07.04.2010, 09:10 Uhr | dpa, AFP
Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, Fehler im Umgang mit den Opfern eingeräumt und einen Neuanfang angekündigt. Die Kirche habe den Missbrauchsopfern in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig geholfen, sagte der Freiburger Erzbischof in einer zum Karfreitag verbreiteten Erklärung seiner Diözese.
Zollitsch begründete das frühere Verhalten der Kirche unter anderem mit dem damaligen gesellschaftlichen Umfeld. Die Kirche räume diesen Fehler ein und stelle sich ihm. Zukünftig gelte das Hauptaugenmerk den Opfern. Es werde ihnen mehr Gehör geschenkt, unter anderem durch eine bundesweit geschaltete Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer.
"Heute wird uns bewusst, dass in einer anderen gesellschaftlichen Situation durch die Enttäuschung über das schmerzliche Versagen der Täter und aus falsch verstandener Sorge um das Ansehen der Kirche der helfende Blick für die Opfer nicht genügend gegeben war", heißt es in der schriftlichen Erklärung. "Auch das ist eine leidvolle Realität, der wir uns zu stellen haben." Zollitsch erklärte weiter: "Es wurden Wunden gerissen, die kaum mehr zu heilen sind. Umso mehr gelten unser Hauptaugenmerk, unser Mitgefühl und alle unsere mögliche Unterstützung den Opfern."
Die Nachrichten über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Mitarbeiter der Kirche erfüllten die Kirche mit Trauer, Entsetzen und Scham. "Es erschüttert uns, welches Leid den Opfern zugefügt wurde, die oft über Jahrzehnte hinweg ihre Verletzungen nicht in Worte fassen konnten." Zu Vertuschungsvorwürfen gegenüber der Kirche äußerte sich Zollitsch nicht. Das Osterfest, insbesondere der Karfreitag, symbolisiere für die Kirche den Neubeginn, sagte er. Dies gelte auch im Zeichen der aktuellen Debatten. Der Karfreitag "kann für die Kirche zu einem Neuanfang werden, den wir alle so dringend benötigen".
Derweil stößt der Augsburger Bischof Walter Mixa mit seinem Gesprächsangebot an ehemalige Heimkinder, die ihm körperliche Gewalt vorgeworfen haben, auf Ablehnung. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Onlineausgabe berichtete, reagierten zwei der sechs mutmaßlichen Opfer empört auf die Stellungnahme des Bischofs zu den Vorwürfen. Mixas Äußerungen seien "verlogen und unverfroren", sagte eine der beiden Frauen. Die andere zeigte sich "geschockt" und sagte, der Bischof "belügt sich selbst". Für beide sei das Gesprächsangebot nicht annehmbar.
Der "Süddeutsche Zeitung" liegen nach eigenen Angaben eidesstattliche Versicherungen von sechs früheren Heimkindern vor, die Mixa bezichtigten, er habe sie in den 70er und 80er Jahren während seiner Zeit als Pfarrer im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Schrobenhausen geschlagen. Mixa hatte am Donnerstag alle Vorwürfe zurückgewiesen und sich "erschüttert" über die Anschuldigungen gezeigt. Er sei gerne bereit, mit den Männern und Frauen, die in ihrer Jugendzeit im Kinderheim St. Josef gelebt hatten, "über ihre Erinnerungen, Erlebnisse und Vorwürfe" zu sprechen.
Quelle: dpa , AFP
Leser schrieb:
am 22. April 2010 um 11:31:59
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Kirchenvertreter
es gibt keinen Menschen der fehlerfrei ist.Aber ein so angesehener Würdenträger, wie Herr Mixer sollte Vorbild für alle
Gläubige sein.Ich kann nicht verstehen, dass Herr Mixer erst durch Missbrauchsopfer zu seiner Verfehlung steht. Also hat er im Vorfeld gelogen. Lügen sind ebenso Verfehlungen,die einem WÜRDENTRÄGER nicht zugetraut werden sollten.
Fazit:Er ist kein Würdenträger u. sollte gehen!!
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Bummifahrer schrieb:
am 16. April 2010 um 19:22:23
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Eingeständnis
Ich muss auch was eingestehen,: ich hätte schon viel früher austreten sollen, Entschuldigung.
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siggi schrieb:
am 11. April 2010 um 07:26:18
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Pädagogen
Unsere Lehrer haben es nicht leicht mit den Kids,aber das ist kein Grund sie zu Misshandeln.Was die Ordensleute angeht,sollte die
Kirche EK/RK umdenken. Das Mittelalter und damit das entwürdigende Verhalten der Kirchenoberhäupter
ist schon lange vorbei. Die Macht der Kirche ist schon seit eh und je zu gross,aus diesem Grund muss dem Treiben und dem Diktat ein Ende bereitet werden.Der Glaube eines jeden Menschen ist seine Angelegenheit und muss respektiert werden.
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