05.05.2010, 09:42 Uhr
Der Pakistaner Faisal Shahzad soll das Auto mit der Bombe auf dem New Yorker Times Square abgestellt haben (Foto: AP)
Drei Tage nach dem Anschlagsversuch am Times Square in New York ist den Ermittlern wahrscheinlich der entscheidende Durchbruch gelungen. Beamte der Bundespolizei FBI nahmen auf dem Rollfeld des New Yorker Flughafens Faisal Shahzad fest, einen US-Bürger pakistanischer Abstammung. Shahzad, der nach Dubai fliegen wollte, hat gestanden und sich als Einzeltäter bezeichnet. Das teilte US-Justizminister Eric Holder mit.
Shahzad kooperiere mit den Ermittlern und habe ihnen wertvolle Informationen geliefert, sagte Holder weiter. Er solle wegen Terrorismus und Verwendung von Massenvernichtungswaffen angeklagt werden. Auch in Pakistan gab es Festnahmen im Zusammenhang mit dem vereitelten Anschlag in New York. Zwei Verdächtige seien in Karachi gefasst worden, nachdem sie Telefonate mit dem in den USA festgenommenen Verdächtigen geführt hätten, erklärten Vertreter der pakistanischen Sicherheitsbehörden.
Der Zugriff der FBI-Beamten auf dem New Yorker Flughafen erfolgte am Montagabend in einer startbereiten Maschine der Fluggesellschaft Emirates. Der gebürtige Pakistaner Faisal Shahzad habe die USA in Richtung Vereinigte Arabische Emirate verlassen wollen, sagte US-Justizminister Eric Holder. Die Justiz wirft Shahzad vor, am Samstagabend ein Auto mit einer selbst gebastelten Bombe am Times Square abgestellt zu haben.
Die Ermittler fanden in dem Tatauto offenbar eine Fülle von Spuren, die auf den 30-Jährigen hindeuteten. Nach Behördenangaben hatte Shahzad den grünen Nissan Pathfinder eine Woche vor dem Anschlagsversuch gekauft und 1300 Dollar in bar dafür bezahlt.
Die Bundespolizei FBI durchsuchte in der Nacht zum Dienstag den letzten bekannten Wohnsitz Shahzads in Bridgeport im US-Staat Connecticut. Dort wurden offenbar keine weiteren Sprengsätze gefunden. Ein für die Durchsuchung bestelltes Bombenentschärfungsteam zog nach kurzer Zeit wieder ab, ohne das Haus auch nur betreten zu haben.
Laut Justizminister Holder gingen die Ermittler auch Hinweisen auf Verbindungen zu Terrorgruppen im Ausland oder in den USA nach. Es sei klar, dass es dem Täter oder den Tätern darum gegangen sei, "Amerikaner zu töten". Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Ermittler, Shahzad habe sich in den Verhören selbst belastet und als Einzeltäter dargestellt.
Laut einem Bericht des Fernsehsenders CNN wollte Shahzad von Dubai aus vermutlich weiter nach Pakistan fliegen. Wie der Sender ABC berichtete, war er erst kürzlich von einem fünfmonatigen Besuch in Pakistan zurückgekehrt. Er soll sich demnach in Peshawar im Nordwesten des Landes aufgehalten haben.
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg kritisierte, dass Shahzad erst in letzter Minute an Bord des Flugzeugs festgenommen worden sei. "Der Mann war an Bord des Flugzeugs, was nicht hätte geschehen dürfen", sagte Bloomberg. Er kündigte eine Untersuchung an, warum der Verdächtige nicht schon vor dem Einsteigen aufgegriffen worden sei.
US-Präsident Barack Obama rief die Bürger auf, sich durch den Anschlagsversuch nicht einschüchtern zu lassen. "Wir lassen uns nicht terrorisieren, wir haben keine Angst", sagte Obama. Er räumte ein, dass der Vorfall "uns auf ernüchternde Weise daran erinnert, in welcher Zeit wir leben". Nach Angaben des Weißen Hauses rief der Präsident persönlich den T-Shirt-Verkäufer an, der am Samstagabend das qualmende Fahrzeug auf dem Times Square der Polizei gemeldet hatte.
Quelle: dapd , AFP
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