08.06.2011, 10:50 Uhr
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ist in Washington mit der höchsten zivilen Auszeichnung geehrt worden, die die USA zu vergeben haben: Präsident Barack Obama überreichte die Freiheitsmedaille, die "Medal of Freedom", der Kanzlerin am Dienstagabend im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Rosengarten des Weißen Hauses.
Der mächtigste Mann der Welt steht hinter einem massiven Holzpult, die Abendsonne taucht den Rosengarten des Weißen Hauses in ein warmes Licht. In diesem romantischen Ambiente wirkt der Präsident der Vereinigten Staaten fast wie ein Märchenonkel, als er von jenem "jungen Mädchen namens Angela" spricht, das einst hinter dem Eisernen Vorhang lebte und dann als erste Frau und Ostdeutsche in das Kanzleramt der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland einzog. Doch mit dieser Geschichte und der Verleihung der "Medal of Freedom" drückt Obama seine tiefe Wertschätzung aus.
In seiner Laudatio am Dienstagabend macht der US-Präsident deutlich, dass Merkel nicht dafür geehrt werde, dass ihr die Freiheit verweigert wurde - sondern "dafür, was sie erreicht hat, als sie die Freiheit erlangte". Die Kanzlerin sei eine "eloquente Stimme für Menschenrechte und Würde weltweit", lobt er. Jedes Jahr verleiht das Weiße Haus die Medaille für besonders verdienstvolle Leistungen an Politiker, Künstler, Wissenschaftler oder Unternehmer. Merkel erhält den prestigeträchtigen Orden als erst zweite Deutsche nach Ex-Kanzler Helmut Kohl, der 1999 für seine Verdienste um die deutsche Einheit und die europäische Einigung ausgezeichnet wurde.
Auch die sichtlich gerührte Bundeskanzlerin wird in ihrer Dankesrede biographisch. Als junge Frau in der ehemaligen DDR habe sie davon geträumt, in die USA zu reisen, sagt sie. Nie hätte sie sich aber vorstellen können, einmal im Rosengarten vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgezeichnet zu werden. Dies sei ein "wirklich sehr bewegender Moment". Zugleich erinnert Merkel an die Menschen in der arabischen Welt, im Iran, in Birma oder in Weißrussland, die um ihre Rechte kämpfen müssten. Aber "keine Kette der Diktatur" könne der "Kraft der Freiheit" dauerhaft widerstehen - das sind Worte, die den US-Gastgebern gefallen.
Die Bundeskanzlerin erhält die höchste zivile Auszeichnung der USA. Feierliches Staatsbankett mit Gottschalk und Klinsmann.
Merkel ist der erste Gast aus Europa, der während Obamas Präsidentschaft in den Genuss eines Staatsbanketts kommt. Eine Limousine fährt die Kanzlerin und ihren Ehemann Joachim Sauer vor, auf den Treppenstufen zum Nordeingang des Weißen Hauses nehmen Obama und seine Frau Michelle die beiden umgeben von einer militärischen Ehrenformation in Empfang. "Wie schön, Dich zu sehen", sagt der Präsident zu Merkel und schiebt ein Kompliment hinterher: "Du sieht heute Abend wunderbar aus." Die Kanzlerin hat für das Dinner ein langes schwarzes Abendkleid gewählt. Barack Obama trägt wie die meisten Herren des Abends Smoking, seine Frau Michelle ein silbern schimmerndes cremefarbenes Kleid.
Die Stimmung in der milden Sommernacht im Rosengarten ist beschwingt. Eine Kapelle spielt Jazz, später treten Mitglieder des Nationalen Symphonieorchesters und der Folksänger James Taylor auf. Unter den Gästen sind ranghohe Politiker aus beiden Ländern ebenso wie Größen aus Wirtschaft, Kultur und Sport. Der frühere Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist gekommen, er sitzt gegenüber von Showmaster Thomas Gottschalk. Auch hohe deutsche Politiker sind dabei wie FDP-Chef Philipp Rösler, Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU). Weiße Stoffdecken bedecken die Tische, auf denen kristallene Kerzenständer und Teller mit Goldrand stehen. Die Küche des Weißen Hauses serviert Salat aus dem Gemüsegarten des Weißen Hauses, Thunfisch-Tartar, Rinderfilet - und als Nachtisch Apfelstrudel.
Merkel besucht Obama: die Kanzlerin soll die Freiheitsmedaille erhalten - eine seltene Ehre. zum Video
Die Zeremonie im Rosengarten ist der pompöse Abschluss eines Staatsbesuchs, bei dem beide Seiten nicht müde wurden, den guten Zustand des transatlantischen Verhältnisses zu rühmen. Daran waren in den vergangenen Monaten Zweifel aufgekommen: Die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat zum Militäreinsatz in Libyen hatte beim Bündnispartner in Washington für Irritationen gesorgt. Auch im Kampf gegen die Wirtschaftskrise waren beide Länder nicht immer auf einer Wellenlänge. Während Berlin auf einen Sparkurs umschaltete, setzten die USA weiter auf Konjunkturprogramme - zum gegenseitigen Ärgernis. Doch der fünfzackige Stern der Freiheitsmedaille überstrahlt an diesem Abend alles.
Quelle: AFP , dapd
Heidi schrieb:
am 8. Juni 2011 um 13:37:33
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Merkel
Wofür hat sie diese Medaille bekommen, sie hat doch nun wirklich nichts mit der Freiheit zu tun. Sie kümmert sich doch auch nicht um
die Menschenrechte, so wie sie den Chinesen hinterher jagt.
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Stahlblume schrieb:
am 8. Juni 2011 um 13:24:21
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Ehre, wem Ehre gebührt.Aber..
Nicht, dass ich Merkel keine Auszeichnung gönne, leider ist es hier so wie immer. Für einen verliehenen
Orden lassen 50 andere ihr Leben. Dieses Geschmalze vom Ami doch nur, weil er uns in zukünftige Kriege oder deren Kosten einbinden will. Und Merkel machts, wetten? Bezahlen muss das mit Schweiß, Blut und viel Geld der kleine deutsche Bürger. Eben wie immer !! Machen wir es wie die "Eidgenossen", raushalten. Regierung abwählen.
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JR schrieb:
am 8. Juni 2011 um 13:22:07
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Judaslohn
Mich persönlich interessiert dabei nur, was diese "Ehrung" den deutschen Steuerzahler mal wieder kostet. - Unser aller
"Angie" wurde unter anderem dafür geehrt, dass sie wesentliche deutsche Interessen an die internationale Kapitalmafia verraten hat und sich sich bei den zwischenzeitlich üblichen Konferenzen auf unsere Kosten regelmäßig über den Tisch hat ziehen lassen!
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