Obama setzt sich für seine Parteikollegin Clinton ein - sie sagt ihm im Gegenzug Unterstützung zu (Quelle: dpa)Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat seine Hauptspender dazu aufgerufen, seiner unterlegenen Rivalin Hillary Clinton beim Bezahlen ihrer Schulden zu helfen. Nach Medienberichten vom Mittwoch bat er sie in einer Telefonkonferenz, der Senatorin finanziell unter die Arme zu greifen, "wenn Sie die Mittel dazu haben".
Den Berichten zufolge sollen Obamas Spender der ehemaligen First Lady beim Bezahlen von etwa zehn Millionen Dollar helfen, die sie mehreren Unternehmen schuldig geblieben ist. Sie selbst kann nach ihrem Ausstieg aus dem Rennen keine Spenden mehr sammeln.
Die unterlegene Kandidatin wird sich ihrerseits dafür einsetzen, dass ihre Unterstützer nun für Obama in die Tasche greifen. Sie will ihren einstigen Rivalen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur am Donnerstag mit ihren spendabelsten Anhängern bekanntmachen und sie ersuchen, sich gegenüber Obama genauso großzügig zu zeigen wie bislang ihr gegenüber.
22 Millionen Dollar Schulden nach Wahlkampf
Zu Clintons Gläubigern gehören Medienberatungsfirmen und Partyservice-Anbieter, die Ausrüstung für Wahlkampfveranstaltungen geliefert haben. Insgesamt hat Clinton gut 22 Millionen Dollar Wahlkampfschulden. Zwölf Millionen Dollar davon hat sie aus privaten Mitteln als Darlehen in ihre Kampagne gepumpt, konnte das Geld aber wegen knapper Spenden nicht zurückzahlen.
Unterdessen hat Bill Clinton drei Wochen nach der Niederlage seiner Frau bei den Vorwahlen erstmals Obama seine Unterstützung zugesagt. Zuvor hatten US-Medien wie der Sender CNN darauf aufmerksam gemacht, dass der Ex-Präsident, dessen Beziehungen zu Obama als frostig gelten, praktisch der einzige demokratische Spitzenpolitiker ist, der sich bisher noch nicht öffentlich hinter den designierten Kandidaten der Demokraten gestellt habe.
Clinton will "tun, was er kann"
Am Dienstag ließ Clinton über seinen Sprecher Matt McKenna erklären, dass er sich verpflichtet fühlt, Obama zu unterstützen. Der Ex-Präsident werde "tun, was immer er kann, und was immer er ersucht wird zu tun, um sicherzustellen, dass Senator Obama der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird", sagte McKenna weiter.
Obama führt weit vor McCain
Der schwarze Senator aus Illinois liegt nach einer neuen Umfrage komfortable zwölf Punkte vor John McCain, seinem republikanischen Rivalen um das Weiße Haus. Nach einer Umfrage für die "Los Angeles Times" und Bloomberg würden derzeit 49 Prozent der Wähler für Obama stimmen, 37 Prozent für McCain. Dies deutet darauf hin, dass die große Mehrheit der Clinton-Anhänger nun Obama unterstützt.
Clinton schwört Anhänger auf Obama ein
Hillary Clinton hatte ihre Anhänger wiederholt davor gewarnt, nach ihrem Ausscheiden für McCain statt für Obama zu stimmen. "Wenn Euch die Themen wichtig sind, die mir wichtig sind, dann müsst Ihr wirklich mit uns in der Demokratischen Partei bleiben und für Senator Obama als nächsten Präsidenten stimmen", erklärte sie.