchslösung": Alle Verstorbenen, die dem zuvor nicht widersprochen haben, können nach dem Hirntod zu Organspendern werden, aber die Angehörigen müssen vor der Entnahme gefragt werden.
Bislang gilt die Zustimmungslösung. Dabei dürfen einem Menschen nur dann Organe entnommen werden, wenn dieser vor seinem Tod zugestimmt hat.
Derzeit warten rund 12.000 schwer erkrankte Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Alle acht Stunden müssen drei Menschen sterben, weil sie kein Organ bekommen können. Das "große Drama in Deutschland" sei, dass bei Umfragen 70 bis 80 Prozent aller Deutschen sagten, dass sie zur Organspende bereit seien. Tatsächlich aber hätten nur rund 15 Prozent einen Organspendeausweis. Steinmeier hatte im vergangenen Jahr seiner Frau eine Niere gespendet.
In Deutschland sterben nach Steinmeiers Angaben jährlich 1000 bis 2000 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten. Der SPD-Fraktionschef hatte im vergangenen Jahr seiner Frau eine Niere gespendet und damit besondere Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt.
Quelle: dpa
voll verwertet schrieb:
am 3. Juni 2011 um 18:53:28
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Angst vor Tabuthema
Leider weigern sich zuviele sich mit dem Thema "eigener Tod" auseinanderzusetzen. Bin seit Jahren Organspender
und mache Werbung dafür, aber sehr viele zögern und wollen nicht drüber nachdenken.
Gesetzesänderung bedeutet bei mir: meine Eltern werden widersprechen, also nützt dann auch mein Organspendeausweis nichts mehr = ein Spender weniger.
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Organspende schrieb:
am 3. Juni 2011 um 18:02:16
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jaaaa aber ...
ich hatte mit 14 meinen ersten Organspendeausweis,die Organspende wird viel zu wenig beworben das sie auch bei der
Bevölkerung ankommen .
Zwang ist keine lösung aufklärung und aus freien stücken ..
Die grössete Angst liegt wahrscheinlich darin das evtl.ein Organhandel dadurch entstehen könnte...und evtl. organentnahmen passieren wo sie nicht erwünscht sind oder zu früh sein können...
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Fred schrieb:
am 3. Juni 2011 um 15:42:59
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Organspende
Jeder Volljährige sollte zur Organspende verpflichtet werden. Falls er dem widerspricht, hat er auch kein Anrecht darauf, im
Ernstfall selbst ein Organ zu erhalten. Angehörige sind bei der Organspende außen vor
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