18.12.2007, 18:49 Uhr
Natascha Kampusch ist "entsetzt" über die Veröffentlichung der Protokolle (Foto: Ali Schafler)Das österreichische Entführungsopfer Natascha Kampusch hat 13.000 Euro Schadenersatz wegen der unzulässigen Veröffentlichung von Fotos zugesprochen bekommen. Ein Gericht in Wien verurteilte die Gratiszeitung "Heute" am Dienstag wegen der Verletzung des Privatsphäre der 19-Jährigen zu der Zahlung.
In der Disco abgelichtet
Das Blatt hatte im Juli Paparazzi-Fotos der durch ihre spektakuläre achtjährige Gefangenschaft in einem Kellerverlies berühmt gewordenen jungen Frau veröffentlicht, die sie beim Tanzen in einer Wiener Diskothek mit einem jungen Mann zeigten. "Heute" bezeichnete den Mann als "ihre erste Liebe".
Zeitung kündigt Berufung an
Mehrere europäische Boulevard-Zeitungen, darunter die deutsche "Bild"-Zeitung, griffen die vermeintliche Story auf und veröffentlichten die Aufnahmen ebenfalls. "Heute" will Berufung gegen das Urteil einlegen.
Nach acht Jahren geflohen
Kampusch war am 2. März 1998 im Alter von zehn Jahren in Wien entführt worden. Erst am 23. August 2006 gelang ihr die Flucht. Ihr Kidnapper beging danach Selbstmord. Das junge Mädchen wurde weltweit berühmt. Nachdem Paparazzi sie mehrere Monate lang verfolgt worden hatten, kündigte sie an, sie werde ihr Recht am eigenen Bild und ihrem Privatleben rigoros schützen. Vor kurzem gab Kampusch bekannt, dass sie ab Februar eine eigene Fernsehshow beim privaten Sender Puls 4 moderieren wird.
Quelle: AFP
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