15.09.2010, 10:23 Uhr
Nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko hat BP die Ursachensuche abgeschlossen (Foto: dpa)
Der BP-Konzern hat menschliche und technische Fehler als Ursache für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko eingeräumt. Unter anderem hätten BP-Ingenieure die Ergebnisse eines Drucktests falsch bewertet, heißt es in einer Untersuchung, die das Unternehmen in London vorstellte. Allerdings müssten sich auch andere Firmen verantworten, die an der Ölförderung auf der explodierten Plattform "Deepwater Horizon" beteiligt waren.
Entscheidungen von "vielen Firmen und Arbeitsgruppen" hätten zu dem Unfall beigetragen. Es handele sich um eine komplexe Verkettung von Umständen, die "technisches Versagen, menschliche Urteile, die Konstruktion" sowie ein Versagen der Kommunikation beträfen.
"Wir haben von Anfang an gesagt, dass mehrere Beteiligte Verantwortung für die Explosion auf der Deepwater Horizon tragen", sagte der designierte BP-Chef Bob Dudley. Der 193-seitige Katastrophenreport wurde von einem Expertenteam unter Leitung des BP-Sicherheitschefs Mark Bly zusammengestellt.
Auch seitens der US-Regierung laufen mehrere Untersuchungen zur Explosion der Bohrinsel am 20. April, bei der elf Arbeiter ums Leben kamen. Bis zum Verschluss des Öllecks Mitte Juli waren mehr als 800 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko geflossen. Für BP hat sich die Ölkatastrophe auch zum wirtschaftlichen Desaster entwickelt. Es wird erwartet, dass noch zahlreiche Schadenersatzklagen folgen werden.
Mögliche Ergebnisse der Untersuchung des am Wochenende geborgenen defekten Absperrventils waren in dem Bericht noch nicht enthalten. Der "Blowout Preventer" sollte in einer NASA-Einrichtung in New Orleans von Experten der Regierung untersucht werden. Das etwa 300 Tonnen schwere und 15 Meter lange Gerät ist ein wichtiges Beweisstück zur Klärung der Frage, wer für die Umweltkatastrophe haftbar ist.
Es hätte nach der Explosion der Ölplattform eigentlich verhindern sollen, dass Öl aus dem Bohrloch austritt. Bislang sind die einzigen Anhaltspunkte Datenaufzeichnungen, wonach das Ventil ein Hydraulikleck aufwies und die Batterie eines Sicherheitsschaltkreises schwach oder leer war.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Peter schrieb:
am 8. September 2010 um 17:34:21
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Verantwortung
Natürlich waren es immer die Anderen...vermutlich ist die Plattform von einem UFO beschossen worden. BP trägt natürlich die
komplette Verantwortung für das Chaos - sie hätten die beteiligten Unternehmen besser kontrollieren müssen, was ja ganz offensichtlich unterlassen wurde. Folglich sollte BP endlich aufhören, sich herauszureden und zu den Fehlern stehen. Schade, das sich die USA hier wieder so an der Nase herumführen lassen.
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