Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Specials > US-Wahl >

Mitt Romney: Kandidat Superreich strauchelt

...

Kandidat Superreich strauchelt

19.01.2012, 13:52 Uhr | von Sebastian Fischer

Mitt Romney auf Wahlkampftour in South Carolina (Quelle: dpa)

Mitt Romney auf Wahlkampftour in South Carolina (Quelle: dpa)

Wenn Mitt Romney die Vorwahlen in South Carolina gewinnt, ist er durch. Auch Präsident Barack Obama bereitet sich schon auf den Kandidaten der Republikaner vor. Seine Konkurrenten spielen jetzt den letzten Trumpf aus: Romney wählen? Das ist doch der Millionär mit den Mini-Steuern.

Es muss sich etwas ändern in Amerika. Viel zu hoch seien die Steuern, sagt Mitt Romney. Er hat das in Iowa gesagt, in New Hampshire und jetzt sagt er es bei jedem seiner Auftritte in South Carolina. Er habe als Gouverneur von Massachusetts schließlich ganze 19 Mal die Steuern gekürzt. So geht das.

Steuertarif eines einfachen Angestellten

Die Sache hat nur einen Haken: Romney selbst scheint sich mit dem aktuellen System prima arrangiert zu haben. Denn der rund 250 Millionen Dollar schwere Mann hat den Einkommenssteuertarif eines einfachen Angestellten.

"Wahrscheinlich nahe an 15 Prozent" liege sein Satz, musste Romney Anfang der Woche eingestehen, nachdem ihn seine Kontrahenten im Kampf um die Republikaner-Kandidatur drängten, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Das hat schließlich Tradition bei Bewerbern fürs Spitzenamt. Präsident Barack Obama selbst, das ist bekannt, zahlte 2010 auf sein Einkommen von rund zwei Millionen Dollar 26 Prozent Steuern.

Hintergrund
Ein Mormone, sein Glaube und die Präsidentschaft
Die Mormonen in den USA (bei einer ihrer jährlichen Generalversammlungen in Salt Lake City): Sind sie noch Christen? (Quelle: dpa)

Warum es Mitt Romney noch schwerer haben dürfte als der Katholik John F. Kennedy 1960. mehr

Aber 15 Prozent statt des US-Spitzensteuersatzes von 35 Prozent - das geht nur, weil Romney keinen Lohn bezieht, sondern Einkünfte aus Investmentgeschäften. Geld aus seiner Zeit bei Bain Capital. Der 64-Jährige lebt heute wie ein Pensionär - freilich mit ziemlich hohen Pensionen. Doch detailliert will er darüber erst im April berichten. Kontrahent Newt Gingrich wirft ihm deshalb Wählertäuschung in South Carolina vor, das am kommenden Samstag seine Vorwahlen abhält.

Einkommen: "Eine Menge"

Die "Washington Post" illustriert Romneys öffentliches Versteckspiel mit einer stilisierten Steuererklärung des Multi-Millionärs. Unter Einkommen steht da: "Eine Menge. Jeder weiß das. Müssen wir da wirklich in die Details gehen?" Und bei Zinseinnahmen heißt es: "Es liegt in meinem politischen Interesse, diese Dinge für mich zu behalten, aber wir werden sehen."

Foto-Serie: Obamas Gegenspieler
6 Bilder von 19

Mit bereits vorliegenden Daten hat die "New York Times" errechnet, dass Familie Romney im Jahr 2010 und in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 mindestens 9,6 Millionen Dollar gemacht haben muss. War da noch was? Natürlich, die Honorare für Romneys Auftritte als Redner. Ach, "nicht sehr viel", sagt er. Schließlich stellt sich heraus, dass es exakt 374.327 Dollar waren. In einem Jahr. Nicht viel?

South Carolina ist ein Staat mit zehn Prozent Arbeitslosigkeit. Ausgerechnet hier zeigt sich Romney wenige Tage vor der Vorwahl als jener Out-of-Touch-Kandidat, als den ihn seine Gegner seit Monaten zu zeichnen suchen: Als einen Mann, der keine Verbindung hat zu den Lebensrealitäten der Menschen; der keine Ahnung hat von ihren Sorgen und Nöten. Und als einen, der mit seiner Investmentfirma Millionen gemacht hat, indem er Unternehmen kaufte, sie mitunter zerlegte und einzelne Teile dann wieder abstieß.

Neulich versicherte Romney, auch er habe einst Angst gehabt, arbeitslos zu werden. Reichlich anmaßend klang das - von einem, der stets abgesichert lebte; dessen Vater George erst Chef eines Autokonzerns (AMC) und dann Gouverneur (Michigan) war. Gleichzeitig will Romney, sollte er ins Weiße Haus einziehen, just jenen einige Steuervergünstigungen streichen, die unter 50.000 Dollar im Jahr verdienen.

Kurz vor dem Ziel strauchelt Romney, der eben noch souveräne Spitzenreiter. Klar ist: Die Attacken seiner Konkurrenten sind schärfer geworden, insbesondere Newt Gingrich und Rick Santorum wollen sich wenigstens noch eine theoretische Chance auf die Nominierung erhalten. Und beide wissen: Wenn Mitt Romney auch noch in South Carolina siegt, ist er so gut wie durch. Wer soll ihn dann noch stoppen?

Der Vorsprung wird knapper

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten CNN-Umfrage hat Romney an Vorsprung eingebüßt: Mit 33 Prozent liegt er jetzt nur noch zehn Prozentpunkte vor Gingrich, Anfang Januar betrug der Abstand zwischen den beiden noch 19 Punkte. Es folgen der Erzkonservative Rick Santorum (16 Prozent), Ron Paul (13) und Texas-Gouverneur Rick Perry (6).

Dass der bisher so siegessichere Kandidat Romney plötzlich unter Druck gerät, ist natürlich freudig vom Team Obama registriert worden. Jay Carney, Pressesprecher des Weißen Hauses, nutzte Romneys Steuer-Vorlage prompt: Barack Obama sei fest davon überzeugt, dass Millionäre und Milliardäre keinesfalls einen niedrigeren Steuersatz haben sollten als Mittelklasse-Amerikaner: "Jeder sollte seinen fairen Anteil zahlen, auch Millionäre, die eine 15-Prozent-Rate haben, während Leute mit 50.000, 75.000 oder 100.000 Dollar viel mehr aufbringen müssen." Der Präsident meine, dass man diese Sache neu regeln sollte.

Längst hat sich Obama auf Romney als Herausforderer eingestellt - und umgekehrt. Wie aufgeheizt die Stimmung bereits ist, zeigte am Montag eine Auseinandersetzung zwischen den Strategen von Obama und Romney, David Axelrod und Eric Fehrnstrom - per Twitter.

Es beginnt mit einem Tweet der Romney-Kampagne: Unter Obama hätten mehr Amerikaner ihren Job verloren als unter jedem anderen Präsidenten in der jüngeren Geschichte, heißt es da. Prompt reagiert David Axelrod mit dem Link zu einem Diagramm, das "22 Monate Jobwachstum" unter Obama belegen soll: "Ein Bild sagt mehr als tausend irreführende Worte."

Darauf Eric Fehrnstrom: "Manchmal braucht man kein Bild, um eine Story zu erzählen. Die Zahlen sprechen für sich: 1,7 Millionen verlorene Jobs unter Obama." Dann wieder Axelrod mit einer Anspielung auf Ex-Präsident George W. Bush: "Warum hatte Mitt eigentlich nichts zu sagen in den sechs Monaten vor Obamas Amtsübernahme, als die USA vier Millionen Jobs verloren?"

Fehrnstrom lässt sich nicht lange bitten: "Obama wird der erste Präsident sein, der seine Amtszeit mit einem Nettoverlust an Jobs schließt. Das ist ein Fakt. Dafür kannst du Bush nicht die Schuld zuschieben." So geht es hin und her. Bis Axelrod ein bisschen ausfällig wird. "Alter!", twittert er Fehrnstrom mit Blick auf die anstehende TV-Diskussion der Republikaner-Kandidaten, "solltest du nicht langsam mal die Debatte vorbereiten?" Fehrnstroms Reaktion: "Haha! Glaube es oder nicht, in Sachen Wirtschaft bereiten nicht wir Mitt vor, sondern er uns."

Tatsächlich aber sollte es dann ausgerechnet bei diesem Thema nicht so gut laufen für Romney, den Millionär mit dem Mini-Steuersatz.


von Sebastian Fischer  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Mitt Romney: Kandidat Superreich strauchelt" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Mitt Romney: Kandidat Superreich strauchelt" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (9)

zum Forum

Thema: "Mitt Romney: Kandidat Superreich strauchelt"

Friedensdemonstrant von 1982 (Bonn) schrieb: am 19. Januar 2012 um 21:22:21
(1) (0) Da kann einem Gingrich ja fast sympathisch werden!
Ein offen arbeitsplatzvernichtender Multimillionär der fast keine Steuern zahlt als
US-Präsi? My Goodness! Natürlich ist Obama entschieden besser.Wenn er auch zwei Fehler hat, die nicht Viele aussprechen: Er ist mehr an einer Achse mit dem Pazifisch-Asiatischen Raum interessiert als an Europa, und er hat seine hohen Friedens-Vorschusslorberen nicht eingelöst, im Gegenteil...
mehr Kommentar melden

chabby schrieb: am 19. Januar 2012 um 18:02:11
(7) (1) # Cora # Obama
ich musss Cora recht geben, Busch war viel Besser, schliesslich hat er nur den Krieg mit Irak angezettelt, Soldaten nach
Afganistan geschickt Tausende soldaten dabei umgebracht, sich die Taschen voll gemacht und gelogen und betrogen. Na klar Obama ist viel schlechter.
mehr Kommentar melden

Cora schrieb: am 19. Januar 2012 um 17:31:45
(2) (13) Obama
ist der schlechteste Präsident den die USA jemals gesehen haben. Da hier nur Linke schreiben die von den USA kaum Ahnung haben , sind
die Kommentare zu einseitig.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.

Klima & Umwelt
Der globale Klimawandel
CO2-Emmissionen der Industrie tragen zur Erderwärmung bei. (Quelle: Reuters)

Die Folgen der Erderwärmung für Mensch und Tier. Klima-Special


Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr



Aus anderen Bereichen

Unsere DFB-Jungs blamieren sich
Die DFB-Elf verliert den EM-Test gegen die Schweiz. (Quelle: dapd)

Fünf Gegentore gegen die Schweiz. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr

Gruseliger Schönheitswahn
Aus der Fotoserie "A new kind of beauty" von Phillip Toledano (Quelle: Phillip Toledano)

Das Ende der Natürlichkeit. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Special
Islamische Welt in Aufruhr
Massenproteste im Maghreb: Die arabische Welt ist in Aufruhr (Foto: Reuters)

Aktuelles, Hintergründe, Analysen aus den Krisengebieten. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Regionale Nachrichten
News aus Ihrer Region
Nachrichten aus Ihrer Region (Foto: imago)

Aktuelle Meldungen aus den Bundesländern. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige