17.02.2011, 17:33 Uhr
Auch unter den Bergen in Ostsibirien sind die Böden gefroren - noch (Foto: dpa)
Die globale Erwärmung wird einer neuen Studie zufolge ein bis zwei Drittel der weltweiten Dauerfrostböden bis 2200 auftauen. Dadurch müsse die Atmosphäre voraussichtlich etwa 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form klimaschädlicher Treibhausgase zusätzlich verkraften, warnen Forscher des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC an der Universität von Colorado. Die gegenwärtig angestrebten Klimaschutzziele seien daher vermutlich viel zu niedrig.
In den sogenannten Permafrostböden, die zum Beispiel in Kanada und Russland vorkommen, lagern seit der letzten Eiszeit große Mengen an gefrorenen Pflanzenresten. Tauen sie, fangen sie an zu verrotten und setzen Treibhausgase frei - besonders das stark klimaschädliche Methan (CH4), aber auch Kohlendioxid (CO2).
"Die Menge an freigesetztem Kohlenstoff entspricht der Hälfte des Kohlenstoffs, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters freigesetzt worden ist", erläuterte NSIDC-Forscher Kevin Schaefer. Das sei rund ein Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde. Diese zusätzlichen Emissionen müssten bei der Definition von Klimaschutzzielen eingerechnet werden. "Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen", sagte Schaefer.
Für ihre Studie erstellten die Forscher ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den Klimabedingungen, die gängigen Annahmen zufolge im Jahr 2200 herrschen werden. Dabei gingen sie von einer Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius aus.
Unterdessen hat die Wirtschaftskrise in den USA den Treibhausgasausstoß im Jahr 2009 auf den niedrigsten Wert seit 1995 gesenkt, wie die US-Umweltbehörde EPA berichtete. Die Emissionen sanken demnach um sechs Prozent im Vergleich zu 2008, lagen damit aber noch um 7,4 Prozent über der Menge von 1990. Das Jahr 1990 wird in der Regel als Basisjahr bei der Aufstellung von Klimaschutzzielen genommen.
Quelle: dpa
Planer schrieb:
am 17. Februar 2011 um 20:13:51
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Permafrost 2200
Ich halte es nicht nur für angemessen, sondern auch für angebracht, für 200 Jahre im Voraus Prognosen aufzustellen. Dabei
soll man aber auch die zurückliegenden 200 Jahre mit ihren gesellschaftlichen und technischen Veränderungen im Auge behalten. Ich bin mir sicher, dass unsere Ur-, Urur- und Urururenkel die Sache bis dahin in den Griff bekommen. Wenn nicht unsere, könnten es ja auch die der Chinesen sein. CO² - Minderung ist ja nicht nur durch Krisen möglich.
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rui schrieb:
am 17. Februar 2011 um 18:27:26
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Permafrost, Klimaerwärmung und Umweltdiskussion
Die Erde ist seit jahrmillionen ständiger Veränderung ausgesetzt. Wir Menschen haben in
den letzten hundert Jahren einiges dazu beitgetragen...daß wir eine Verantwortung gegenüber nachffolgenden Generationen haben steht außer Frage. Grenzenloses Wachstum basierend auf einer kapitalistischen Weltanschauung ist auf einer begrenzten Erde verantwortungslos. Vor der Gefahr einer Ökodiktatur sei dennoch gewarnt, Ideologische Mißbrauch im Namen Gottes oder der Umwelt ist aktuell!!!
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Peter schrieb:
am 17. Februar 2011 um 17:34:22
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... aber auch anderen Permafrost anschauen
Die Modellierung wird sicherlich gut fundiert sein. Zu bedenken: Es gibt Permafrost, der die
vergangene_Warmzeit_ (ca. +3 Grad, ca. 125 000 Jahre) "ueberlebt" hat; das Zitat muesste man finden koennen. Somit: Leben wir "natuerlich" in einem Interglazial: kein Grund zur Sorge; dann ist bei +3 Grad Schluss. Leben wir seit 11600 Jahren (sog. "Holozaen") nicht mehr in einem Interglazia: kann es vielleicht "heftig" werden.
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