Die Raumsonde "Kepler" soll dreieinhalb Jahre im Einsatz sein und nach Leben im All suchen (Foto: NASA)
Die US-Weltraumbehörde NASA weitet ihre Suche nach Leben im All aus: An Bord einer Delta-II-Rakete ist am 5. März die Raumsonde "Kepler" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral zu ihrer Reise in die Weiten des Weltraums aufgebrochen. "Es ist die erste Mission, bei der erdähnliche Planeten gefunden werden können - felsige Planeten, die in einer warmen Zone um sonnenähnliche Sterne kreisen und wo flüssiges Wasser auf der Oberfläche existiert", teilte die NASA mit.
Die Entdeckungen, die "Kepler" auf ihrer Reise mache, seien höchst wichtig für Erkenntnisse über erdähnliche Planeten in unserer Galaxie und für die Planung künftiger Missionen, sagte Jon Morse, Chef der Astrophysik-Abteilung im NASA-Hauptquartier in Washington.
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Die Kosten der Mission liegen bei etwa 480 Millionen Euro. Die Sonde soll den Angaben zufolge dreieinhalb Jahre im Einsatz sein und mehr als 100.000 Sterne, die der Sonne ähnlich sind, in der Cygnus-Lyra-Region der Milchstraße unter die Lupe nehmen. Die Experten erwarten, dabei Hunderte von Planeten von der ungefähren Größe der Erde in verschiedenen Entfernungen von ihren Sternen zu finden.
"Grenzen des Unbekannten"
"Die Entdeckungen des Teleskops könnten die Sicht der Menschheit auf sich selbst fundamental verändern", sagte Astrophysiker Jon Morse. "Kepler" werde "die Grenzen des Unbekannten" in der Milchstraße weiter nach hinten verschieben.
Auflösung von 95 Megapixeln
Ausgestattet ist das Teleskop mit der größten Kamera, die jemals in den Weltraum gebracht wurde - sie besteht aus einer Aneinanderreihung von lichtempfindlichen CCD-Sensoren, die es zusammen auf eine Auflösung von 95 Megapixeln bringen. Damit soll die kurzzeitige Verdunklung von Sternen erkannt werden, die vorbeiziehende Planeten verursachen.
Sind wir alleine oder nicht?
"Wenn wir herausfinden, dass die meisten Sterne von "Erden" umgeben sind, legt das nahe, dass Bedingungen für Leben in unserer Galaxie häufiger anzutreffen sind", sagte William Borucki vom NASA-Forschungszentrum in Moffett Field in Kalifornien. "Finden wir nur wenige oder keine "Erden" deutet das hingegen darauf hin, dass wir möglicherweise alleine sind", erklärte der Experte.