
14.02.2012, 14:11 Uhr
Der Mars (im Vordergrund) mit Erde und Mond. Der Rote Planet ist im Durchmesser etwa halb so groß wie unser Heimatplanet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Die US-Weltraumbehörde NASA steigt aus Spargründen aus zwei gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA geplanten Marsmissionen aus. Das gab NASA-Chef Charles Bolden bekannt. Grund für den Schritt sind demnach erhebliche Kürzungen im Etatplan 2013 der US-Behörde für die Planeten-Erforschung.
Stattdessen sollen Programme zur bemannten Raumfahrt und die Entwicklung neuer Technologien verstärkt gefördert werden. Das US-Marsprogramm solle aber so weitergeführt werden, dass die Pläne gegebenenfalls später realisiert könnten.
NASA-Direktor Charles F. Bolden muss sparen (Quelle: dpa)Astronomen hatten bereits seit längerem befürchtet, dass die NASA die Axt bei kostspieligen Marsprogrammen ansetzen wird. So sprach der ehemalige NASA-Wissenschaftler Scott Hubbard bereits im Vorfeld von einer "wissenschaftlichen Tragödie und einer nationalen Beschämung".
Der Chef der Wissenschaftsvereinigung Planetary Society, Bill Nye, klagte, die Kürzungen würden "die planetare Erforschung bei der NASA vernichten". Vergangene Missionen mit Sonden und Robotern hätten zu "unglaublichen Entdeckungen" geführt, und die USA benötigten mehr davon, nicht weniger.
Das zweistufige Marsprojekt "ExoMars" ist eines der wichtigsten Projekte des ESA-Programms "Aurora" zur Erforschung des Sonnensystems. Es sieht unter Federführung der ESA die Entsendung eines Orbiters im Jahr 2016 vor, der in der Marsatmosphäre nach Methan suchen soll - dieses Gas könnte auf die Existenz von Mikroben auf der Oberfläche hindeuten.
Die zweite Mission 2018 zielt auf die Landung eines Rovers auf dem Planeten ab: Er soll Gesteine und Boden zur späteren Beförderung auf die Erde sammeln.
Dem Internetportal "Space.com" zufolge war vereinbart, dass die NASA die Raketen sowie eine Reihe von Instrumenten für beide Missionen zur Verfügung stellt, außerdem das Landesystem für den Rover. Der Beitrag der NASA sollte sich demnach auf 1,4 Milliarden Dollar (knapp 1,1 Milliarden Euro) belaufen, die ESA 1,2 Milliarden zahlen.
Die seit dem Jahr 2005 von der ESA geplante Mission war zunächst in relativ kleinem Maßstab geplant und sollte nicht mehr als 650 Millionen Euro kosten. Im Lauf der Entwicklung verdoppelten sich die Kosten jedoch, weil der Umfang des Programms deutlich vergrößert wurde.
Die ESA-Mitgliedstaaten waren daher nicht mehr bereit, die Kosten alleine zu tragen. Die Finanzierungsprobleme führten zu einer Verzögerung der Mission. Der erste Flug sollte ursprünglich schon im Jahr 2011 stattfinden. Die Beteiligung der NASA sollte das Programm letztlich retten.
Insgesamt sieht der von US-Präsident Barack Obama vorgelegte Haushaltsentwurf für das am 1. Oktober beginnende Fiskaljahr 2013 insgesamt 17,7 Milliarden Dollar für die NASA vor. Damit liegt der Plan zwar nur um 59 Millionen Dollar unter dem laufenden Etat 2012, aber die Gewichtung der Ausgaben verschiebt sich in Richtung Raumfahrttechnologien und bemannter Missionen.
So sieht der Obama-Entwurf, der allerdings noch vom Kongress gebilligt werden muss, Kürzungen bei der Erforschung des Sonnensystems von derzeit rund 1,5 Milliarden Dollar auf 1,2 Milliarden vor - das sind 20 Prozent. Dagegen sollen ungefähr 22 Prozent mehr für Technologien und sechs Prozent mehr für die bemannte und kommerzielle Raumfahrt ausgegeben werden, wie "Space.com" erläuterte.
Bolden sagte: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass harte Entscheidungen gefällt werden mussten". Er sprach von einem insgesamt "stabilen Budget, das es uns erlaubt, eine Reihe verschiedener Dinge zu verfolgen". Der Etatplan werde die Behörde "stark auf einem Weg vorwärtsbringen, der Amerikas Überlegenheit bei der Weltraumforschung bewahrt".
Vorantreiben wird die NASA laut dem Etatplan die Entwicklung der bisher mächtigsten Rakete der NASA-Geschichte samt einer Kapsel, die eines Tages Astronauten zu fernen Zielen wie Asteroiden und schließlich sogar zum Mars bringen soll. Außerdem werden weitere Hunderte Millionen Dollar zur Förderung des Baus kommerzieller Raumfahrzeuge für Reisen in den näheren Weltraum und vor allem zur Internationalen Raumstation ISS bereitgestellt.
Dass planetare Forschungsprojekte bluten werden, liegt nach Meinung vieler Wissenschaftler an einem anderen Projekt, das der NASA wahrlich die Haare vom Kopf frisst: der Bau des James-Webb-Weltraumteleskops, das das Hubble-Observatorium ablösen soll. Es sollte ursprünglich 1,6 Milliarden Dollar kosten.
Mittlerweile liegen die Ausgaben nach immer neuen Pannen und Verzögerungen schon bei fast 8,8 Milliarden - und der Start wird frühestens 2018 erwartet. Im Etatplan 2013 werden weitere 628 Millionen Dollar für das Teleskop bereitgestellt - gut 100 Millionen mehr als im laufenden Haushalt.
Quelle: dpa , AFP
Der Bürger mit dem Spieß schrieb:
am 14. Februar 2012 um 16:38:24
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NASA
Sollten die Amerikaner, wie der zweite Kommentator von unten absondert, tatsächlich nichts als Krieg im Kopf haben dann wäre dort
immer noch mehr zu finden als im Schädel des besagten Autors. Schurz beiseite, Herr Obama stellt die Weichen richtig indem er Routineaufgaben wie die Versorgung der ISS an private Unternehmen abgibt. Grundlagenforschung gibts nicht umsonst und wer glaubt drauf verzichten zu können soll sich mal fragen wo sein Notebook herkommt.
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Dieter schrieb:
am 14. Februar 2012 um 15:51:14
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Nasa
Liebe Nasa das wird nicht gestrichen ist nur eine Aussetzung bis die Amerika Wahl vorbei ist ,dann wird wieder mit Geld ( Dollars )
rumgeworfen ist mal wieder um den Ami zu verarschen die merkens noch nicht mal haben eh nur Krieg im Kopf
das muß heißen Ami go home oder Obama go home, wenn der mit seinem Vermögen was der sich ergaunert hat haften müßste wäre er auch einer von Euch Amis noch besser einsperren ist nichts anderes wie ein Kriegsverbrecher und nicht mit dem Finger auf andere zeigen
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Leckermäulchen schrieb:
am 14. Februar 2012 um 14:57:01
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Ausufernde Kosten
Das Problem bei vielen, mit öffentlichen Gelder initiierten Projekten ist doch, dass nach einer Kalkulation auf
erträglichem Niveau, einer diesbezüglichen Genehmigung, dann eine Realisierung folgt, die den finanziellen Gesamtaufwand verdoppelt, verdreifacht, verzehnfacht. In der Privatwirtschaft kann sich kein Planer solche Eskapaden leisten. Der wäre schnell seinen Job los.
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