15.12.2011, 14:47 Uhr | Von Maria Cheng und Toby Sterling, AP
Die Niederlande machen einen Rückzieher beim Nichtraucher-Schutz (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
In kaum einem anderen Land leben Zigarettenraucher wohl bald so unbehelligt wie in den Niederlanden. Während die Regierung ihre liberale Politik im Umgang mit Haschisch oder Marihuana überdenkt, nimmt sie gegenüber dem Tabakkonsum eine zunehmend lockere Haltung ein - und schwimmt damit gegen den weltweit vorherrschenden Trend.
Die Entwicklung nahm schon im vergangenen Jahr ihren Anfang, als einige Kneipen vom Rauchverbot ausgenommen wurden. Nun hat die Regierung neue Pläne präsentiert: Künftig soll weniger Geld für Anti-Raucher-Werbekampagnen fließen. Spezielle Gesundheitsprogramme zur Suchtentwöhnung von Nikotinabhängigen sollen sich künftig gänzlich in Rauch auflösen.
"Diese Rückschritte macht kein anderes Land", erklärte der Direktor des Nationalen Kontrollzentrums für den Tabakkonsum, das nun 2013 geschlossen werden soll. "Was hier passiert, beschämt mich."
Auf einer Pressekonferenz übten kürzlich etliche niederländische Politiker und Experten scharfe Kritik an der Kehrtwende in Sachen Tabakkontrolle. Gesundheitsministerin Edith Schippers treffe die falsche Entscheidung, erklärte die Oppositionspolitikerin Renske Leijten von den Sozialdemokraten. "Man kann sich durchaus fragen, ob sie Ministerin für Gesundheit oder Ministerin der Tabakindustrie ist", erklärte sie.
Die Gesundheitsministerin hielt dagegen. Sie glaube an die Entscheidungsfreiheit der Raucher, erklärte Schippers. Die Regierung sei "zu weit dabei gegangen, in diesem Bereich Regeln aufzustellen."
Die Niederlande wollten nun "einen andere Art der Prävention" verfolgen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Inge Freriksen. Dabei solle es in erster Linie darum gehen, Kinder über die Gefahren des Rauchens aufzuklären.
Einige Experten deuten allerdings andere Gründe für die neue Haltung an. Demnach könnten mögliche zweifelhafte Verbindungen zwischen der niederländischen Regierung und der heimischen Tabakindustrie eine Rolle gespielt haben. Die Niederlande haben europaweit die größte Tabakindustrie, in dem Land hat der Tabakwarenhersteller Philip Morris seine weltweit größte Niederlassung.
Jüngst erklärte etwa der Tabak-Lobbyist Alexander van Voorst Vader in einer im niederländischen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation, Schippers in ihrer Zeit als Abgeordnete gekannt zu haben. Sie hätten zahlreiche Diskussionen geführt. Gegenüber den Standpunkten der Industrie sei sie sehr offen gewesen, erklärte van Voorst.
Dabei hat sie Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2005 jegliche Kommunikationswege verboten, mit denen die Tabakindustrie politische Entscheidungen beeinflussen könnte. Der Haken: Wie bei den meisten internationalen Abkommen sieht es für zuwiderhandelnde Länder keine effektiven Strafmaßnahmen vor.
In den Niederlanden rauchen rund 27 Prozent der Bevölkerung. Die Lungenkrebsrate in dem Land liegt nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) über dem westeuropäischen Durchschnitt. Niederländische Forscher sind alarmiert: Anfang des Jahres rechneten sie vor, dass in Holland rund eine Millionen Menschen bis 2040 vorzeitig an tabakbedingten Krankheiten sterben werden, wenn es keine strengeren Anti-Raucher-Kampagnen gibt.
Quelle: dapd
Nichtraucher schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:17:22
(41)
(20)
Nichtraucherschutz in "Holland"
Wie schon Dr. Marlboro seinerzeit feststellte: "Rauchen ist total gesund."
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Jens schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:03:09
(55)
(99)
Nichtraucherschutz
Das Geld der Tabak-Lobby wird's schon richten, erst in Holland, dann auch im Rest von Europa... Ich bin wirklich froh,
dass wir jetzt in Deutschland endlich ein Rauchverbot haben, so dass schwangere Frauen und Kinder nicht in jedem Speiserestaurant und in jedem Rathaus ständig von paffenden Rauchern angepestet werden - die jetzt groß Toleranz für sich einfordern, aber jahrzehntelang anderen gegenüber nur intolerant und rücksichtslos waren... und die nichts anderes sind als Süchtige!
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Judith schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:00:09
(154)
(23)
Rauchen
Bei uns wird viel zu viel reglementiert, man fühlt sich bald wie im Knast! Ich bin Raucher und habe überhaupt kein Problem,
draußen zu rauchen-das mache ich schliesslich zu ´Hause auch. Kippen werfe ich nicht in die Botanik, ich suche den nächsten Ascher oder nehme die Stummel mit nach Hause. Und ich nehme Rücksicht! Aber manch Nichtraucher gucken sogar schief, wenn sie an einem Raucher vorbeigehen, der gerade vor der Kneipe pafft. Berufsnörgler...
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