11.03.2011, 12:11 Uhr
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hatte auch verheerende Folgen für die Luftqualität (Foto: Imago)
Bei der Untersuchung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben US-Forscher einen neuen Faktor der Luftverschmutzung nachgewiesen. Schwere chemische Verbindungen aus dem ausgelaufenen Öl trugen demnach stärker zur Luftverschmutzung bei als leichte, wie das Team um Joost de Gouw von der US-Ozean- und Atmosphärenforschungsbehörde NOAA berichtet.
Bislang waren sich die Wissenschaftler nicht sicher, ob schwere Verbindungen, die länger zum Verdunsten brauchen, überhaupt zur Luftverschmutzung beitragen. Die Erkenntnisse hätten Bedeutung über den Golf von Mexiko hinaus, etwa für die Vorhersage der Luftqualität in Städten, schreiben die Forscher im Fachjournal "Science".
Wissenschaftler hatten zwar schon früher spekuliert, dass auch schwere organische Verbindungen wie etwa aus dem verdunstenden Erdöl die Luftqualität beeinträchtigen. Nachgewiesen war das aber nicht.
Die NOAA-Forscher flogen nach dem Unglück der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko zweimal mit einem Messflugzeug über den Ölteppich und maßen die Luftqualität. Dabei stellten sie fest, dass schwere Verbindungen die Bildung von luftverschmutzenden Partikeln (Aerosolen) weit mehr förderten als leichte. "Wir konnten die Theorie bestätigen, dass ein großer Teil luftbelastender Partikel aus Chemikalien entsteht, die nur selten gemessen werden und früher als zu selten galten, um gefährlich zu sein", sagte de Gouw.
Quelle: dpa
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