Nordkorea schielt nach dem Westen: Die Atomgespräche sollen wiederaufgenommen werden (Foto: Reuters) Im Streit um sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea baldige Gespräche mit den USA über einen Friedensvertrag vorgeschlagen. Zugleich forderte das Außenministerium in Pjöngjang die Aufhebung von UN-Sanktionen, bevor die abgebrochenen Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms wieder beginnen könnten.
Die Friedensgespräche könnten auch im Rahmen der Sechser-Verhandlungen oder außerhalb dieser Runde stattfinden, heißt es aus Pjöngjang. Unterdessen machte der US-Sondergesandte für Menschenrechtsfragen in Nordkorea, Robert King, eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang von Fortschritten bei den Menschenrechten in dem kommunistischen Land abhängig.
Rückkehr zu Atomverhandlungen
Nordkorea dringt nach Ansicht von Beobachtern auf Friedensgespräche, um möglichst ohne Gesichtsverlust zu den Atomverhandlungen zurückkehren zu können. Nach dem Ausstieg aus den Sechser-Gesprächen im vergangenen April hatte Nordkorea eine Wiederaufnahme noch kategorisch ausgeschlossen. Einen Monat später hatte Nordkorea einen zweiten Atomtest unternommen, auf den der UN-Sicherheitsrat mit einer Verschärfung von Sanktionen gegen das Land reagierte. Zuletzt hatte sich Pjöngjang aber wieder zu Atomverhandlungen bereit gezeigt.
Friedensvertrag in diesem Jahr?
"Der Abschluss eines Friedensvertrags würde helfen, die feindseligen Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA zu beenden und positiv die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel in einem raschen Tempo befördern", hieß es in einer von den staatlichen nordkoreanischen Medien veröffentlichten Erklärung. Nordkorea schlage deshalb den Parteien des Waffenstillstandsabkommens von 1953 höflich den frühen Beginn von Friedensgesprächen vor. Ein Friedensvertrag solle in diesem Jahr unterzeichnet werden.
Immer noch im Kriegszustand
Nordkorea strebt seit langem einen Friedenspakt an, der den Korea-Krieg, den die USA von 1950 bis 1953 gegen das Land führten, auch formal beenden würde. Südkorea wurde im Krieg von UN-Truppen unter Führung der USA unterstützt. Nordkorea standen damals chinesische Verbände bei. Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand. Bereits 2005 hatten sich die Teilnehmer der Sechser-Gespräche (Nord- und Südkorea, USA, China, Russland und Japan) darauf geeinigt, in einem getrennten Forum über ein dauerhaftes Friedenssystem für die Halbinsel zu reden.
Streitpunkt Menschenrechte
Nordkorea sei einer der "schlimmsten Orte, was das Fehlen von Menschenrechten angeht", sagte der US-Gesandte King in Seoul. "Die Situation ist erschreckend." Bessere Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea setzten einen größeren Respekt der Menschenrechte durch Nordkorea voraus. Die USA haben dem Regime wiederholt schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter Folter, Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren und Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen.