28.04.2011, 10:46 Uhr
Die lange verfeindeten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben nach Berichten aus Kairo ein von Ägypten vermitteltes Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Wie die staatlichen ägyptischen Medien berichteten, beinhaltet es die meisten der bisher zwischen den Gruppen umstrittenen Punkte, darunter Fragen zum Grenzverlauf, der Sicherheit und Wahlen in den Palästinensergebieten.
Aus Fatah-Kreisen in Ramallah wurden die Berichte am Abend bestätigt. Sie bezogen sich auf das ranghohe Fatah-Mitglied Asam al-Ahmed, der an den Gesprächen in Kairo beteiligt gewesen sei. Es gebe eine Einigung auf Wahlen sowie eine gemeinsame Große Koalition, hieß es. Einzelheiten sollten später auf einer Pressekonferenz von Repräsentanten beider Fraktionen in Kairo mitgeteilt werden.
Die Beziehungen zwischen der als gemäßigt geltenden Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der radikal-islamischen Hamas hatten sich nach den Wahlen 2006 dramatisch verschlechtert. Nach einem blutigen Machtkampf hatte die bei den Wahlen siegreiche Hamas 2007 mit Gewalt die Kontrolle im Gazastreifen übernommen. Im vergangenen Monat hatte die Hamas erstmals seit vier Jahren einem Besuch von Abbas im Gazastreifen zugestimmt.
Die Palästinenser wollen im September mit Hilfe der Vereinten Nationen im Westjordanland, im Gazastreifen und im Ostteil Jerusalems einen unabhängigen Staat gründen. Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hatte die Kluft zwischen Hamas und Fatah als größtes Hindernis auf dem Weg zu einem eigenen Staat bezeichnet.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte negativ auf die Versöhnung von Hamas und Fatah. Netanjahu sagte nach Angaben seines Büros: "Die Palästinenserbehörde muss zwischen einem Frieden mit Israel oder einem Frieden mit der Hamas wählen." Ein Frieden mit beiden sei unmöglich, weil Hamas offen die Zerstörung des Staates Israel anstrebe. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Organisation greife ständig Israels Städte und Kinder mit Raketen an.
Der israelische Regierungschef wertete die Versöhnung als Zeichen für eine Schwäche der Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas. Es stelle sich die Frage, ob die Hamas auch im Westjordanland die Kontrolle übernommen habe, sagte er. "Ich hoffe, dass die Palästinenserbehörde richtig wählen wird - dass sie den Frieden mit Israel wählen wird", sagte Netanjahu.
Quelle: dpa
kbf schrieb:
am 27. April 2011 um 19:36:51
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einigkeit
nun wird es für die israelis eng.
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