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Naturforscher widerlegt Schöpfungsgeschichte

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Naturforscher widerlegt Schöpfungsgeschichte

12.02.2009, 14:08 Uhr | Isabell Scheuplein, AP

Naturforscher Charles Darwin begründete die Evolutionstheorie (Foto: dpa) Naturforscher Charles Darwin begründete die Evolutionstheorie (Foto: dpa)

Ausgerechnet ein studierter Theologe hat die Schöpfungsgeschichte als Mythos entlarvt: Dem Naturforscher Charles Robert Darwin, dessen Geburtstag sich am 12. Februar zum 200. Mal jährt, gelang mit seiner Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Sensation.

Darwin steht seitdem in einer Reihe mit den bedeutendsten Forschern aller Zeiten. Auch sein Grundlagenwerk "Über die Entstehung der Arten" feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag, vor 150 Jahren wurde es erstmals veröffentlicht.

Studium abgebrochen

Der im englischen Shrewsbury geborene Darwin verbrachte seine Zeit schon als Kind am liebsten mit dem Sammeln von Mineralien und dem Beobachten von Pflanzen und Tieren. Nach dem Abbruch eines Medizinstudiums wechselte er auf Drängen seines Vaters zur Theologie, doch nebenbei beschäftigte er sich weiter intensiv mit naturwissenschaftlichen Themen.

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Reise der Erkenntnis

Im Dezember 1831 startete Darwin die von ihm langersehnte Forschungsreise auf dem Vermessungsschiff "HMS Beagle", auf der er erste Bruchstücke der Erkenntnisse sammelte, die er später zu seiner Evolutionstheorie zusammensetzte. Die Reise führte ihn fast fünf Jahre lang unter anderem nach Südamerika, zu den Galapagos-Inseln und nach Neuseeland. Der detailversessene Jungforscher sammelte massenhaft geologische, zoologische und fossile Proben, seine Notizen umfassten am Ende weit über 1000 Seiten.

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Berühmte Skizze "I think"

Nach und nach reiften in Darwin - der sich nach der Rückkehr mit Büchern über seine geologischen Entdeckungen als Wissenschaftler etablierte - die Ideen für seine bahnbrechende Theorie. Damals herrschte der Glaube vor, Tiere und Pflanzen seien seit ihrer göttlichen Erschaffung unverändert und unveränderbar. Im Sommer 1837 zeichnete der nun in London wohnende 28-Jährige in eines seiner Notizbücher eine berühmt gewordene Skizze: Unter der Überschrift "I think" ("Ich denke") ist eine Art Stammbaum des Lebens zu sehen, der bereits Grundzüge der berühmten Theorie zeigt.

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Vater von neun Kindern

Darwin zog mit seiner Familie auf ein Landgut südlich von London, wo er sich mehr Ruhe erhoffte. Zeit seines Lebens litt er unter einem rätselhaften Magenleiden und musste sich immer wieder langwierigen Kuren unterziehen. Insgesamt zogen er und seine Frau, seine Cousine Emma Wedgwood, neun Kinder groß. Zwei von ihnen starben schon früh, ein weiteres bereits kurz nach der Geburt.

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Nur die Besten überleben

Neben seinen geologischen Veröffentlichungen arbeitete Darwin seine Theorie aus. 1842 stand die Grundargumentation. Die unterschiedlichen Arten stammen demnach von gemeinsamen Vorfahren ab und haben sich von Generation zu Generation auseinanderentwickelt. Dabei setzten sich jeweils die am besten an ihre Umwelt angepassten Individuen durch und pflanzten sich fort.

Gegenentwurf zum vorherrschenden Glauben

Darwin fasste dies in den Prinzipien Variation und Selektion zusammen, zeigte seine Aufzeichnungen vorläufig aber nur seiner Frau und einem befreundeten Wissenschaftler. Darwin war sich bewusst, dass seine Erkenntnisse gegen die herrschende Meinung verstießen und wollte sie deshalb so solide wie irgend möglich untermauern.

Druck durch Forscher Wallace

Aufgeschreckt wurde er im Sommer 1858 von einem Brief, den ihm der Forscher Alfred Russel Wallace von einer südostasiatischen Insel aus schickte und in dem eine Evolutionstheorie formuliert war, die derjenigen Darwins glich. Darwin musste nun rasch veröffentlichen und erreichte mit Hilfe einiger befreundeter Forscher, dass die Theorie unter Nennung Darwins und Wallace' Urheberschaft am 1. Juli des Jahres erstmals öffentlich vorgestellt werden konnte.


"Über die Entstehung der Arten"

Doch erst Darwins am 24. November 1859 herausgebrachtes und heute berühmtes Buch "Über die Entstehung der Arten" ("On the Origin of Species") stieß auf großes Interesse. Die Aufregung war groß, doch die Theorie wurde von ihren Befürwortern konsequent verbreitet. Von einer Anerkennung der Ideen konnte aber noch jahrzehntelang keine Rede sein. Kritik kam vor allem von Kirchenvertretern, die die Schöpfungslehre in Gefahr sahen. Von seiner Krankheit geschwächt musste Darwin die Debatten über seine Lehre meist aus der Ferne verfolgen.

Beigesetzt wie Könige

Darwin verfasste noch weitere Bücher, die sich unter anderem mit der Evolution des Menschen beschäftigten. Am 19. April 1882 starb er im Alter von 73 Jahren und erhielt ein Staatsbegräbnis in Westminster Abbey, London, wo traditionell auch die englischen Könige beigesetzt werden.


Grundlage moderner Biologie

Darwins Evolutionstheorie wurde weiterentwickelt und untermauert. Sie ist die Grundlage der modernen Biologie geworden, ein Gegenbeweis ist bis heute nicht aufgetaucht. Dennoch wird die Theorie nach wie vor von zahlreichen Gruppierungen angezweifelt, die wortwörtlich an die Schöpfungslehre der Bibel glauben. Auch 150 Jahre nach ihrer Veröffentlichung bleiben Darwins Erkenntnisse somit höchst aktuell.


Isabell Scheuplein, AP  

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