09.07.2011, 15:05 Uhr
Südsudan feiert sich als jüngsten Staat der Welt Mit großem Feuerwerk leitet das Land seine Unabhängigkeit ein.
Im Südsudan ist der Tag der Staatsgründung mit einem Feuerwerk in der Hauptstadt Juba begrüßt worden. Zahlreiche Menschen fuhren um Mitternacht mit ihren Autos hupend durch die Straßen und schwenkten Fahnen.
An den offiziellen Feierlichkeiten zur Staatsgründung im Laufe des Tages nehmen zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt sowie andere Ehrengäste wie unter anderem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teil. Auch Deutschland erkennt die Republik Südsudan völkerrechtlich an.
Die Menschen des bisher südlichen Landesteils des Sudans hatten sich nach jahrzehntelangen Kämpfen zwischen südlichen Milizen und regierungstreuen Truppen aus Khartum bei einer Volksabstimmung Ende Januar für eine Abspaltung vom Norden ausgesprochen. Der Norden erkannte zwar als eines der ersten Länder die Unabhängigkeit des Südens bereits an. Zwischen beiden Seiten gibt es allerdings weiterhin ungeklärte Fragen, beispielsweise zum Status umstrittener Grenzregionen.
Die Welthungerhilfe warnt vor einem Bürgerkrieg im Südsudan, der an diesem Samstag seine Unabhängigkeit vom Norden des Landes vollzieht und dann der jüngste Staat der Erde ist. "Anzunehmen, dass die Trennung des Sudans ohne Konflikte abläuft, wäre höchst leichtfertig", sagte die Präsidentin des Hilfswerks, Bärbel Dieckmann, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Die Abstimmung für die Unabhängigkeit sei zwar richtig gewesen, weil ein Konsens für einen einheitlichen Sudan nicht möglich gewesen sei. "Aber richtig ist, dass es im Moment kriegerische Auseinandersetzungen im Grenzgebiet gibt", sagte Dieckmann.
Die Lage im Südsudan sei sehr angespannt, viele Menschen hungerten. Die Welthungerhilfe schätze, dass 40 Prozent der Kinder im Südsudan unterernährt sind. Deutschland, das derzeit den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat innehat, müsse sich dafür einsetzen, "dass die gegenseitigen Angriffe aufhören". Viel hänge davon ab, langfristige Hilfe beim Aufbau des neuen Staates zu leisten.
Die USA haben den Südsudan formell als Staat anerkannt. "Der heutige Tag ist eine Erinnerung daran, dass nach der Dunkelheit des Krieges das Licht eines neuen Morgens möglich ist", erklärte US-Präsident Barack Obama am Samstag. Nach dem langen Kampf der Menschen im Südsudan "begrüßen die Vereinigten Staaten die Geburt eines neuen Staates".
Er sei überzeugt, dass der "Bund der Freundschaft" zwischen den USA und dem Südsudan sich in den kommenden Jahren weiter vertiefen werde, sagte der Präsident.
Quelle: AFP , dapd
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