Obdachlose stehen in einem Flüchtlingslager nahe L'Aquila (Foto: Reuters)
Stärkere Nachbeben haben am Donnerstagmorgen die Bewohner Mittelitaliens erneut in Angst und Schrecken versetzt. Ein Beben kurz nach Mitternacht wurde mit einer Stärke von 5,2 gemessen, berichteten die italienischen Medien. Es sei noch in Rom zu spüren gewesen.
Das verheerende Beben, das die Region in den Abruzzen rund um die Stadt L'Aquila am Montagmorgen erschüttert hatte, hatte eine Stärke von 5,8 erreicht. Seit Montag wurden mehrere hundert Nachbeben registriert.
Die Rettungskräfte bargen in der Nacht auf Donnerstag zwei weitere Todesopfer. Sie lagen unter den Trümmern eines Studentenheims begraben, das am Montag wie ein Kartenhaus eingestürzt war, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete. Damit stieg die Zahl der Toten auf mindestens 274, unter ihnen 16 Kinder. Knapp 50 Menschen gelten noch als vermisst. Die Hoffnung, Überlebende des Bebens zu bergen, schwanden von Stunde zu Stunde. Nachbeben erschwerten die Rettungsarbeiten.
179 Menschen schwer verletzt
Insgesamt wurden fast 1200 Menschen verletzt, 179 von ihnen schwer. Beinahe 18.000 Menschen verbrachten die Nacht bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt in Zelten, 3000 fanden vorübergehend Obdach in Hotels oder anderen Unterkünften.
Massenbegräbnis am Freitag geplant
Die ersten beiden Toten wurden am Mittwoch beerdigt. Für Karfreitag, der zum nationalen Trauertag ausgerufen wurde, ist ein staatliches Massenbegräbnis vorgesehen. Die Messe soll der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zelebrieren. Papst Benedikt XVI. will sich nach Ostern in das Katastrophengebiet begeben.
Madonna spendet für Heimatdorf der Großeltern
Die Popdiva Madonna spendete nach Angaben ihrer Sprecherin der vom Erdbeben zerstörten Ortschaft Pacentro, aus dem ihre Großeltern väterlicherseits stammen, eine beträchtliche Summe. Das Magazin "People" sprach von 500.000 Dollar (377.000 Euro). Die italienische Regierung rechnet mit Gesamtkosten von mindestens drei Milliarden Euro für den Wiederaufbau der Region.