21.10.2011, 14:28 Uhr
Manssor Arbabsiar bei einer Anhörung vor Gericht: Er soll ein Attentat auf den saudischen Botschafter geplant haben (Quelle: Reuters)
In dem angeblichen iranischen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in den USA ist offiziell Anklage gegen die beiden Hauptverdächtigen erhoben worden. Manssor Arbabsiar und Gholam Shakuri werden Pläne für die Ermordung eines ausländischen Beamten und den Einsatz von Massenvernichtungswaffen sowie grenzüberschreitender Terrorismus vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft in New York mit.
Nach den Worten von Präsident Barack Obama waren die Attentatsplanungen von "Individuen in der iranischen Regierung" bezahlt und dirigiert worden. Justizminister Eric Holder hatte Al-Kuds, den militärischen Arm der iranischen Revolutionsgarden, für das Komplott verantwortlich gemacht.
Die Staatsanwaltschaft wirft Arbabsiar und Schakuri eine Verschwörung zur Tötung des Botschafters Adel al-Dschubeir vor. Geplant gewesen sei ein Bombenanschlag auf den Diplomaten in einem beliebten Restaurant in Washington.
Nach Darstellung der USA wollten die Iraner Hintermänner lateinamerikanischer Drogenkartelle für den Mord an dem saudischen Botschafter anheuern. Ihnen sollen 1,5 Millionen Dollar angeboten worden sein. Drahtzieher seien Al-Kuds-Kämpfer gewesen.
Das Komplott sei durch US-Undercover-Agenten aufgeflogen, die sich als Mitglieder eines Drogenkartells ausgegeben hätten. Als Beweis nannte Holders Behörde eine Vorschusszahlung von 100.000 Dollar (72.800 Euro) an einen mutmaßlichen Auftragsmörder eins mexikanischen Drogenkartells.
Manssor Arbabsiar, ein Iraner mit US-Pass, war bereits Ende September in New York festgenommen worden. Er plante nach Ansicht der Ermittler die Taten mutmaßlich mit dem Al-Kuds-Mitglied Gholam Shakuri, der als Unterstützer des internationalen Terrorismus bekannt sei. Shakuri ist auf der Flucht und soll sich im Iran befinden.
Es waren allerdings zahlreiche Zweifel laut geworden, ob der Iran tatsächlich hinter der angeblichen Verschwörung steht. Selbst US-Ermittler seien lange skeptisch gewesen, weil die Verschwörung so bizarr und ungewöhnlich schlecht organisiert sei, berichteten US-Medien.
Dass die iranische Führung verwickelt sei, basiere lediglich auf Schlussfolgerungen. Die Regierung in Teheran hatte die Vorwürfe umgehend als haltlos zurückgewiesen. Der Fall hat die wegen des iranischen Atomprogramms angespannten Beziehungen zwischen Washington und Teheran weiter verschlechtert. US-Präsident Barack Obama verlangte von der iranischen Regierung eine Stellungnahme. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, sprach dagegen von "absurden Anschuldigungen", mit denen der Iran offenbar politisch isoliert werden solle.
Quelle: AFP , dpa
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