23.05.2011, 21:57 Uhr
US-Präsident Barack Obama hat seine einwöchige Europareise mit einem Besuch in Irland begonnen. Dabei begab er sich auch auf eine Tour in seine eigene Vergangenheit. Zusammen mit seiner Frau Michelle besuchte Obama das Dörfchen Moneygall, aus dem einer seiner Ur-Ur-Ur-Großväter stammt. Eine kleine Panne gab es mit seiner gepanzerten Limousine. Zudem musste der US-Präsident die Reise früher abbrechen als geplant.
Wegen möglicher Beeinträchtigungen des Flugverkehrs durch die Asche des isländischen Vulkans Grimsvötn hat Obama seinen Besuch in Irland verkürzt. Der Präsident wolle bereits am Montagabend nach Großbritannien fliegen, sagte in Dublin ein Sprecher des Weißen Hauses. Ursprünglich wollte Obama erst am Dienstag nach London reisen, wo er von Königin Elizabeth II. erwartet wird.
Die Reise des US-Präsidenten scheint unter keinem guten Stern zu stehen: Zuvor schon war der gepanzerte Wagen Obamas, der eigentlich jeder Art von Angriff widerstehen soll, in Irland offenbar durch ein kleines Metallstück außer Gefecht gesetzt worden. Der Cadillac mit dem Spitznamen "Das Biest" fuhr in Dublin auf dem Gelände der US-Botschaft gerade aus der Tiefgarage, als es ein lautes, knirschendes Geräusch gab und der Wagen zum Stehen kam, wie ein Reporter des Radiosenders RTE berichtete.
Der tiefliegende Unterboden der fahrenden Festung des US-Präsidenten blieb den Angaben zufolge offenbar an einem Metallstück im Boden hängen, an dem ein Metalltor befestigt werden kann. Beunruhigte Sicherheitsbeamte liefen daraufhin zu dem festsitzenden Auto. Nach einer Weile wechselten Obama und seine Ehefrau Michelle in ein anderes Fahrzeug, um zu dem Helikopter zu fahren, der sie in das Dorf Moneygall bringen sollte.
Prost, Barack Obama! Wer auf Ahnensuche geht, muss auch das Bier der Ahnen probieren (Foto: AP) (Quelle: AP)Rund 3000 Leute jubelten dem Präsidentenpaar dort am Straßenrand zu. Obama und seine Frau schüttelten Hände, gaben Autogramme und trafen in einem Pub einige ihrer weitläufigen Verwandten.
Im Mittelpunkt von Obamas-Europareise steht der G8-Gipfel am Donnerstag und Freitag im französischen Deauville. Am Dienstagmorgen fliegt er von Irland weiter nach London, um dort unter anderem Queen Elizabeth II. zu treffen.
Am Montagmorgen in Irland hatte der Präsident zunächst Gespräche mit der irischen Präsidentin Mary McAleese und Premierminister Enda Kenny geführt. Dabei lobte er den Friedensprozess auf der Insel als vorbildlich. Die Art und Weise, wie Frieden zwischen der unabhängigen Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland erreicht worden sei, könne "eine Lektion für Unruheregionen in der ganzen Welt" sein, sagte Obama.
Die USA und Irland seien "über Blutsverwandtschaft verbunden", sagte Obama mit Blick auf die vielen Millionen Amerikaner, deren Vorfahren aus Irland in die USA kamen. "Die Freundschaft und die Bindung zwischen den USA und Irland könnten nicht stärker sein." Es gehe dabei nicht nur um strategische und außenpolitische Fragen. "Für Millionen irisch-amerikanischer Menschen symbolisiert es weiterhin das Heimatland."
Zu den finanziellen Schwierigkeiten Irlands sagte Obama, er sei zufrieden mit den Fortschritten des Landes nach der Inanspruchnahme des Rettungspakets von Internationalem Währungsfonds und Europäischer Union. Die USA würden alles tun, um Irland bei der Erholung zu helfen. "Es ist ein schwerer Weg, doch es ist ein Weg, den die Iren in der Lage sind zu gehen", sagte Obama.
Quelle: AFP , dpa
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