06.07.2010, 18:35 Uhr
Karl-Josef Laumann setzte sich mit zwei Stimmen Vorsprung als CDU-Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen durch (Foto: apn)
Bei der Kampfabstimmung um den Vorsitz der nordrhein-westfälischenCDU-Landtagsfraktion hat sich der bisherige Arbeitsminister Karl-Josef Laumann knapp durchgesetzt. Auf Laumann entfielen 34 Stimmen, teilte der geschäftsführende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nach der Wahl im Düsseldorfer Landtag mit. Laumanns Kontrahent Armin Laschet erhielt 32 Stimmen.
Einer der 67 CDU-Abgeordneten im Landtag enthielt sich der Stimme. Laumann kündigte eine entschiedene Oppositionspolitik gegen die geplante SPD/Grünen-Regierung an, der im Düsseldorfer Landtag ein Sitz zur absoluten Mehrheit fehlt. Die CDU-Fraktion werde "von Anfang an eine Opposition sein, die der Landesregierung Paroli bietet". Dabei würden die bei der Landtagswahl am 9. Mai abgewählten Christdemokraten auf "Attacke" setzen, aber auch Alternativen aufzeigen.
Die Wahl gilt als richtungsweisend für den weiteren Kurs der CDU im bevölkerungsreichsten Bundesland. Laumann ist Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), des Arbeitnehmerflügels in der Union, und wird gerne als "soziales Gewissen" der CDU bezeichnet.
Er gilt eher als Bewahrer des Erbes von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hat. Der bisherige Fraktionschef Helmut Stahl war aus Altersgründen nicht mehr bei der Landtagswahl am 9. Mai angetreten.
Die Wahl des Fraktionsvorsitzenden ist der erste wichtige Schritt bei der personellen Neuaufstellung der Union an Rhein und Ruhr. Die Ära Rüttgers war im Mai nach fünf Jahren als Ministerpräsident zu Ende gegangen. Der Posten des Fraktionsvorsitzenden ist einer der wenigen, der auch in der Oppositionszeit seinem Inhaber noch Möglichkeiten zur politischen Profilierung bietet. Die Wahl dürfte damit auch eine Vorentscheidung über den künftigen Kurs der Union in Nordrhein-Westfalen sein.
Im Unterschied zu Laumann, der auch die klassische, konservative Unionsklientel ansprechen soll, repräsentiert der unterlegene Laschet eher eine liberale, moderne und großstädtische CDU. Laschet sagte nach seiner Niederlage gegen Laumann: "Ich freue mich nicht über das Ergebnis, aber darüber, dass wir einen guten Fraktionsvorsitzenden haben."
Quelle: AFP , dapd
Sailor schrieb:
am 6. Juli 2010 um 15:39:03
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"!"
Schade, hier hat die CDU eindeutig den Neuanfang verpasst.
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