18.10.2011, 15:11 Uhr
Im herrschaftlichen Wiener Schloss Wilhelminenberg waren jahrzehntelang Heimkinder untergebracht: Viele sollen Opfer schweren Missbrauchs geworden sein (Quelle: dpa)
Der mutmaßliche Missbrauchsskandal in einem Wiener Kinderheim vor Jahrzehnten weitet sich aus: Neben Massenvergewaltigungen und schwerer Gewalt sollen dort nach Angaben eines ehemaligen Zöglings auch Kinder getötet worden sein. "Kinder sind zu Tode gekommen. Das Opfer hat das sehr authentisch geschildert", sagte Opferanwalt Johannes Öhlböck am Dienstag bei einer Pressekonferenz.
Die heute 70 Jahre alte Frau habe von 1948 bis 1953 in dem städtischen Kinderheim Schloss Wilhelminenberg gelebt und sei selbst Zeugin einer Misshandlung geworden, in deren Folge das Kind starb, so der Anwalt. Sie habe den Namen des Opfers wie des Täters genannt. Die Frau habe zudem von einer Reihe von Todesfällen in der Zeit berichtet, die sie aber nicht mit eigenen Augen gesehen habe.
Das vermutete unglaubliche Ausmaß an Gewalt in dem 1977 geschlossenen Heim war am Wochenende öffentlich geworden, als sich zwei weitere ehemalige Pflegekinder mit dem Anwalt an die Medien wandten: Die beiden Schwestern mit den Decknamen Eva L. (49) und Julia K. (47) berichteten von systematischen Demütigungen, Misshandlungen und Missbrauch in den 1970er Jahren durch das Heimpersonal. Zudem sollen die Erzieherinnen die Mädchen auch an Männer von außen verkauft haben, die dann bei Massenvergewaltigungen in den Schlafsälen über sie herfielen.
Ehemalige Erzieherinnen bestreiten die Vorwürfe oder halten sie für unwahrscheinlich. Opferschutzorganisationen und Historiker halten die jedoch für glaubwürdig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren Fällen. Die neue Zeugin, die nun von Todesfällen spricht, habe die Schilderung der beiden Schwestern voll bestätigt, sagte Öhlböck.
Schon seit geraumer Zeit wird in Österreich Berichten über Serienvergewaltigungen und Kinderprostitution in Kinderheimen nachgegangen. Die Stadt Wien hatte im vergangenen Jahr eine Historikerkommission zur Untersuchung entsprechender Taten in städtischen Einrichtungen eingesetzt, die nun den möglichen Skandal überprüfen soll. "Was diese Kommission getan hat, weiß ich nicht", sagte Öhlböck. Besonders tief könne sie aber nicht "gegraben haben". Öhlböck zeigte sich überzeugt, dass in Wiener Heimen hunderte Kinder misshandelt und missbraucht wurden.
Die Stadt Wien hat eingeräumt, dass es in den städtischen Heimen damals sadistische Erziehungsmethoden gegeben habe. Johannes Köhler vom Jugendamt bezweifelte aber, dass die Schilderungen von Öhlböcks Mandantinnen über Serienvergewaltigungen zutreffend seien.
Quelle: dpa , AFP
KONDI schrieb:
am 18. Oktober 2011 um 19:12:14
(17)
(8)
Pastor schrieb
Österreich und speziell Wien ist tief schwarz.Oder glauben sie das Personal setzte sich aus Moslems und Buddisten
zusammen?Also doch wieder Katholiken.Nur dieses Mal nicht in Gebäuden der Kirche sondern der Stadt.Aber wo ist da bitte der Unterschied?Glauben Sie die Opfer ertragen die Misshandlungen in kirchlichen Räumen leichter?Missbrauch ist für mich Missbrauch ob unter dem Altar,im Keller einer Schule oder im Schlafsaal von einem städtischen Heim.Hoffentlich werden die Täter gnadenlos verfolg
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Kinderfreund schrieb:
am 18. Oktober 2011 um 18:23:24
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Mißbrauchsfälle
Wichtig ist in diesem Zusammenhang,daß unsere Kinder auch heute
unser Aller Schutz brauchen,
daß Niemand vorbeischaut und
dran vorbeigeht,wenn ihm etwas
Abartiges/Auffäliges begegnet..und Füreinanderdasein und Hilfe anbieten,wo Hilfe gebraucht wird.Es bspw.nicht nur den Ämtern zu überlassen,auch die
können nicht gleichzeitig überall sein.und sind mit manchem schon überfordert.Gott sei Dank für jedes Kind,das von solchem Mißbrauch
verschont bleibt,wenn Wir alle mehr aufeinander achten!
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Historiker schrieb:
am 18. Oktober 2011 um 18:18:49
(29)
(0)
Wiener Kinderheim
Wäre mal interessant zu erfahren, wer Mitglied dieser Historikerkommission war. Sind die eingesetzt worden zu klären,
oder um das zuzudecken, was noch nicht bekannt war. Die Zeugen werden ja jetzt schon als unglaubwürdig eingestuft.
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