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Ölpest: USA stoppen "Bottom Kill" vorerst

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USA stoppen "Bottom Kill" vorerst

17.08.2010, 12:47 Uhr

Ölpest: Eine ferngesteuerte Kamera zeigt einen Blick auf Arbeiten im Golf von Mexiko. Die Methode "Bottom Kill" wird wohl vorerst noch ausgesetzt. (Foto: dpa)

Eine ferngesteuerte Kamera zeigt einen Blick auf Arbeiten im Golf von Mexiko. Die Methode "Bottom Kill" wird wohl vorerst noch ausgesetzt. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die endgültige Verschließung des monatelang leckenden BP-Bohrlochs im Golf von Mexiko verschiebt sich weiter. US-Krisenkoordinator Thad Allen sagte, dass die "Bottom Kill"-Methode vorerst gestoppt wurde. Bei früheren Arbeiten am Bohrloch sei möglicherweise Zement in die Ringkammer der Bohrleitung gelangt und schließe dort Rohöl ein. Bei der "Bottom Kill"-Methode aber werde "Druck erzeugt", sagte Allen weiter.

Bevor er BP die Anweisung zur Anwendung der Methode gebe, müsse jedoch klar sein, wie sich der Druck auswirken könnte und welche Gegenmaßnahmen gegebenenfalls möglich wären.

780 Millionen Liter Rohöl ausgelaufen

Bei der "Bottom Kill"-Methode sollen zur dauerhaften Versiegelung des Bohrlochs Schlamm und Zement durch Entlastungbohrungen am unteren Ende der Bohrleitung eingeführt werden. Mit der "Static Kill"-Methode war es den Ingenieuren der Betreibergesellschaft BP Anfang August gelungen, das Bohrloch am oberen Ende zu verschließen. Dies gilt aber nicht als dauerhafte Lösung.

Seit der Explosion der BP-Plattform "Deepwater Horizon" am 20. April waren aus dem lecken Bohrloch nach Behördenangaben rund 780 Millionen Liter Rohöl ausgelaufen. Damit ist das Unglück der größte Ölunfall der Geschichte. Bereits kurz nach dem Unglück hatte BP mit den aufwendigen Entlastungsbohrungen begonnen, mit denen tief im Meeresgrund ein Zugang zum Bohrloch geschaffen werden soll.

Schärfere Genehmigungsverfahren für Bohrungen?

Als Konsequenz aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko will die US-Regierung nach Medienberichten künftig Bohrgenehmigungen an erheblich schärfere Umweltauflagen knüpfen. Wie die "New York Times" in ihrer Onlineausgabe berichtete, kündigte die Regierung an, in Zukunft vor der Erteilung der Genehmigung die Auswirkungen der Bohrungen auf die Umwelt ausführlich untersuchen zu lassen. Dies wäre eine Abkehr von der bisherigen Praxis: Bislang seien entsprechende Anträge auch für potenziell gefährliche Tiefseebohrungen wie im Fall BP mehr oder weniger durchgewunken worden, berichtet das Blatt.

"Unsere Entscheidungen müssen in voller Kenntnis der potenziellen Folgen für die Umwelt erfolgen", hieß es in einer Erklärung von Innenminister Ken Salazar. Zur Zeit sind Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko ausgesetzt. Die Ankündigung der US-Regierung bedeutet für die Ölfirmen künftig weitaus umfangreichere und langwierigere Genehmigungsverfahren. Auch im Flachwasser sollen schärfere Umweltauflagen gelten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

"Ein großes Maß an Stress und Sorgen"

Unterdessen stellte BP 52 Millionen Dollar für die Behandlung psychischer Folgeerkrankungen im Zusammenhang mit der Ölpest an der US-Golfküste bereit. Mit dem Geld sollen unter anderem eine Telefon-Hotline für Hilfesuchende sowie Projekte zum Kampf gegen Depressionen, Angstzustände und andere Stresserkrankungen finanziert werden, kündigte der Chef von BP America, Lamar McKay, an. Ausgezahlt würden die Mittel in den von der Umweltkatastrophe betroffenen US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida.

Die Ölpest und ihre Folgen hätten in der Region "ein großes Maß an Stress und Sorgen" verursacht, sagte McKay. "Wir wollen sicherstellen, dass die Betroffenen Hilfe erhalten." Die Gesundheitsministerien der vier betroffenen US-Bundesstaaten, an die ein Großteil der Mittel ausgezahlt werden sollen, begrüßten die Initiative von BP.


Quelle: dpa , AFP

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Kommentare (5)

zum Forum

Thema: "Ölpest: USA stoppen "Bottom Kill" vorerst"

willy999 schrieb: am 17. August 2010 um 16:30:44
(0) (0) schärfere Sicherheitsbestimmungen...
...was soll der Blödsinn? Meinen die wirklich, dass schärfere Sicherheitsbestimmungen eingehalten
werden? Es sind ja, wie in verschiedenen Publikationen zu lesen war, nicht mal die jetzigen Bestimmungen eingehalten worden. Aber die $-Zeichen in den Augen der Verantwortlichen werden dafür sorgen, dass weitere Tiefseebohrungen genehmigt werden; den nächsten Dreck an den Stränden eingeschlossen.
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otto schrieb: am 17. August 2010 um 15:31:57
(0) (0) Bottom Kill
Solange Dollar Scheine in den Augen strahlen, wird sich auf dieser Welt nichts ändern und Tiere und Umwelt werden
untergehen, denn Geld hat einen viel Höheren Stellenwert als der Mensch , Tier und Umwelt und solange dass noch ist , wird sich da nieeeeeee was ändern, Amen.
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Werner13 schrieb: am 17. August 2010 um 15:13:10
(0) (0) Psychische Erkrankungen
Bitte nicht so viel über die geplante Wiedergutmachung der BP für die psychischen Erkrankungen der Betroffenen der
Ölkatastrophe berichten. Es könnte sonst sein, dass unsere Politiker irgendwann ähnliche Ansprüche aus den persönlichen Schäden für ihre tolle Politik hegen. Der Staatshaushalt ist doch schon genug gebeutelt. Solch ein Gesetzentwurf ginge doch mit Leichtigkeit durch das Europaparlament. Also, bitte keine schlafende Hunde wecken.
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