16.08.2010, 09:11 Uhr
Bakterienwachstum in einer Petrischale (Archivfoto: imago)
Die neue Superbakterie breitet sich immer weiter aus: In Südostasien, Großbritannien, den USA und nun auch in Deutschland haben Forscher die Bakterien mit einem neuen Resistenz-Gen entdeckt. In Belgien ist sogar schon ein Mensch daran gestorben. Fast kein Antibiotikum kann den mutierten Bakterien etwas anhaben, die ein Gen für den Keim NDM-1 enthalten.
"Auch in Deutschland haben wir erste, bisher einzelne Nachweise für NDM-1 bildende Bakterien", berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Es verweist jedoch darauf, dass es im begrenzten Umfang noch wirksame Medikamente wie die Antibiotika Tigezyklin und Colistin gibt.
Das RKI sieht Deutschland gewappnet: Es verweist auf sein Frühwarnsystem ARS, das neuartige Antibiotikaresistenzen erfasse. Die weitere Verbreitung solcher Erreger könne dann durch gezielte Hygiene in den Kliniken und eine abgestimmte Antibiotikatherapie "wirksam begrenzt und verhindert werden".
Eine solche Vorsorge sei auch nötig, denn die Entwicklung neuer Antibiotika gegen die nun aufgetretenen Bakterien werde mindestens zehn Jahre dauern, schreibt die Europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ESCMID).
Zumindest in Großbritannien wurden die mutierten Erreger vermutlich von Medizintouristen eingeschleppt, die sich in Indien und Pakistan aus medizinischen oder rein kosmetischen Gründen operieren ließen. In Asien scheinen sie weiter verbreitet zu sein.
NDM-1 steht für Neu-Delhi-Metallo-Beta-Laktamase. Sie kann sogar Antibiotika knacken, die bisher oft als letzte Rettung galten. Das Gen dafür wurde bisher bei zwei verschiedenen Bakterienstämmen ausfindig gemacht. Die Bakterien mit dem neuen Gen sind resistent gegen Carbapeneme, das sind Reserveantibiotika, die nur bei schweren, sonst unbehandelbaren Infektionen eingesetzt werden.
Ein internationales Team um Karthikeyan Kumarasamy von der Universität von Madras in Indien hat bei Patienten mehrerer Kliniken nach dem Keim geforscht. Die Wissenschaftler berichten von 37 betroffenen Patienten in Großbritannien und insgesamt rund 140 Patienten in Bangladesch, Indien und Pakistan. Sie präsentieren die Studie im aktuellen Journal "The Lancet Infectious Diseases".
Johann Pitout von der University of Calgary in Kanada forderte, alle Menschen, die von einer Operation aus Indien zurückkehren, vor einer weiteren Behandlung auf multiresistente Erreger untersuchen zu lassen. Wenn diese aufkommende Gefahr ignoriert werde, könnten die Kosten für die Gesundheitssysteme drastisch steigen, schreibt er in einem "Lancet"-Kommentar.
Das indische Gesundheitsministerium hingegen wehrt sich gegen den Vorwurf, dass eine Behandlung in dem Land nicht sicher wäre. Eine Mutation von Bakterien sei nichts Ungewöhnliches. "In jedem Moment gibt es vermutlich Milliarden solcher Ereignisse", zitiert der US-Nachrichtensender CNN eine Stellungnahme des Ministeriums. Solche Organismen würden sich durch Reisen weltweit verbreiten. Deshalb zu sagen, Indien sei kein sicherer Ort für Reisen und medizinische Behandlung, wäre falsch, erklärt das Ministerium. Zudem sei der Name "Neu Delhi" im Zusammenhang mit dem Gen unglücklich gewählt. Das "ND" in NDM-1 steht für Neu Delhi
Quelle: dpa
strohfeuer schrieb:
am 15. August 2010 um 16:20:17
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schon wieder!!
Schon wieder ein neues Virus. Aus welchem Geheimlabor ist das wohl entsprungen?
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Trojan schrieb:
am 15. August 2010 um 16:16:12
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@ Otti
Genauso ist es richtig !
Unsere Kinder sind regelmäßig dreckig, spielen im Wald und essen so machches Kraut was Sie auf der Wiese
finden.(Meine kleinen Töchter stehen im Moment sehr auf Sauerampfer und Gänseblümchen :-) )
Auch haben wir unsere Wohnung nie bewust extra clean gehalten.
Unsere Kinder sind robust haben starke Abwehrkräfte und Antikörper.
Der Kinderarzt freut sich immer wenn wir mal zu den vorgeschriebenen Untersuchungen kommen mit den Worten" Jetzt kommen die gesunden Landkinder"
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Stefan schrieb:
am 15. August 2010 um 16:14:56
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NDM-1
Ich habs ja sinngemäß schon mal geschrieben: Die Gefahr sich mit sowas anzustecken besteht jetzt nicht für Außenstehende sondern in
Krankenhäusern wo man dem Zeug ab einer gewissen Stufe nicht mehr Herr wird. Aber auch da ist sie nur gering. Das Zeug mit dem ich mich vor 3 Jahren infiziert hab ist "in freier Wildbahn" kein Problem. Wenn ja, hätte man mich gar nicht entlassen oder ich müßte mich ewig vermummen. Denn Beta-Laktamasen wird man nie mehr los, jedenfalls niht den Typ den ich in mir hab
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