Deutsche Soldaten kämpfen in Afghanistan - auch mit schweren Ausrüstungsmängeln? (Foto: dpa)
US-Präsident Barack Obama wird die Bundesregierung nach der Bundestagswahl laut einem Bericht des "Spiegel" zur Entsendung weiterer Truppen nach Afghanistan auffordern. US-Diplomaten hätten dies führenden CDU-Politikern bereits angekündigt, hieß es in einer Vorabveröffentlichung des Magazins. Dabei mache der Bundeswehr die marode Ausrüstung zu schaffen. Laut "Spiegel" wird der August der Monat mit den höchsten Verlusten für die USA in Afghanistan seit Beginn des Militäreinsatzes.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung habe bereits im vergangenen Jahr die Obergrenze des Afghanistan-Mandats von 3500 auf 6000 Soldaten erhöhen wollen. Aus Rücksicht auf die CSU und die Landtagswahl in Bayern habe er es aber bei maximal 4500 Soldaten bewenden lassen. Dieses Mandat läuft im Dezember aus.
"Spiegel": Schwere Ausrüstungsmängel
Der "Spiegel" berichtet auch, dass die Bundeswehr in Afghanistan mit schweren Ausrüstungsmängeln zu kämpfen habe. Mehr als die Hälfte ihrer rund 700 geschützten Fahrzeuge am Hindukusch seien zeitweise nicht einsatzbereit, berichtete das Magazin unter Berufung auf interne Berichte des Verteidigungsministeriums.
Nicht genug Piloten, keine geeigneten Computer
Wegen eines Mangels an Ersatzteilen müssten sogar Transportflugzeuge vom Typ Transall ausgeschlachtet werden. Für Hubschrauber gebe es nicht genug Piloten, für die Übertragung geheimer Informationen fehlten geeignete Computer und Funkgeräte. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies den Bericht allerdings als nicht nachvollziehbar zurück.