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Katholische Kirche exkommuniziert Mutter und Ärzte
06.03.2009, 19:32 Uhr
In Brasilien schlägt der Schwangerschaftsabbruch bei einem vergewaltigtem Kind hohe Wellen. Die katholische Kirche hatte die Mutter des neunjährigen Mädchens exkommuniziert, nachdem es durch Vergewaltigung schwanger geworden war und abgetrieben hatte. Auch die Ärzte wurden aus der Kirche ausgeschlossen. Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva rügte jetzt das Vorgehen der Kirche.
Als Katholik bedauere er zutiefst die Haltung des Bischofs, sagte Da Silva. Die Ärzte hätten das Leben des Mädchens durch den Schwangerschaftsabbruch gerettet. Gesundheitsminister José Gomes Temporao reagierte empört: Er sei schockiert über das, was dem Mädchen geschehen ist und geschockt über die Position des Erzbischofs.
Erzbischof: Kirche muss sich treu bleiben
"Das Gesetz Gottes steht über allen menschlichen Gesetzen", hatte Erzbischof José Cardoso Sobrinho in einem Interview mit dem Fernsehsender Globo erklärt. Trotz der Natur des Falls müsse die Kirche an ihrer Ablehnung des Schwangerschaftsabbruchs festhalten.
Vom Stiefvater missbraucht
Das Kind war vermutlich von seinem Stiefvater vergewaltigt worden. Außerdem stellte die Schwangerschaft nach Ansicht der Ärzte ein ernstes Risiko für das 36 Kilogramm schwere Mädchen dar. Die Abtreibung wurde in der 15. Schwangerschaftswoche in einer Universitätsklinik vorgenommen.
Kritik von der Regierung
Präsident Silva erklärte, als Katholik bedauere er zutiefst die Haltung des Bischofs. Die Ärzte hätten das Leben des Mädchens durch den Schwangerschaftsabbruch gerettet. Gesundheitsminister José Gomes Temporao reagierte empört: Er sei schockiert über das, was dem Mädchen geschehen ist und geschockt über die Position des Erzbischofs.
Abtreibungen in diesem Fall legal
Abtreibungen sind in Brasilien illegal. Ausnahmen sind jedoch möglich, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, das Kind keine Überlebenschance hat oder die Mutter Opfer einer Vergewaltigung war und die Schwangerschaft noch nicht die 20. Woche überschritten hat. Der Stiefvater des Mädchen sitzt seit vergangener Woche unter dem Verdacht der Vergewaltigung in Haft.
Elfjährige im siebten Monat schwanger
Im Süden Brasiliens wurde unterdessen ein ähnlicher Fall bekannt. Ein elf Jahre altes Mädchen sei nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch seinen Stiefvater im siebten Monat schwanger, berichtete die Zeitung "O Globo". Das Kind liege in einem Krankenhaus für Hochrisikoschwangerschaften. Der Stiefvater sitze im Gefängnis.
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Quelle: dapd