01.02.2012, 21:24 Uhr
Spezialeinheit der Bundespolizei verhaftet 31-jährigen Helfer der Neonazi-Gruppe in Düsseldorf.
Der Fahndungsdruck auf das Unterstützermilieu der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle lässt nicht nach: Eine Spezialeinheit der Bundespolizei verhaftete in Düsseldorf den fünften mutmaßlichen Helfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Der 31-Jährige soll Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord der Terrororganisation geleistet haben. Der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof (BGH) ordnete am späten Mittwochabend Untersuchungshaft an.
Nach Angaben des Sprechers der Bundesanwaltschaft soll der Verhaftete umfassend ausgesagt haben. Den Ermittlungen zufolge war er der Einzige aus dem NSU-Umfeld, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte. In den Jahren 1999 und 2000 soll er im rechtsextremistischen "Thüringer Heimatschutz" aktiv gewesen sein. Bis 2003 unterhielt er Kontakte in rechtsradikale Kreise, wie die Ermittler berichteten.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, stand der Mann nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Außerdem gehörte er dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten an. Die Düsseldorfer Wohnung des Beschuldigten wurde durch Beamte des Bundeskriminalamts und des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen durchsucht.
Zusammen mit Ralf W., der ebenfalls im Visier der Ermittler steht, soll der Beschuldigte der Zwickauer Terrorzelle 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft haben. Den Ermittlungen zufolge hat er Waffe und Munition in Jena gekauft und anschließend an Ralf W. weitergegeben haben, der einen Kurier mit dem Transport zu den NSU-Mitgliedern nach Zwickau betraute.
Er soll "billigend in Kauf genommen haben", dass die Waffe für rechtsextremistisch motivierte Morde verwendet werden könnte. Bislang sei allerdings nicht klar, ob sie tatsächlich für Straftaten der Terrorzelle eingesetzt wurde.
Pikant: Der Festgenommene ist auf einer NRW-Regierungswebsite für engagierte Bürger erwähnt. Unter "Bürgerschaftliches Engagement" ist ein Projekt der Düsseldorfer Aids-Hilfe an Schwulen-Treffpunkten verzeichnet. Als Kontakt ist seine E-Mail-Adresse angegeben. "Die ehrenamtlichen Helfer zeichnen sich durch eine hohe kommunikative Kompetenz aus", heißt es. Herausgeber der Internetseite ist das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.
Mit dem 31-Jährigen sitzen jetzt bereits fünf mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation in Untersuchungshaft. Gegen mehrere weitere wird ermittelt. Zudem sitzt das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe seit dem 13. November 2011 in Haft. Die beiden weiteren mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos waren am 4. November 2011 tot aufgefunden worden.
Die Zwickauer Terrorzelle wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft für neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn verantwortlich gemacht.
Quelle: dapd
BÖRNIE schrieb:
am 1. Februar 2012 um 13:30:02
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Einsatz der GSG 9
erfolgt immer bei gewaltbereiten, bewaffneten Straftätern. Also dann, wenn die
Kugeln fliegen und einfache Kriminalisten
zu Schaden kommen können. Thats it!
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Chess schrieb:
am 1. Februar 2012 um 13:25:53
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(24)
In Düsseldorf
wurden früher auch schon Baader-Meinhoff-Mitglieder bei der Festnahme erschossen. Aber es gibt auch einen seit Jahren
unaufgeklärten Sprengstoffanschlag auf jüdische Russlanddeutsche: Vielleicht bewegt sich da jetzt ja etwas.
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ich schrieb:
am 1. Februar 2012 um 13:03:13
(45)
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NSU-Helfer festgenommen
Wieder einer weniger. Gut so. Keiner kann behaupten, die Polizei tut nichts gegen Rechts. Und als Info zum Thema
untätiger Verfassungsschutz : die Beamten des Verfassungsschutzes per se haben keine polizeilichen Eingriffsbefugnisse !!! Sie dürften Festnahmen lediglich nach dem "Jedermannsrecht" (§127 / I StPO) vornehmen ! Aus der Nazi-Zeit hat man gelernt, nicht jeder deutschen Behörde Vollzugsrechte zu übertragen und den Staat zudem föderal einzuteilen !!!
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