18.07.2011, 10:45 Uhr
Mit einer öffentlichen Anzeige entschuldigt sich Rupert Murdoch bei den Briten (Foto: dpa)
Medienmogul Rupert Murdoch hat sich in ganzseitigen Zeitungsanzeigen für den Abhörskandal bei seinem Boulevardblatt "News of the World" entschuldigt. "We are Sorry" ("Es tut uns leid") lautet die Überschrift des Anzeigentextes, der in allen landesweit erscheinenden Zeitungen Großbritanniens geschaltet worden war. Der Text trägt die Signatur von Rupert Murdoch.
"Das Geschäft der News of the World war es, andere zur Verantwortung zu ziehen. Sie versagte, als es um sie selbst ging. Das ernsthafte Fehlverhalten, das passierte, tut uns leid", heißt es in dem Text. Und Murdoch fügt darin hinzu: "Es ist mir klar, dass es nicht genug ist, sich einfach zu entschuldigen."
"Unser Geschäft wurde auf der Annahme gegründet, dass eine freie und offene Presse eine positive Kraft in der Gesellschaft sein sollte. Dahin müssen wir wieder kommen", schrieb er und kündigte einen transparenten Aufklärungsprozess an.
"In den kommenden Tagen, in denen wir weitere konkrete Schritte unternehmen werden, um diese Dinge zu lösen und den Schaden zu begleichen, den sie verursacht haben, werden Sie mehr von uns hören." Rupert Murdoch soll gemeinsam mit seinem Sohn James am kommenden Dienstag vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Abhöraffäre aussagen.
Unterdessen verliert Murdoch eine weitere wichtige Führungsfigur in seinem milliardenschweren Imperium News Corp. Mit Les Hinton tritt der Chef der Tochterfirma Dow Jones zurück, deren Aushängeschild das "Wall Street Journal" ist. Hinton hatte über zwölf Jahre die britische News-Corp.-Verlagstochter News International geleitet, zu der auch das Skandalblatt "News of the World" bis zu seiner Einstellung gehörte.
Reporter der Sonntagszeitung haben den bisherigen Erkenntnissen zufolge systematisch die Telefone von Prominenten, Politikern und Verbrechensopfern abgehört. Die Vorfälle fallen in jene Zeit, in der Hinton den Verlag in Großbritannien führte und auch erste Details ans Licht kamen. "Als ich News International im Dezember 2007 verlassen habe, dachte ich, der faulige Teil der "News of the World" wäre ausgemerzt", sagte Hinton am späten Freitag.
"Es spielt keine Rolle, dass ich nicht wusste, was da vermutlich passiert ist", erklärte er weiter in einer Mitteilung. "Unter diesen Umständen ist es meiner Ansicht nach angemessen, aus der News Corp. auszuscheiden und mich bei allen zu entschuldigen, die von den Aktionen der "News of the World" verletzt wurden." Hinton beteuerte, vor Untersuchungsausschüssen in Großbritannien 2007 und 2009 die Wahrheit gesagt zu haben. Ihm sei nur ein Einzelfall bekannt gewesen.
Der 80-jährige Medienmogul Murdoch sagte, er sei "sehr traurig", dass Hinton nach 52 gemeinsamen Jahren aus der News Corp. ausscheide. Nur Stunden zuvor hatte Murdoch die britische Verlagschefin Rebekah Brooks nach massivem öffentlichen Druck ziehen lassen müssen. Brooks war bis zum Jahr 2003 Chefredakteurin von "News of the World" und später des zweiten britischen Murdoch-Boulevardblattes "The Sun". Auch Murdochs Sohn James, der das Europageschäft leitet, steht in der Kritik.
Die Rücktritte kamen an einem Tag, an dem Murdoch sich zum einen bei den Opfern der Abhöraktionen in Großbritannien entschuldigte, an dem zum anderen aber auch Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI ihren Lauf nahmen. Die Polizisten gehen dem Verdacht nach, dass News-Corp.-Mitarbeiter auch die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 abgehört haben könnten. In Australien stehen Murdoch-Medien ebenfalls unter verschärfter Beobachtung.
Derweil bemüht sich Murdoch um Schadensbegrenzung. Er hat sich in einem Hotel in der Londoner Innenstadt mit den Angehörigen der ermordeten Milly Dowler getroffen. Wie die britische Agentur PA weiter berichtete, habe sich Murdoch für das entschuldigt, was "News of the World"-Mitarbeiter der Familie angetan haben.
Es sei ein privates Treffen von Murdoch mit Eltern und Schwester der getöteten Milly Dowler gewesen, um das der Medienzar gebeten hatte. Murdoch habe sich mehrfach demütig und aufrichtig bei der Familie entschuldigt, hieß es. "Er bat um Entschuldigung und sagte, das hätte nicht passieren dürfen", sagte der Anwalt der Familie Dowler, Mark Lewis, nach dem Treffen.
Millys Eltern hatten ein Treffen mit den Verantwortlichen der "News of the World" verlangt, seit ans Licht gekommen war, dass Journalisten der Zeitung die Mailbox ihrer entführten Tochter angezapft hatten. Die Journalisten hatten sogar Nachrichten gelöscht, um Platz für neue zu machen, während das Mädchen vermisst wurde. Dadurch hatte die Familie sich falsche Hoffnungen gemacht, dass ihre entführte Tochter noch am Leben sei.
Quelle: dpa
Analytiker schrieb:
am 16. Juli 2011 um 15:57:44
(0)
(0)
Murdoch
Ein Mann , der Filmgeschichte machen könnte . Wie er seit Jahrzehnten skrupellos mit seinen Mitmenschen verfährt und sein Imperium
mit Lug und Betrug ständig vergrösserte . Das gigantische Ausmaß läßt sich hier leider nicht schildern , dafür ist zuwenig Platz . - Trotzdem , wer bewußt alles in die Wege leitet und zum Schluß noch ganz taktisch heuchelt , wie leid ihm alles täte ... Da ist es bemerkenswert , daß dieser Mann (trotz seiner tausenden Opfer,nicht übertrieben) noch am Leben ist .
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS