22.03.2010, 08:59 Uhr
An der Odenwald-Schule sollen Schüler jahrelang sexuell missbraucht worden sein (Foto: ddp)
Der ehemalige Schulleiter der Odenwaldschule, Gerold Becker, hat einem Zeitungsbericht zufolge offenbar sexuelle Verfehlungen gegenüber Schülern zugegeben. Das schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" laut Vorabmeldung. Der heutigen Leiterin, Margarita Kaufmann, liegt demnach ein Brief mit der Bitte um Entschuldigung vor, der mit dem Namen Gerold Becker unterzeichnet ist.
"Schüler, die ich in den Jahren, in denen ich Mitarbeiter und Leiter der Odenwaldschule war, durch Annäherungsversuche oder Handlungen sexuell bedrängt oder verletzt habe, sollen wissen: Das bedauere ich zutiefst, und ich bitte sie dafür um Entschuldigung", heißt es laut "FAZ" in dem Schreiben. Diese Bitte beziehe sich auch auf alle Wirkungen, die den Betroffenen erst später bewusst geworden seien.
Becker war von 1969 bis 1985 an der Odenwaldschule, in der überwiegenden Zeit als Schulleiter. Er gilt als einer der führenden Reformpädagogen in Deutschland. Auf der Liste der ehemaligen Schüler des Internats stehen prominente Namen. Schriftsteller Klaus Mann war so nach Angaben der Schule im Odenwald. Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit besuchte die Schule von 1958 bis 1965. Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker schickte einen seiner Söhne auf die Schule.
Quelle: dpa
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