25.03.2010, 10:58 Uhr | dpa, AFP
Untätig in einem neuen Missbrauchsskandal? Kardinal Ratzinger, der heutige Papst, 1998 als Chef der vatikanischen Glaubenskongregation (Foto: dpa)
Im Missbrauchsskandal um katholische Geistliche steht erneut auch Papst Benedikt XVI. persönlich am Pranger. Der Vatikan hat nach Angaben der "New York Times" nichts gegen einen amerikanischen Priester unternommen, der bis zu 200 gehörlose Jungen sexuell missbraucht haben soll. Auch der damalige Kardinal Joseph Ratzinger sei untätig geblieben, obwohl gleich mehrere US-Bischöfe gewarnt hätten, dass die Angelegenheit die Kirche in eine peinliche Lage bringen könne, berichtete die Zeitung im Internet.
Die "New York Times" berief sich dabei auf Dokumente, die sie nach eigenen Angaben von Anwälten erhalten hat, die Kläger gegen das Erzbistum von Milwaukee (US-Staat Wisconsin) vertreten. Daraus gehe hervor, dass sich Kirchenvertreter zwar über die Frage auseinandergesetzt hätten, ob der Priester aus seinem Amt entfernt werden solle. Aber der Schutz der Kirche vor einem Skandal habe die höchste Priorität gehabt.
Im Mittelpunkt stand den Angaben zufolge der 1998 gestorbene Priester Lawrence Murphy, der von 1950 bis 1974 in einer bekannten Schule für gehörlose Kinder arbeitete. 1996 habe der frühere Kardinal Ratzinger auf zwei Briefe des damaligen Erzbischofs von Milwaukee, Rembert G. Weakland, zu dem Fall nicht geantwortet.
Acht Monate später habe Kardinal Tarcisio Bertone aus der vatikanischen Glaubenskongregation die Bischöfe in Wisconsin angewiesen, ein geheimes kircheninternes Verfahren einzuleiten, das zur Entfernung Murphys aus dem Amt führen könne. Bertone, Ratzingers damaliger Stellvertreter, stoppte die Prozedur nach Angaben der Zeitung dann aber wieder, nachdem Murphy beim deutschen Kardinal Ratzinger schriftlich dagegen protestiert habe.
In dem Brief bat Murphy Kardinal Ratzinger um "freundliche Unterstützung" und argumentierte, er habe bereut, sei krank und der Fall außerdem gemäß der Kirchenregeln bereits verjährt. Er wolle die ihm verbleibende Zeit in der "Würde seines Priesteramtes" verbringen. In den ihr vorliegenden Unterlagen finde sich keine Antwort Ratzingers, heißt es in der Zeitung.
Insgesamt wurden dem Bericht zufolge drei nacheinander amtierende Erzbischöfe in Wisconsin über den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch in Kenntnis gesetzt, jedoch keiner von ihnen habe die Behörden informiert. So sei Murphy auch nie von einem staatlichen Gericht zur Rechenschaft gezogen worden. Erzbischof Weakland habe die Vorwürfe gegen Murphy 1993 von einem besonders geschulten Sozialarbeiter untersuchen lassen. Murphy habe ausgesagt, dass er etwa 200 Jungen belästigt habe. Er habe aber keine Reue gezeigt.
Der Priester sei 1974 in aller Stille in eine Diözese im nördlichen Wisconsin versetzt worden. Dort habe er bis zu seinem Tod weiter in Gemeinden, Schulen und - laut einer Klageschrift - im Jugendstrafvollzug Umgang mit Kindern und Jugendlichen gehabt.
Vatikansprecher Federico Lombardi sagte der Zeitung, die Fälle seien "tragisch", weil Murphy "besonders verletzliche" Kindern missbraucht habe. Er wies jedoch daraufhin, dass der Vatikan erst 1996 über den schon lange zurückliegenden Fall informiert worden sei. Schon Jahre zuvor hätten auch die US-Behörden in dem Fall ermittelt und das Verfahren eingestellt.
Papst Benedikt XVI. war zuvor bereits wegen eines Missbrauchsfalls in seiner früheren Diözese München und Freising unter Druck geraten. Die Erzdiözese hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass der Papst im Jahr 1980 als Erzbischof der Versetzung eines offenbar pädophilen Priesters aus Essen nach München zustimmte, damit dieser dort eine Therapie machen konnte. Er wurde jedoch wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt. 1986 wurde der Mann wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt.
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Quelle: dpa
Gabriel schrieb:
am 9. April 2010 um 10:56:58
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Papst
Mal abgesehen davon daß die Kirche onehin bedeutungslos geworden ist durch
die Jahrhunderte andauernde Mißbrauchsfälle, währe jetzt
die gelegenheit zu
Ostern für das Oberhaupt der Kirche gewesen sich hinzustellen und öffentlich
sich zu Entschuldigen bei den Opfern. Feigheit..Stummhet u. Blindheit sind die
Tugenden der Kirche. Lieber Herrgott unternimm du etwas fals es dich gibt.
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haschi schrieb:
am 9. April 2010 um 10:22:13
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antwort
diese vorfälle hatte immer gegeben früher genauso wie heute--scheinheilig wird alles versucht es zu vertuschen-es ist keine
kirche--nur eine firma die zu ihren gewinn arbeitet--siehe afrika aufklerung bloss keine kondomme--was soll dass--es wird zeit das sich der schef diese firma mall äusert naja sich zu entschuldigen sind diese herschaften zu fein
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in_your_Head_ schrieb:
am 4. April 2010 um 19:24:21
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Der größte Hirte
Der oberste Hirte der westlichen Welt "IGNORIERT" Missbrauch? Herr Ratzinger, es wird bald eine riesige Hasswelle über
Sie und Ihre Schergen rollen und dann werden die unter den Kirchenteppich gekehrten, sogenannten"Entgeisungen", aufgedeckt werden. Stellt euch einfach! Und was steht in der Bibel?: (Mt 5,17-37)
Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! " Na dann, Frohe Ostern hinter euren dicken Mauern wünsche ich.
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