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Neonazi-Terror: Beate Zschäpe will angeblich auspacken

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Neonazi-Terror: Beate Zschäpe will angeblich auspacken

17.11.2011, 08:03 Uhr

Nazi-Terror: Welche Rolle spielte Beate Zschäpe?

Nazi-Terror: Welche Rolle spielte Beate Zschäpe?

Die Ermittlungen in der bundesweiten Neonazi-Mordserie stehen einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise vor einem Durchbruch. Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" will die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe am Mittwoch eine umfassende Aussage machen. "Sie will auspacken und berät sich deshalb mit ihrem Anwalt", zitiert das Blatt einen Beamten aus Ermittlerkreisen.

Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hatte am Wochenende Haftbefehl gegen die 36-Jährige wegen dringenden Verdachts der Gründung und Mitgliedschaft in der Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) erhoben, die für mindestens zehn Morde verantwortlich sein soll. Ob Zschäpe bei einer Aussage in den Genuss einer Kronzeugenregelung kommt und deshalb mit einer milderen Strafe rechnen kann, ist unklar.

"Sah nicht aus wie eine Nazi-Braut"

Zschäpe ist die Schlüsselfigur im spektakulären Kriminalfall um die Neonazi-Terrorgruppe. Sie wird als eher unauffälliges, nettes Mädel von nebenan beschrieben. Die 36-Jährige ist gelernte Gärtnerin, wuchs allein mit ihrer Mutter auf. Ein ehemaliger Sozialarbeiter erinnert sich, dass Zschäpe immer wieder im Supermarkt klaute - Dinge, die sie eigentlich nicht brauchte.

Hinter der harmlosen Fassade sei sie äußert gewaltbereit gewesen, sagt die Thüringer Linke-Abgeordneten Katharina König aus Jena. "Sie sah überhaupt nicht wie eine Nazi-Braut aus" - die wilde Lockenfrisur untypisch, keine rechten Symbole, sie trug nicht die damals übliche "Neonazi-Uniform". "Trotzdem war sie nicht diejenige, die sich zurückgehalten hat, wenn es zur Sache ging", sagt König - eine ihrer Freundinnen sei auf dem Weihnachtsmarkt von Zschäpe zusammengeschlagen worden.

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Weiterer mutmaßlicher Helfer im Visier

Unterdessen geht die Suche nach weiteren Hinterleuten der Terrorgruppe weiter: Nach einem Medienbericht hatte die NSU auch in Sachsen einen Unterstützer. Das ARD-Magazin "Fakt" berichtet, dass der in Johanngeorgenstadt lebende Neonazi Matthias D. die Wohnung in Zwickau angemietet habe, in der die Verdächtige Beate Zschäpe von Frühjahr 2001 bis Sommer 2008 unter falschem Namen gelebt hat.

Zudem sei der 34-Jährige nach Angaben des Vermieters auch alleiniger Mieter jener Wohnung gewesen, in der Zschäpe mit ihren Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zuletzt Unterschlupf fand. Nach Recherchen von "Fakt" ging die Miete von einem Konto ab, das auf den Namen von Matthias D. geführt wurde. Ein ehemaliger Schulkamerad habe berichtet, dass Matthias D. schon seit Jahren ein überzeugter Neonazi sei.

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"Wir ermitteln in sämtliche Richtungen"

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte nicht sagen, ob der Mann im Visier der Ermittler ist. "Wir ermitteln intensiv in sämtliche Richtungen", hieß es. An Spekulationen beteilige man sich nicht. Auch zu möglichen Verbindungen der Neonazi-Terrorzelle zur NPD äußerte sich die Behörde nicht. "Unsere Ermittlungen erstrecken sich selbstverständlich auch auf das Umfeld der Täter", teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Laut stern.de ist Matthias D. allerdings nicht festgenommen worden. Er bezeichne die Vorwürfe als Missverständnis. "Wenn ich was gemacht hätte, wäre ich ja wohl auch im Gefängnis. Bin ich aber nicht. Ich bin zu Haus...Ich habe damit nichts zu tun", sagte Matthias D. im Gespräch mit stern.de. Nach Informationen von Spiegel Online wurde der Verdächtige jedoch schon kurz nach dem Fund der Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos von der Polizei in Gewahrsam genommen und verhört.

Gab Uwe Böhnhardt einen falschen Namen an?

Dass die Verteidigung von Matthias D. stimmt, könnte der damalige Hausverwalter belegen. Laut stern.de ist dieser sich zu 100 Prozent sicher, dass er mit Uwe Böhnhardt zu tun gehabt habe, der sich als Matthias D. ausgab. Er habe sich im September 2007 gemeldet und wollte die Wohnung mieten.

In der Selbstauskunft habe der Mieter die Adresse Polenzstraße in Zwickau angegeben. Im Gehaltsnachweis allerdings stehe die Adresse von Matthias D. in Johanngeorgenstadt. Einen Ausweis habe der Vermieter nie verlangt.

Spiegel Online wiederum behauptet, dass Matthias D. selbst jahrelang in der Wohnung gelebt habe und diese 2008 dem Trio überlassen habe. Ein auf Matthias D. zugelassenes Auto habe regelmäßig vor dem Haus in Zwickau geparkt.

Erneut ist also ein Verdächtiger aufgetaucht, der in Verbindung mit dem Zwickauer Trio stehen soll. Weitere Helfer könnten folgen. "Es gibt Hinweise auf weitere Helfer", sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags, Thomas Oppermann, nach einer Sitzung. Mit Rücksicht auf die Ermittlungen könne er jedoch keine weiteren Angaben machen. Der Gruppe haben neben der in Haft sitzenden Beate Zschäpe die beiden tot aufgefundenen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt angehört.


Quelle: AFP , dapd , t-online.de , dpa

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