18.01.2012, 12:31 Uhr | Von Rachel Zoll, dapd
Die Mormonen in den USA (bei einer ihrer jährlichen Generalversammlungen in Salt Lake City): Sind sie noch Christen? (Quelle: dpa)
Zu seinem Glauben äußert sich Mitt Romney, aussichtsreichster Kandidat der Republikaner im US-Wahlkampf, nur vorsichtig. Nicht ohne Grund: Der evangelikal geprägte US-Bundesstaat South Carolina ist ein schwieriges Pflaster für einen Mormonen, der erst Präsidentschaftskandidat und dann auch Präsident werden will.
Als John F. Kennedy 1960 Wahlkampf für das höchste Amt in den USA machte, musste er den Wählern in einer großen Rede versprechen, dass weder sein Glaube noch irgendeine andere Kirche seine Politik beeinflussen würde. Ohne diese Rede wäre er wohl nie Präsident geworden - der erste katholische übrigens in der US-amerikanischen Geschichte.
Ein ähnliches, aber noch viel größeres Problem hat jetzt Mitt Romney, denn er wäre der erste Mormone im Chefsessel des Oval Office. Noch dazu tritt Romney für ein politisches Lager an, in dem Religion und Glaube eine deutlich größere Rolle spielen als bei den Demokraten.
Die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", wie die Glaubensrichtung Romneys vollständig heißt, ist eine verhältnismäßig junge christliche Gruppierung, und es gibt nicht wenige Christen, die sie gar nicht als christlich anerkennen. 1830 hatte Joseph Smith nach mehreren angeblichen Visionen die Glaubensgemeinschaft in Lafayette im US-Staat New York gegründet. Von Beginn an wurden seine Anhänger dort angefeindet, ausgegrenzt und verfolgt, weil sie nicht ausschließlich der Heiligen Schrift huldigten, sondern etwa auch dem "Buch der Mormonen" aus der Feder des Glaubensstifters.
Deshalb werden sie bis heute von den meisten Christen etwas abschätzig als "neue religiöse Bewegung" betrachtet - übrigens auch in einem Bericht einer Expertenkommission des Deutschen Bundestages. 1848 hatten die Mormonen dann genug von der Verfolgung und zogen in einen nahezu menschenleeren Wüstenstaat im damals noch Wilden Westen der USA. Sie gründeten Salt Lake City, heute die Hauptstadt von Utah. Dort sind sie bis heute die größte Glaubensgemeinschaft, aber in den USA haben sie landesweit nur einen Anteil von 1,7 Prozent.
Mitt Romney macht aus seinem Glauben keine große Sache, aber er bekennt sich dazu, wenn er gefragt wird. Insbesondere bei der anstehenden Vorwahl in South Carolina spielt der Glaube eine große Rolle. Bei der republikanischen Vorwahl vor vier Jahren gaben 60 Prozent der Wähler in dem Südstaat an, sich zu den Wiedergeborenen Christen zu bekennen, also den evangelikalen, sehr bibeltreuen Fundamentalisten des Christentums, die Mormonen allgemein nicht als Christen akzeptieren.
Romney ließ am Freitag einen Radiospot schalten, der die Gemeinsamkeit der Glaubensrichtungen hervorhob. "Heutzutage unterstützen die christlichen Konservativen Mitt Romney, weil er ihre Werte teilt: Die Unverletzlichkeit des Lebens, die Heiligkeit der Ehe und die Wichtigkeit der Familie", heißt es in der Radiowerbung. Und in einer Hochglanzbroschüre, die am Wochenende in den Briefkästen in South Carolina landete, steht zwar nicht, zu welchem Glauben sich Romney bekennt, aber dass er sein Leben lang derselben Kirche angehört hat. Dies ist ein klarer Seitenhieb gegen seinen Konkurrenten Newt Gingrich, der vom Lutheranischen Glauben erst zum Baptismus konvertierte, dann aber doch fand, er sei bei den Katholiken besser aufgehoben.
Romney hat indes bereits zugegeben, dass es Menschen gibt, die ihn nie wählen würden, so sehr sie ihn auch politisch unterstützen. Pastor Brad Atkins von der South Carolina General Baptist Convention schrieb auf seiner Website, dass Romneys Mormonentum mehr Grund zur Sorge sei als Gingrichs mangelnde Treue zu einer Glaubensgemeinschaft. Christen könnten vergeben, hätten aber ein Problem damit, "zu verstehen, wie jemand ein Mormone sein kann und sich gleichzeitig Christ nennt".
Bob Jones dagegen überraschte viele mit einem nüchternen Bekenntnis. Der Gründer einer christlich-fundamentalistischen Privatschule empfahl entgegen allen Erwartungen die Wahl von Mitt Romney. Schließlich wähle man einen Präsidentschaftskandidaten, keinen Priester, erklärte er.
Quelle: dapd
holgerharrislee schrieb:
am 18. Januar 2012 um 19:42:50
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"Mitt Romney: Ein Mormone, sein Glaube und die Präsidentschaft"
einen wirklich an gott glaubenden präsidenten kann es bei den amis
noch nie gegeben haben. mord, folter, kriegstreiberei - und willst du nicht mein bruder sein dann schlag ich dir den schädel ein- sind sogar beim friedensnobelpreisträger normal. ind den usa sollte mal eine demokratie eingeführt werden. kein anderes industrieland hat so viele obdachlose, armut not und elend. schaut mal bitte hinter die schillernde fassade!
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Reinhard schrieb:
am 18. Januar 2012 um 18:11:46
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Romney for President?
Um Gottes Willen, der fehlte uns noch. der Wird uns sicherlich noch alles Mögliche (Unmögliche) predigen. Kurz, das kann ja heiter werden..
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Berglaufmeister95 schrieb:
am 18. Januar 2012 um 16:25:14
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Korrektur
Entschuldigung Frau dr. berben, ich meine "Erich"
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