03.09.2010, 00:19 Uhr
Historischer Kompromiss? Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (links) und der israelische Präsident Benjamin Netanjahu schauen sich tief in die Augen (Foto: dpa)
Nach zweijährigem Stillstand nehmen Israelis und Palästinenser heute in Washington wieder direkte Friedensgespräche auf. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu weckte bereits im Vorfeld mit versöhnlichen Tönen leise Hoffnungen auf eine Annäherung. Er sei zu einem "historischen Kompromiss" bereit, sagte er. Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief zu einem Ende der Gewalt auf, nachdem im Westjordanland erneut auf Israelis geschossen wurde.
"Präsident Abbas, Sie sind mein Friedenspartner", sagte Netanjahu während einer Rede im Weißen Haus. Ziel der direkten Verhandlungen sei nicht nur eine "vorübergehende Atempause", sondern ein "verlässlicher und dauerhafter Frieden" zwischen Israelis und Palästinensern. "Ich bin heute hier, um einen historischen Kompromiss zu finden, der beiden Völkern ermöglicht, in Frieden, Sicherheit und Würde zu leben", ergänzte Netanjahu.
Netanjahu war zuvor mit US-Präsident Barack Obama zusammengetroffen. Dieser hatte zu Einzelgesprächen auch Abbas sowie Ägyptens Präsidenten Husni Mubarak und den jordanischen König Abdullah II. empfangen. Vor einem gemeinsamen Abendessen machten die Staats- und Regierungschefs vor der Presse ihre Standpunkte deutlich. Netanjahu und Abbas reichten sich dabei die Hände und lächelten einander an.
Palästinenserpräsident Abbas verurteilte den erneuten Angriff auf Israelis im Westjordanland. "Wir wollen nicht, dass Blut vergossen wird", sagte er an Netanjahu gewandt. Der israelische Regierungschef sagte: "Ich werde nicht zulassen, dass Terroristen unseren Weg zum Frieden blockieren." Allerdings zeigten die Vorfälle im Westjordanland, dass ein Frieden im Nahen Osten nur auf Sicherheitsgarantien fußen könne.
Im Westjordanland waren am Dienstag vier jüdische Siedler, darunter eine schwangere Frau, erschossen worden. Bei einem ähnlichen Vorfall wurden am Mittwochabend zwei Israelis verletzt. Zu beiden Taten bekannte sich der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, die Essedin-el-Kassam-Brigaden. Die Hamas gilt als erbitterter Gegner von Friedensgesprächen mit Israel.
US-Präsident Obama forderte Israelis und Palästinenser auf, die Chance auf einen Frieden nicht verstreichen zu lassen. Beide Seiten müssten sich den Friedensgesprächen ernsthaft verpflichten, ansonsten "wird der langanhaltende Konflikt weiterschwelen und eine weitere Generation aufzehren", ergänzte Obama. Er sei "vorsichtig optimistisch". Allerdings würden "Jahre des Misstrauens nicht über Nacht verschwinden".
Als Ziel der Friedensgespräche gab der US-Präsident eine Zwei-Staaten-Lösung aus. Am Ende der Verhandlungen müsse es einen "unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen Palästinenserstaat" geben, "der in Frieden und Sicherheit Seite an Seite mit einem jüdischen Staat Israel und seinen anderen Nachbarn" existiere.
Die Erwartungen an die Wiederaufnahme des Dialogs sind angesichts der tiefgreifenden Differenzen gedämpft. Trotz Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten bleibt vor allem die Siedlungsfrage Streitpunkt. Abbas unterstrich in Washington seine Forderung nach einem vollständigen Siedlungsstopp, was Israel ablehnt.
Die direkten Friedensverhandlungen zwischen beiden Seiten liegen seit 20 Monaten auf Eis. Sie sollen am Donnerstag im State Department wieder in Gang kommen. Außenministerin Hillary Clinton empfängt ab 16 Uhr MESZ Abbas und Netanjahu. Das Treffen soll das erste in einer Serie von Spitzenbegegnungen sein, die nach dem Willen der USA binnen eines Jahres zu einer Friedensvereinbarung führen sollen.
Quelle: AFP
wolleur schrieb:
am 3. September 2010 um 16:12:31
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histor. Kompromiss
Ein Netanjahu ist nicht an einer friedlichen Regelung des Nahostproblems interessiert. Viele Verhandlungen mit
Zusicherungen hat er gemacht, nichts wurde eingehalten, für mich ein reaktionärer Lügner und Täuscher. Ohne einen separaten Staat der Palästinenser wird es keinen Frieden in der Region geben, das verhindert Netanjahu permanent. Er sollte eigentlich wissen, auf welchem Gebiet die Israelis nach dem 2.WK stehen! Seit Jahrzehnten sind alle Friedensbemühungen gescheitert, leider!
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