09.04.2011, 19:51 Uhr
Ein bewaffneter Mann hat in einem Einkaufszentrum in den Niederlanden das Feuer eröffnet und sechs Menschen getötet. Elf weitere seien teils schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der Täter habe sich anschließend selbst erschossen, sagte ein Sprecher der betroffenen Gemeinde Alphen aan den Rijn.
Mehrere Verwundeten schweben noch in Lebensgefahr, berichtete Bürgermeister Bas Eenhoorn. Das Motiv des Amokläufers sei unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen."
Nach Berichten von Augenzeugen stürmte der mit einem Maschinengewehr bewaffnete Täter gegen Mittag in das Einkaufszentrum De Ridderhof in der rund 40 Kilometer südlich von Amsterdam liegenden Gemeinde. "Er schoss wild um sich, wir rannten um unser Leben", sagte ein Frau. "Es brach eine Riesenpanik aus, die Leute stürzten übereinander."
Der Schütze wurde beschrieben als 20 bis 25 Jahre alter Mann. Er soll eine Lederjacke und eine Hose in Tarnfarben getragen haben.
In der Nähe von Amsterdam tötet ein Angreifer mehrere Menschen und danach sich selbst. zum Video
Ein Anwohner sagte, es sei mehrere Minuten lang geschossen worden. Als er in das Einkaufszentrum ging, um zu sehen, ob dort arbeitende Freunde unversehrt seien, habe er den Täter tot vor einem Lebensmittelgeschäft liegen sehen, sagte er. "Überall lag Glas. Er hat um sich geschossen, als wäre das der Wilde Westen", sagte der Anwohner.
Die Identität des Täters sei rasch ermittelt worden, sagte die zuständige Staatsanwältin Kitty Nooy. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wolle man zunächst nicht mehr sagen, als dass es sich um einen einheimischen Niederländer handele. Die Wohnung des jungen Mannes sei auch wegen Gerüchten über eine angebliche Hortung von Sprengstoff und Waffen durchsucht worden, bestätigte die Staatsanwältin auf Nachfrage. Ob die Polizei dabei fündig wurde, wollte sie nicht sagen. Offenbar war der Mann bereits vorbestraft.
Erst vor knapp einem Monat hatte es in der bis dahin als völlig friedlich geltenden Gemeinde eine Schießerei mit zwei Toten gegeben, berichtete Eenhoorn. "Dies ist ein schwerer Schock für uns alle." Inzwischen sei aber klar, dass "absolut kein Zusammenhang" mit dem Amoklauf bestehe, sagte der Bürgermeister.
Für Zeugen der Bluttat und Angehörige der Opfer wurde in einer naheliegenden Kirche ein Betreuungszentrum eingerichtet, sagte Eenhoorn. "Unser Mitgefühl gilt allen Verletzten und den Angehörigen der Opfer dieses unbegreiflichen Geschehens an einem Tag, der so herrlich sonnig begann."
Königin Beatrix sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Das Drama in der Gemeinde Alphen aan den Rijn habe ihr großen Kummer bereitet, erklärte die 73-jährige Monarchin nur wenige Stunden nach der Bluttat. Die Königin sei "sprachlos angesichts des enormen Leids, das so vielen Menschen zugefügt wurde", erklärte ein Hofsprecher.
Quelle: dapd , dpa , AFP
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