Passt gut auf eine Fingerkuppe: Der Winzling aus Südamerika namens Noblella pygmaea (Foto: dpa)
Der Winzling passt bequem auf eine Fingerkuppe: Forscher haben im Südosten Perus den kleinsten Frosch der Anden entdeckt. Die bislang unbekannte Art gehört mit nur 11,4 Millimetern zu den kleinsten Amphibien der Welt, teilte das Senkenberg-Forschungsinstitut in Frankfurt am Main mit.
Wegen der winzigen Größe und seiner überwiegend braunen Färbung, die ihn perfekt tarnt, blieb der Minifrosch lange unentdeckt. Zwei Wissenschaftler des Senkenberg-Instituts sowie der University of California haben den Frosch mit dem lateinischen Namen Noblella pygmaea mit Hilfe einheimischer Bewohner im Manu-Nationalpark in Peru gefunden.
Der Miniaturfrosch ist eines der kleinsten Wirbeltiere, die jemals in einer Höhe von über 3000 Metern gefunden wurden. Noblella pygmaea lebt zwischen 3025 und 3190 Metern und bewohnt dort die Nebelwälder, bergige Buschlandschaften und das hochgelegene Weideland. Als weiteres besonderes Merkmal hat der Frosch neben seiner Winzigkeit einen auffallend langen Zeigefinger.
Keine Kaulquappen
Noblella-Weibchen legen jeweils nur zwei Eier mit einem Durchmesser von rund vier Millimetern. Im Gegensatz zu den meisten Amphibienarten werden die Eier im feuchten Laub oder unter Moosen abgelegt, wo der Mutterfrosch sie vor Insekten schützt. Ungewöhnlich ist auch, dass die Embryonen das Stadium als Kaulquappen überspringen und unmittelbar nach dem Schlüpfen ausschließlich ein Leben an Land führen.
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Von Vorteil
Warum Noblella im Gegensatz zu anderen Fröschen so klein ist, können die Forscher noch nicht sagen. Es scheint aber, dass die Größe für den Frosch von Vorteil ist. Vermutlich ist er damit perfekt an seine spezielle Nische in diesem Lebensraum angepasst.
Noch andere Winzlinge
Allerdings gibt es noch andere Froscharten, die im ausgewachsenen Zustand kaum mehr als einen Zentimeter messen und weniger als ein Gramm wiegen. Dazu gehören die Stumpffia tridactyla und Stumpffia pygmaea aus Madagaskar, der Eleutherodactylus limbatus aus Kuba sowie der Psyllophryne didactyla aus Brasilien. Drei dieser Winzlinge zusammen erreichen kaum mehr als den Durchmesser des fast 2,5 Zentimeter großen Auges des Goliathfrosch, des größten Froschs der Welt. Aber: Keiner lebt in so großer Höhe wie der Neuling aus den Anden.