Die Fotomontage zeigt, wie sich die NASA-Raumsonde "Dawn" dem Mars über dessen Nachtseite annähert und dann auf der Tagseite den Marsäquator überquert (Foto: dpa)
Die von deutschen Forschern entwickelte Weltraumkamera an Bord der NASA-Sonde "Dawn" hat ihre Feuertaufe bestanden. Das Kamerasystem habe detaillierte Bilder von der Oberfläche des Mars aufgenommen, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau mit.
Als die Sonde über die Nordhalbkugel des roten Planeten flog, graute dort gerade der Morgen. "Das waren sehr schwierige Lichtverhältnisse", sagte der Leiter des MPS-Projektteams, Holger Sierks. Dennoch seien auf den Bildern deutliche Oberflächenstrukturen wie etwa Krater zu erkennen. "Unsere Kamera funktioniert tadellos."
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Kamerasysteme eichen
Eine zweite Raumsonde mit Kameras des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) machte in derselben Region kurze Zeit später ebenfalls Aufnahmen. Die Bilder der europäischen Sonde "Mars Express" seien scharf und gut belichtet und hätten somit ihren technischen Zweck erfüllt, sagte der DLR-Planetengeologe Ulrich Köhler in Berlin. Sie sollen dazu benutzt werden, die Kamerasysteme zu eichen.
Viel Staub in der Atmosphäre
Besonders schön seien die Aufnahmen aber nicht, da die "Marsatmosphäre ziemlich stark mit Staub verunreinigt" gewesen sei. Die ESA-Sonde befindet sich seit mehr als fünf Jahren in einer Umlaufbahn des Mars. Die vom DLR betriebene Kamera hat seitdem gut zwei Drittel seiner Oberfläche in hoher Auflösung aufgenommen.
Annäherung an den roten Planeten bis auf 565 Kilometer
Die NASA-Sonde "Dawn" ist seit September 2007 unterwegs zum sogenannten Asteroidengürtel. Im August 2011 soll sie zunächst den Asteroiden Vesta und 2015 dann den Asteroiden Ceres erreichen. Um Schwung zu holen, flog die Sonde am Mars vorbei. Die Schwerkraft des Planeten beschleunigte die Sonde, ohne sie direkt an sich zu ziehen. "Dawn" näherte sich der Oberfläche des Mars bis auf 565 Kilometer.
Die Kameras waren ausgerichtet auf einen mehrere hundert Kilometer breiten Streifen zwischen den Tharsis-Vulkanen und dem Olympus Mons, dem höchsten Vulkan auf dem Mars. An der Entwicklung des Kamerasystems von "Dawn" waren neben den MPS-Wissenschaftlern auch Experten des DLR-Institutes für Planetenforschung und des Institutes für Datentechnik und Kommunikationsnetze der Technischen Universität Braunschweig beteiligt.