16.03.2010, 12:19 Uhr | AFP, dpa
Die deutsche Exportstärke ist Frankreich ein Dorn im Auge (Foto: dpa)
EU-Kommissar Günther Oettinger hat die Kritik der französischen Regierung an der deutschenExportwirtschaft zurückgewiesen. Deutschland stehe in hartem Wettbewerb und sei deshalb auf konkurrenzfähige Produkte angewiesen, rechtfertigte Oettinger den hohen Überschuss in der Außenhandelsbilanz.
Die These, dass Deutschlands starke Exportwirtschaft den anderen EU-Staaten schade, sei falsch, sagte Oettinger der "Süddeutschen Zeitung". Europa stehe im harten Wettbewerb mit Japan, den USA und anderen großen Volkswirtschaften. "Wir sind darauf angewiesen, dass Produkte auch wettbewerbsfähig sind. Das führt bei Industrienationen wie beispielsweise Deutschland zu Außenhandelsüberschüssen", sagte der EU-Energiekommissar. Die Bundesrepublik gehört zu den Staaten mit dem weltweit größten Handelsüberschuss; das heißt, die deutsche Wirtschaft exportiert deutlich mehr Waren als sie importiert.
Frankreich hatte die Exportstärke seines wichtigsten Handelspartners Deutschland an den Pranger gestellt. Der hohe Handelsüberschuss Deutschlands schade anderen Staaten, hatte die französische Finanzministerin Christine Lagarde am Montag kritisiert. In einem deutlichen Appell forderte sie Berlin auf, die Binnennachfrage anzukurbeln. Allein steht Paris mit der Kritik nicht: Mehrere wirtschaftlich schwache EU-Staaten verlangen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung, dass Deutschland Reformen zurückdreht, um ihre Marktchancen zu verbessern. Einem "Frühwarnbericht" der deutschen EU-Vertretung zufolge werde Berlin vorgeworfen, mit seinem exportorientierten Wirtschaftsmodell Wachstum auf Kosten anderer zu erreichen.
Kanzlerin Angela Merkel widersprach der Forderungen nach deutscher Exportzurückhaltung. Es sei nicht zielführend, wenn sich "einzelne Länder zurücknehmen, sondern gewinnbringender, wenn in Europa in eine gemeinsame Wachstumsstrategie investiert" werde, beschrieb der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans die Haltung der Regierungschefin. Deutschland sei kein Land, in dem der Staat Löhne oder Konsum festlege. Die "Exportwirtschaft anzuhalten, dass sie unattraktive Güter herstellt, würde dem Wettbewerbsgedanken widersprechen". Es müsse eher die Frage gestellt werden, wie andere Länder größere Exportanteile erreichen könnten.
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, nannte Frankreichs Kritik absurd. Er verteidigte laut "Focus" die deutsche Wirtschaft gegen den Vorwurf, sie habe dank moderater Lohnzuwächse Erfolge zu Lasten schwächerer Euro-Länder gefeiert. Deutschland sei größter Nettozahler in Brüssel: "Da sage noch einer, wir würden auf Kosten anderer leben."
Deutschland führte 2009 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Waren im Wert von 803,2 Milliarden Euro aus und Waren im Wert von 667,1 Milliarden Euro ein. Der Überschuss in der deutschen Außenhandelsbilanz belief sich damit im vergangenen Jahr auf 136,1 Milliarden Euro. Frankreich hingegen hat ein Defizit im Außenhandel: 2009 waren die importierten Waren rund 43 Milliarden Euro mehr Wert als die exportierten Waren.
Quelle: dpa , AFP
ralf schrieb:
am 16. März 2010 um 16:37:17
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Oettinger..
Die Franzosen sollten es einmal mit geregelter Arbeit veruchen. Sie könnten ja auch ihre Kolonien in Übersee abgeben, die wir
als größter Nettozahler mitfinanzieren
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blinker schrieb:
am 16. März 2010 um 15:27:34
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tiefer Neid
Die Aussagen der Franzosen über die deutsche Exportindustrie zeugt von purer Angst und Neid. Man muss sich diesen Blödsinn
einmal verinnerlichen, ohne unsere Export würden wir am Tropf der EU hängen. Also kann diese dumme und überflüssigge Aussage uns nur dazu beflügeln, wie bisher weiter zu machen. Der Wettbewerb im Außenhandel wird künftig auch für uns immer schwieriger, da die heutigen Schwellenländer bald nicht mehr auf unsere Importe angewiesen sind, daß wird die Franzosen siche
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doraade schrieb:
am 16. März 2010 um 15:02:27
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Exportüberschuss
Bei den drei führenden Exportabnehmern wird verschwiegen, dass Israel auch zur Spitzengruppe gehört. Zwei U-Boote zu 350
Mill. Euro das Stück wurden vermutlich deshalb nicht in der Statistik gewertet, weil die Bundesregierung diese
Boote mit Hunderten von Millionen subventioniert...
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