18.09.2011, 17:07 Uhr
Ein Prosit der Gemütlichkeit? (Quelle: dpa)
Gleich am ersten Festtag ging es auf dem Oktoberfest wieder ordentlich zur Sache: Es gab die ersten Bierleichen, Maßkrug-Schlägereien, eine Pfefferspray-Attacke und und sogar einen gebissenen Polizisten. Trotz saftigen Bierpreisen von bis zu 9,20 Euro je Maß schauen viele der etwa sechs Millionen Festbesucher deutlich zu tief ins Glas - mit entsprechenden Folgen.
Schon drei Stunden vor dem offiziellen Start des Oktoberfestes landete ein Besucher mit einer Alkoholvergiftung in der Sanitätsstation des Bayerischen Roten Kreuzes. Der 20-Jährige war am Samstag gegen neun Uhr morgens beim Warten auf den Einlass vor einem Zelt zusammengebrochen. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Am ersten Wiesntag gibt es erst nach der offiziellen Eröffnung um 12 Uhr Alkohol. Dennoch gibt es die ersten Bierleichen, so werden die Alkoholopfer umgangssprachlich genannt, schon vor dem Anstich.
Eine 17-Jährige warf in einem Bierzelt ihren Bierkrug nach einem Gast. In einem anderen Zelt schlug ein 35-Jähriger im Streit mit einem 33-Jährigen mit dem Krug zu. Für beide ist das Oktoberfest dieses Jahr gelaufen: Sie bekamen ein Zutrittsverbot, teilte die Polizei mit. Warum sie die Maßkrüge als Waffe einsetzten, blieb wie meistens bei Wiesn-Schlägereien unklar. Die Frau hatte 1,5 Promille Alkohol im Blut.
"In den meisten dieser Fälle kann man von einem erheblichen Alkoholkonsum ausgehen", sagte ein Polizeisprecher. "Ich glaube nicht, dass ein Nüchterner einen Maßkrug packt und auf einen anderen schmeißt."
Die beiden Opfer der Maßkrug-Attacken mussten ins Krankenhaus. Auch der 35-jährige Schläger kam verletzt in die Klinik. Im vergangenen Jahr hatte es einen traurigen Höhepunkt bei den Schlägereien mit Maßkrügen gegeben: Die Polizei zählte 62 Fälle.
Am Samstagabend verletzte außerdem ein 19-jähriger Mann in einem Festzelt mit einem Pfefferspray 37 Volksfestbesucher. Sie erlitten Augenreizungen, zwei der Geschädigten mussten sogar ins Krankenhaus gebracht werden, teilte die Polizei mit. Der Mann aus Landsberg wurde zunächst festgenommen, befinde sich mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
Ein Polizeisprecher sagte, man gehe davon aus, dass sich der Tatverdächtige aus dem oberbayerischen Landsberg mit der Sprühattacke einen "schlechten Scherz" erlauben wollte.
Am Rande des Oktoberfestes setzte zudem eine 37-jährige Frau ihre Zähne gegen einen Polizisten ein und biss diesen in den Arme. Die Frau hatte zunächst eine ebenfalls 37 Jahre alte Münchnerin in einem Streit um ein Taxi an den Haaren aus dem Wagen gezogen. Als ein Polizeibeamter dazwischen ging, biss die 37-Jährige den Beamten, einen weiteren Polizisten bespuckte sie.
Damit setzte die Frau gewissermaßen eine unselige Tradition fort: Jedes Jahr müssen sich die Ordnungskräfte gegen beißwütige Oktoberfestgäste zur Wehr setzen.
Quelle: dpa
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