02.09.2010, 22:17 Uhr
Feuerlöschboote des Betreibers versuchen die "Vermilion Oil Platform 380" zu löschen (Foto: AP)
Rund vier Monate nach dem verheerenden Untergang der BP-Plattform "Deepwater Horizon" hat sich erneut eine Explosion auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko ereignet. 13 Menschen gingen dabei über Bord, konnten aber gerettet werden. Mindestens ein Arbeiter wurde verletzt, teilte die US-Küstenwache mit.
Neun Hubschrauber und vier Schiffe der Küstenwache seien zu der rund 130 Kilometer südlich von Vermilion Bay im US-Bundestaates Louisiana gelegenen Plattform geschickt worden, sagte Küstenwache-Sprecher John Edwards dem Sender MSNBC. Teile der Bohrinsel standen in Flammen. Entgegen ersten Angaben wurde auf der "Vermilion Oil Platform 380" der Firma Mariner Energy mit Sitz in Houston nach Angaben der Behörde für Heimatschutz zum Zeitpunkt des Unglücks doch Öl gefördert.
Nach Angaben der US-Küstenwache wurde nach der Explosion ein etwa 1,5 Kilometer langer Ölschleier entdeckt, der in der Nähe der Plattform auf dem Wasser treibt. Die Küstenwache ist nach eigenen Angaben auf den Fall einer neuen Ölpest vorbereitet: Die nötige Ausrüstung stehe bereit.
Der Gouverneur des nahe gelegenen US-Staates Louisiana, Bobby Jindal, sagte hingegen, es gebe zwar Berichte über einen Ölfilm in der Nähe der Plattform. Die Küstenwache habe das bei einem Flug über den Unglücksort aber zunächst nicht bestätigen können.
Ein Sprecher von Mariner Energy hatte zuvor dem US-Sender CNN gesagt, bei einem ersten Flug über der Unglücksstelle sei zunächst keine Verschmutzung entdeckt worden.
Mariner Energy aus Texas habe drei Feuerlöschboote zu dem Unglücksort geschickt. Das erste sei bereits eingetroffen und bekämpfe die Flammen. Die Plattform befindet sich in etwa 100 Meter tiefem Wasser und damit in weit weniger tiefen Gewässern als die "Deepwater Horizon", bei der es rund 1500 Meter hinunter bis zum Meeresboden ging.
Das Weiße Haus in Washington teilte mit, dass zunächst Informationen über den Vorfall gesammelt würden. Wenn es Berichte über Verschmutzung gebe, würden Maßnahmen eingeleitet, sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace reagierte alarmiert auf den erneuten Unfall: "Wie viele Male spielen wir noch mit menschlichen Leben, der Wirtschaft und den Ökosystemen?", sagte der Meeresexperte von Greenpeace in den USA, John Hocevar. "Es ist Zeit, dass wir aus unseren Fehlern lernen."
Am 20. April war im Golf von Mexiko die BP-Plattform "Deepwater Horizon" explodiert, worauf mehrere hundert Millionen Liter Rohöl ausgelaufen waren. Es war der größte Ölunfall der Geschichte. Der Ölfluss konnte erst Mitte Juli mit einer Abdeckhaube gestoppt werden. Bei dem Unglück kamen elf Arbeiter auf der Bohrinsel ums Leben.
Quelle: dpa , AFP , dapd
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