06.04.2011, 12:37 Uhr
Nach dem Missbrauchsskandal haben sich viele Katholiken von der Kirche abgewendet (Foto: imago)
Die Missbrauchsaffäre in der katholischen Kirche hat im vergangenen Jahr zu einem Anstieg der Kirchenaustritte um fast 40 Prozent geführt.
Nach Recherchen der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" verließen im Jahr 2010 rund 180.000 Katholiken ihre Kirche. Das sind gut 50.000 Austritte mehr als im Jahr 2009. Damals lag die Zahl bei 128.800.
Damit könnten erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mehr Katholiken als Protestanten aus der Kirche ausgetreten sein. Nach Schätzungen der Evangelischen Kirche Deutschlands werden die protestantischen Kirchenaustritte 2010 leicht unter 150.000 liegen.
"Der Anstieg der Kirchenaustritte im Jahr 2010 steht auch für einen Vertrauensverlust, den die Kirche besonders durch die Missbrauchsfälle erlitten hat", räumte der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp in der Zeitung ein. "Das ist schmerzlich für uns, weil offenbar viele Menschen den Kirchenaustritt als ihre persönliche Form des Protests und der Abscheu vor diesem Skandal gewählt haben."
Die Daten für 2010 beruhen auf einer Umfrage unter den 27 deutschen Bistümern, von denen 24 endgültige Zahlen nannten oder Schätzungen abgaben. Die drei Diözesen Freiburg, Hildesheim und Limburg machten keine Angaben.
In Deutschlands größtem Erzbistum Köln verließen im vergangenen Jahr 15.163 Katholiken ihre Kirche. Dies entspricht einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber 2009, als am Rhein 10.727 Katholiken austraten. Besonders schwer traf es die bayerischen Bistümer Eichstätt, Augsburg, Bamberg, Würzburg und Passau, wo die Austrittszahlen um bis zu 70 Prozent hochschnellten.
Auch die Bistümer Trier und Rottenburg-Stuttgart mussten überdurchschnittlich viele Austritte mit Zuwachsraten über 60 Prozent verkraften. Glimpflich davon kamen hingegen die Bistümer Hamburg, Berlin und Speyer, wo die Austrittszahlen sich im Vergleich zu 2009 um weniger als 20 Prozent erhöhten. Um den Negativtrend zu stoppen, setzen viele Diözesen auf einen verstärkten Dialog mit Laien.
Quelle: dpa
b@ker schrieb:
am 6. April 2011 um 13:44:01
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Kirchenaustritte
Schön wäre auch, wenn alle Frauen aus der Kirche austreten und ihre Kinder nicht mehr katholisch erziehen würden. Dann
würde sich sicherlich auf auf diesem Gebiet in der katholischen Kirche endlich etwas ändern.
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walter schrieb:
am 6. April 2011 um 13:43:13
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Kirchenaustritte.
Es ist doch nicht verwunderlich,wurde schon ein Prozess eröffnet? Die Kirche versucht immer noch alles unter den
Teppich
zu kehren. Die Kath. Kirche lebt noch im Mittelalter.Die Pfaffen haben die Sünde erfunden,denn sie leben ja
davon. In 20 Jahren wird es bei uns die Kath. Kirche nicht mehr geben.
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Protestant schrieb:
am 6. April 2011 um 13:42:53
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Die mit dem Kreuz…
Kein Unterschied mehr zwischen „Kirche“ und „Politik“. Kein Vertrauen, keine Glaubwürdigkeit und vor manchen nicht mal mehr Achtung!
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