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Tarnkappenprinzip für Bohrinseln
30.09.2008, 08:54 Uhr
Monsterwellen bedrohen insbesondere auch Bohrinseln (Quelle: imago)Am 15. Februar 1982 sank die Bohrinsel Ocean Ranger. Eine Monsterwelle zerschmetterte eine hochgelegene Luke und verursachte einen Wassereinbruch. Dadurch entstand ein Kurzschluss im Kontrollraum für die Pumpen, welche die Plattform stabilisierten. In der Folge kenterte und versank die als unsinkbar geltende Bohrinsel. Die gesamte 84-köpfige Mannschaft kam in der tosenden See ums Leben.
Mit einer speziellen sogenannten Tarnkappe wollen Forscher in Zukunft Ölplattformen und Offshore-Anlagen vor der verheerenden Kraft solcher Kaventsmänner schützen. Dazu soll ein spezieller Hindernisring die Wucht der Wellen um die empfindlichen Förderanlagen herumleiten.
TarnkappeForscher macht dreidimensionales Objekt unsichtbar
B-2-StealthbomberTarnkappenbomber abgestürzt
Tarnprinzip bereits bekannt
Die Konstruktion macht eine Ölplattform zwar nicht tatsächlich unsichtbar. Sie nutzt aber dasselbe Prinzip, mit dem Wissenschaftler schon vorher Objekte "verbergen" konnten: Dabei leitete eine spezielle Oberfläche die Lichtstrahlen um den Gegenstand herum anstatt ihnen einen Widerstand entgegen zu setzen. Dieser Tarneffekt, der unter bestimmten Bedingungen für Licht gilt, wurde in Versuchen jetzt auch auf Wasser übertragen.
Schutzring aus speziellen Pfeilern
Bei Wasserwellen reichen speziell geformte Pfeiler aus, die in konzentrischen Ringen um eine Ölplattform oder sogar eine kleine Insel herum in den Boden getrieben werden. Damit wird die enorme Energie der Wassermassen kanalisiert und abgeleitet. Die Welle strömt einfach an der Bohrinsel vorbei, ohne Schäden zu verursachen.
Verhalten von Wellen analysiert
In Laborversuchen haben die Forscher um Natalie Movchan von der Universität Liverpool bereits gezeigt, dass das Tarnkappenprinzip auch bei gewaltigen Riesenwellen funktioniert. Dazu wurde in Computermodellen zunächst das theoretische Verhalten der Wellen beim Aufprall auf solche Pfeilerringe untersucht und den geometrischen Aufbau von beispielsweise sechs konzentrischen Ringen mit jeweils rund 60 Pfeilern simuliert.
Kaum noch Wellengang an der Bohrinsel
Die britischen und französischen Forscher konnten demonstrieren, dass ihr spezieller Schutzring die Ölplattform tatsächlich für die Wellen "unsichtbar" macht: Während die zerstörerische Riesenwelle auf den äußeren Pfeilerring noch mit voller Kraft aufprallt, ist im innersten Ring nur noch ein sehr geringer Wellengang zu spüren.
Weitere Experimente sollen folgen
Ob ihre Methode auch reale Ölplattformen oder gar ganze Küstenlinien zu schützen vermag und dazu auch noch wirtschaftlich ist, wollen die Forscher in weiteren Experimenten untersuchen.
Quelle: t-online.de