Barack Obama fällt bei Spendeneinnahmen zurück, steigt aber in der Wählergunst (Quelle: dpa)Der Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Barack Obama, hat einen deutlichen Einbruch bei seinen Wahlkampfspenden hinnehmen müssen. Trotzdem liegt er momentan bei Umfragen deutlich vor seinem Konkurrenten John McCain.
Den von der nationalen Wahlkommission am Samstag veröffentlichten Zahlen zufolge erhielt Obama im vergangenen Monat von seinen Anhängern rund 14 Millionen Euro an Wahlkampfhilfe. Das waren deutlich weniger als in den Monaten zuvor: Von Januar bis April kam der Senator aus Illinois im Schnitt auf 31 Millionen Dollar pro Monat, also auf gut eine Million Dollar pro Tag.
Trotz des Einbruches im Mai lag Obama aber noch immer vor seinem republikanischen Konkurrenten John McCain. Dieser erhielt der Wahlkommission zufolge im vergangenen Monat 21 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden. Am Donnerstag hatte Obama bekannt gegeben, auf mehr als 80 Millionen Dollar an staatlicher Wahlkampffinanzierung zu verzichten. Dadurch steht es ihm frei, unbegrenzt private Spenden einzusetzen. Damit ist Obama der erste Präsidentschaftskandidat einer der beiden großen Parteien, der die öffentliche Wahlkampffinanzierung seit ihrer Einführung 1976 nicht in Anspruch nimmt. McCain hingegen nimmt die staatlichen Hilfen an, weil sein Spendenaufkommen deutlich geringer ist.
Obama profitiert von Nominierungskampf mit Clinton
Laut einer Umfrage für das Magazin "Newsweek" liegt Obama derzeit in der Gunst der Wähler 15 Prozent vor McCain. Bei der Befragung von eingetragenen Wählern in den gesamten USA sprachen sich 51 Prozent für Obama aus, 36 Prozent gaben McCain ihre Unterstützung. Obama profitiert offensichtlich vom Ende des langwierigen und zähen Nominierungskampfes gegen seine innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton.
Ein Drittel der Bürger hegt rassistische Gefühle
Ein wichtiges Thema in Obamas Wahlkampf sind die Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen. Aber nach einer Umfrage der Zeitung "Washington Post" und ABC News hegt ein Drittel der US-Bürger rassistische Gefühle und fast die Hälfte hält die Beziehungen zwischen den Rassen für "schlecht". Demnach antworteten 30 Prozent der befragten Weißen und 34 Prozent der Schwarzen auf die Frage, ob sie rassistische Vorurteile hegten, mit Ja. Nur die Hälfte der US-Bürger hält zudem die Beziehungen zwischen den Rassen für gut, während sechs von zehn Schwarzen sie als "nicht so gut" oder "schlecht" einstuften. Nur ein Drittel der Bürger glaubt, dass Obamas Kandidatur positive Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Rassen haben wird.