Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland > Gesellschaft >

Nach Christian Wulffs TV-Interview: Anwälte stellen Erklärung ins Internet

...

Wulffs Anwälte stellen Erklärung ins Internet

05.01.2012, 13:41 Uhr

Christian Wulff will mit einer "zusammenfassenden Stellungnahme" die Vorwürfe gegen ihn entkräften (Quelle: Reuters)

Christian Wulff will mit einer "zusammenfassenden Stellungnahme" die Vorwürfe gegen ihn entkräften (Quelle: Reuters)

Vor 11,5 Millionen TV-Zuschauern hatte Bundespräsident Christian Wulff gestern Abend versprochen, die Vorwürfe gegen ihn in aller Ausführlichkeit im Internet zu entkräften - und damit seine Salamitaktik bei der Aufklärung der Kreditaffäre zu beenden. Er wolle die Antworten auf mehr als 400 Fragen online stellen lassen, die er von Journalisten bekommen hatte. Darin würde Wulff jedem Bürger erklären, warum er den Verdacht der Kungelei im gestrigen Interview so empört zurückgewiesen hatte - hofften nicht nur seine Anhänger.

Der logische Ort für eine solche Erklärung wäre www.bundespraesident.de gewesen. Nun haben Wulffs Anwälte auf der Homepage ihrer Kanzlei einen Text mit drei Unterpunkten und einem Fazit aus ihrer Sicht veröffentlicht. Wulff erweckt dadurch den Anschein, sich wie in den Wochen vor seinem TV-Interview wieder hinter seinen Rechtsbeiständen zu verstecken. Dem Normalbürger wird es außerdem schwer fallen, sich aus den etwas mehr als 2000 Wörtern in juristisch gefärbter Sprache eine neue Meinung zur Kreditaffäre zu bilden. Offenheit und Transparenz sehen anders aus.

Die Erklärung auf der Homepage der Anwaltskanzlei und als PDF zum Download.

Die "zusammenfassende Stellungnahme" zu den mehreren hundert Medienanfragen hat die Kanzlei Redeker Sellner Dahs veröffentlicht und eine "rechtliche Bewertung" angehängt, Wulffs Rechtanwalt Gernot Lehr kommt darin zu dem Schluss, dass kein Verstoß gegen das niedersächsische Ministergesetz vorliegt.

"Freundschaften haben Amtsführung nicht beeinflusst"

Weder der umstrittene Privatkredit noch die diversen Urlaubsreisen stünden mit den Amtspflichten Wulffs als Ministerpräsident von Niedersachsen in Zusammenhang. "Die privaten Freundschaften von Herrn Wulff haben seine Amtsführung nicht beeinflusst", heißt es weiter. Auch für steuerrechtliche Verstöße gebe es keine Anhaltspunkte.

Video
Trotz aller Kritik: Wulff will weitermachen

Der Bundespräsident will bis 2015 im Amt bleiben. Das Staatsoberhaupt entschuldigte sich in einem Interview. zum Video

Wulff war wegen eines 500.000-Euro-Kredits für sein Privathaus von der Unternehmergattin Edith Geerkens in die Kritik geraten. Später hatte Wulff diesen Kredit durch ein Darlehen der BW Bank abgelöst.

In der sechsseitigen Erklärung geht es im wesentlichen um die Kreditfinanzierung des Eigenheims im niedersächsischen Burgwedel und um Urlaubsaufenthalte bei teils prominenten Freunden. Der umstrittene Anruf Wulffs bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann wird in dem Papier nicht behandelt. Dazu verweisen die Anwälte auf Wulffs öffentliche Erklärungen.

"Bild"-Zeitung will Wulffs Mailbox-Nachricht veröffentlichen

Neue Details zu dem Anruf könnte es aber bald von der "Bild"-Zeitung selbst geben, die die Unstimmigkeiten über den ominösen Anruf öffentlich klären will. Das Blatt kündigte in einem Brief an Wulff an, es wolle den Wortlaut der Mailbox-Nachricht veröffentlichen, "um Missverständnisse auszuräumen". In dem Schreiben Diekmanns heißt es weiter: "Wir möchten dies nicht ohne Ihre Zustimmung tun und bitten Sie deshalb im Sinne der von Ihnen angesprochenen Transparenz um Ihr Einverständnis zur Veröffentlichung."

Video
Bundespräsident wird im Internet zur Lachnummer

Im Netz wird Christian Wulff mit Spott und Häme überzogen. Die Meinungen in der Bevölkerung gehen darüber auseinander. zum Video

Nach Angaben der Zeitung hatte Wulffs Mailbox-Nachricht für Diekmann das Ziel, einen unliebsamen Artikel zu verhindern. Der Bundespräsident widersprach dieser Darstellung jedoch am Mittwochabend in einem Interview mit ARD und ZDF und sagte, er habe lediglich einen Aufschub um einen Tag erreichen wollen.

Diese Aussage habe die Zeitung "mit Verwunderung" zur Kenntnis genommen, schreibt Diekmann weiter in dem Brief an Wulff. Einer solchen Bitte sei das Blatt bereits einmal nachgekommen. Eine Veröffentlichung der Mitschrift soll nun die verbleibenden Unstimmigkeiten aufklären.

Foto-Serie: Die Affären um Christian Wulff
6 Bilder von 29

Staatsrechtler vermutet Korruption

Nach Ansicht des Staatsrechtlers Hans Herbert von Arnim sind Wulff die entscheidenden Fragen im Interview gar nicht erst gestellt worden. Insoweit gebe es weiter keine zufriedenstellende Antwort auf die zentrale Frage in der Kreditaffäre, ob Wulff als Ministerpräsident gegen Gesetze verstoßen und sich womöglich der Korruption schuldig gemacht habe. Von Arnim sagte: "Das ganze Interview war ein Versuch, die Öffentlichkeit zu beschwichtigen."

Mit Blick auf den umstrittenen Privatkredit für seinen Hauskauf sagte von Arnim, "dass der 2008 weit unter Marktzins gewährte Kredit der Geerkens über 500.000 Euro in Höhe der Differenz rechtlich ein Geschenk an Wulff war". Die Mitnahme von Egon Geerkens auf Dienstreisen im unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Kreditgewährung müsse damit "als Dank Wulffs für den Kredit und damit als Korruption erscheinen", sagte der Verfassungsrechtler aus Speyer. Er erinnerte daran, dass die Mitnahme von Personen auf Dienstreisen eines Politikers aus reiner Freundschaft "verbotene Vetternwirtschaft" sei.


Anzeige

Quelle: dapd , t-online.de , dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Nach Christian Wulffs TV-Interview: Anwälte stellen Erklärung ins Internet" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Nach Christian Wulffs TV-Interview: Anwälte stellen Erklärung ins Internet" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (734)

zum Forum

Thema: "Nach Christian Wulffs TV-Interview: Anwälte stellen Erklärung ins Internet"

Gorilla schrieb: am 5. Januar 2012 um 14:25:39
(34) (12) Wulff
Das war einfach zu mager Herr Bundespräsident. Sie können einem fast leid tun. Es gibt da keinen Schleichweg aus der
"Geschichte". Man hat mindestens eine unmissverständliche Entschuldigung in aller Form erwartet. Man hatte schon erwartet, dass Sie ihren Stolz mal beiseite legen. Es nützt nichts mehr, die Medien, verstehen, was die Pressefreiheit betrifft, keinen Spass. Lassen Sie endlich die Hosen runter, oder danken Sie ab.
mehr Kommentar melden

Haselputz schrieb: am 5. Januar 2012 um 14:24:06
(42) (11) das Interview
Frau Schausten und Herr Deppendorf haben sich nach ca. 8 min. das Heft aus der Hand nehmen lassen, Wulff griff an und hat sie
eingeschläfert, wäre F. Nowottny nie passiert. Zum Einmaleins gehört nachhaken, nachhaken und nachhaken, der Kerl hat nur geeiert...! Die heutige Anwaltsveröffentlichung nennt man ganz klar "Parteienvorbringen" und ist nicht die Druckertinte wert, das auszudrucken. Herr Wulff hat nichts dazugelernt und versteckt sich hinter seinem Anwalt, im Amt macht er es gemü
mehr Kommentar melden

´Robin`s Nest schrieb: am 5. Januar 2012 um 14:22:17
(36) (9) Wulff
Typisch Wulff! Er beantwortet die Fragen von Medienvertretern, nicht die Fragen der Bürger! Das entspricht seinem Wesen. Verschleiern,
wegducken, Unwahrheiten verbreiten, etc..Merkel wählte ihn aus und setzte ihn mit der Unterstützung der "Linken" (Stimmenthaltung) durch. Diesen unfähigen Mann wird der Bürger bis zum bitteren Ende ertragen müssen. Es sei denn, weitere Verfehlungen kämen ans Tageslicht, dann wäre er wohl reif; die vom Bürger mehrheitlich gewünschte Ablösung könnte erfolge
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. Was sucht diese Frau? mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige