11.04.2011, 10:10 Uhr
Stromausfall: Die Wirtin eines Restaurants in Ichinoseki hat den Gastraum mit Kerzen ausgestattet (Foto: AP)
Nach dem erneuten schweren Erdbeben vom Donnerstag, das mit einer Stärke von 7,1 wieder den Nordwesten Japans erschüttert hat, müssen noch eine halbe Million Haushalte ohne Strom auskommen. Sechs konventionelle Kraftwerke fielen vorübergehend aus, drei gingen wieder in Betrieb, erklärte ein Sprecher des Energieversorgers Tohoku Electric-Power.
Das Beben ereignete sich in ungefähr dem gleichen Gebiet, das im März von dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 und dem nachfolgenden Tsunami verwüstet wurde. Bei den neuen Erdstößen kamen mindestens drei Menschen ums Leben.
In mehreren Atomkraftwerken sprangen Dieselgeneratoren zur Kühlung an, bis Freitagnachmittag waren die Anlagen aber wieder ans Stromnetz angeschlossen. Aus der schwer beschädigten Atomanlage Fukushima, wo Arbeiter immer noch verursachen, überhitzte Reaktoren zu kühlen, wurden keine zusätzlichen Probleme infolge des neuen Erdbebens gemeldet. Der Kraftwerksbauer Toshiba hat laut Medienberichten ein Angebot zur Stilllegung von Fukushima I vorgelegt. Innerhalb der nächsten zehn Jahre will das Unternehmen die Brennstäbe entfernen.
Im Atomkraftwerk Onagawa floss radioaktives Wasser aus den Abklingbecken, blieb aber innerhalb der Sicherheitshülle der Anlage, wie Tokohu Electric erklärte. Dies sei "nicht ungewöhnlich, obwohl es vorzuziehen ist, dass es nicht passiert", sagte ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde.
Die Lage in dem Unglücksmeiler scheint schlimmer als gedacht. Ein Mitarbeiter beschuldigt die Regierung, die Gefahr zu verharmlosen. zum Video
Aus dem Meiler in Onagawa floss nach dem ersten Beben Öl ins Meer. Es wurde von Absperrungen eingegrenzt. Bei dem Beben vom Donnerstag gelangte nach Angaben der Küstenwache Öl aus der Absperrung. Bis Freitag sei das Leck aber wieder geschlossen worden.
Auch am Donnerstag wurde in der betroffenen Region wieder das Benzin knapp. An den Tankstellen bildeten sich lange Autoschlangen. Stromleitungen waren vielerorts unterbrochen und mussten repariert werden. Es könne noch Tage dauern, bis wieder Normalität eintrete, hieß es.
Hunderte Polizisten setzten unterdessen in der Stadt Minami Soma in der Nähe von Fukushima ihre Suche nach Leichen fort. Das Gebiet konnte wegen starker Strahlung nach der Havarie des Kraftwerks nicht betreten werden. In den vergangenen Tagen ging die Strahlung allerdings so weit zurück, dass dort Einsatzkräfte in Schutzkleidung auf die Suche gingen.
Währenddessen hat die Europäische Union die Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan verschärft. Einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission haben die Mitgliedsländer in Brüssel angenommen. Sie senkten nach Protesten die Maximalbelastungen zahlreicher Stoffe auf das in Japan geltende Niveau. Der Verbraucherorganisation Greenpeace geht die Überarbeitung allerdings nicht weit genug.
Quelle: dapd , dpa , AFP
Techniker schrieb:
am 8. April 2011 um 19:43:33
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@Danziger:
"Stromzähler können nicht rückwärts laufen ... ) - Physikalisch Unsinn. AKW haben Tsunami gut überstanden." --- Was passiert
denn, wenn sie's mal 'schlecht' überstehen ?
=> Und, für Neulinge: Übliche 3~Haus-Stromzähler haben eine mechanische Rücklaufsperre, insofern können sie den 2.Quadranten der Energieflussrichtung eben NICHT registrieren. ---
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Ludwig schrieb:
am 8. April 2011 um 19:31:59
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berichten üb. Japan
In Deutschland wird leider sehr einseitig über die Katastrophe in Japan berichtet.Vergessen wird, dass es bisher in
Japan an die 12000 Tote und weitere 15000 vermisste gibt,die vermutl. auch tot sind..Ursache dafür ist nicht der AKW-Störfall. Der sclimme Reaktorunfall ausgelöst durch den Zsunami hat bisher nur 2 Todesopfer gefordert.
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fishbone schrieb:
am 8. April 2011 um 19:25:46
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@Öko-Gläubige
Super - mit der Einstellung hätten Sie wahrscheinlich im Mittelalter Karriere gemacht. Versuchen Sie es doch mal in Kanada's
Wildnis. Oder gleich in Amerikas Süden, da gibt es viele, die glauben, die Evolutionstheorie sei Teufelswerk.
Strom ist nicht gefährlich für unsere Kinder, solang diese nicht den Finger in die Steckdose stecken oder auf Überlandleitungen herumturnen.
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