Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > Krisen & Konflikte >

Mindestens zehn Tote bei schweren Unruhen

...
Drucken Drucken

Mindestens zehn Tote bei schweren Unruhen

22.06.2009, 13:15 Uhr

Im Internet kursiert ein Video, das ein sterbendes Opfer der Proteste zeigen soll. (Foto: AP / Amateurvideo) Im Internet kursiert ein Video, das ein sterbendes Opfer der Proteste zeigen soll. (Foto: AP / Amateurvideo)

Bei schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Iran sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Das berichtet das staatliche iranische Fernsehen. Es waren die bislang schwersten Unruhen seit der umstrittenen Präsidentenwahl. Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi sagte nach Angaben seiner Anhänger, er werde seinen Kampf fortsetzen. Er sei "bereit, zum Märtyrer" zu werden.

Press TV, eine englische Ausgabe des iranischen Staatsfernsehens, meldete, bei den jüngsten Unruhen habe es 13 Tote gegeben. Der Grund für die unterschiedlichen Zahlen war zunächst unklar. Der US-Fernsehsender CNN meldete unter Berufung auf "Krankenhauskreise" 19 Tote. 100 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es.



Mir Hussein MussawiDer Mann, auf dem die Hoffnungen ruhen
Immer informiertDer Newsticker von t-online.de

Unabhängige Berichte gibt es nicht

Es ist das zweite Mal, dass staatliche iranische Medien von Toten bei den Protesten sprachen. Am vergangenen Montag hatten sie sieben Tote bei Zusammenstößen gemeldet. Unabhängige Berichte über die erneuten Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad gibt es nicht, da ausländische Medien nicht berichten dürfen und alle Oppositionsmedien gesperrt sind.

Proteste trotz strikten Verbots

Zum Ablauf der Auseinandersetzungen gab es unterschiedliche Darstellungen. Der staatliche Sender Press TV berichtete, "Unruhestifter" hätten zwei Krankenhäuser und eine Militärkaserne angezündet. Die regierungsnahe Nachrichtenagentur Khabar meldete, die Sicherheitskräfte hätten im Gegensatz zu den Demonstranten keine scharfe Munition benutzt.

Angeblich volle Moschee angezündet

Die Oppositionsbewegung um Mussawi sprach dagegen von einem äußerst gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte. Die Ahmadinedschad nahestehenden "Basidsch"-Milizen hätten eine Moschee angezündet, in der sich Oppositionsanhänger aufgehalten hätten, berichteten Demonstranten im Kurznachrichtendienst Twitter. Unklar sei, ob es dabei Tote und Verletzte gegeben habe. Die Demonstranten selbst hätten Brandsätze geworfen.

Drastische Bilder im Internet

In Internet sorgte ein Video für Aufregung, das angeblich den Tod einer jungen Frau am Rande der Demonstration in Teheran zeigt. In den sozialen Netzwerken hieß es, die 19-jährige Neda sei von einem Scharfschützen der berüchtigten und Ahmadinedschad nahestehenden "Basidsch"-Milizen tödlich getroffen worden, während sie mit ihrem Vater die Proteste beobachtete. Die Echtheit der Aufnahme und die geschilderten Umstände konnten jedoch nicht nachgeprüft werden.


Hunderte Menschen festgenommen

Die iranische Polizei teilte nach Abgaben der Nachrichtenagentur Mehr mit, am Samstag seien in Teheran mehr als 450 Menschen festgenommen worden. "457 Randalierer, die an der Beschädigung öffentlichen Eigentums beteiligt waren", seien festgenommen worden, hieß es in der Mitteilung. Nach Angaben aus Oppositionskreisen waren zuvor schon etwa 200 Kritiker Ahmadinedschads, darunter ehemalige Regierungsmitglieder, Dissidenten, Studenten und Journalisten, festgenommen worden.


Regierung droht Mussawi mit Festnahme

Die Regierung drohte auch Mussawi mit Verhaftung, sollten weiter Demonstrationen stattfinden. Mussawi werde "für die Folgen illegaler Versammlungen" verantwortlich gemacht, erklärte ein Sekretär des iranischen Sicherheitsrates. Chamenei hatte am Freitag die Opposition aufgefordert, den offiziell erklärten Wahlsieg von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad zu respektieren und die Proteste zu beenden. Andernfalls werde sie die Verantwortung für "Blutvergießen und Chaos" tragen müssen.

Mussawi will nicht aufgeben

Mussawi denkt aber offenbar nicht daran aufzugeben und forderte erneut die Annullierung der Präsidentenwahl. Auf seiner Webseite wurde am Samstagabend ein entsprechender Brief an die obersten Wahlbehörden veröffentlicht. Mussawi rief die Regierung auf, friedliche Kundgebungen zuzulassen. "Wenn sie mich verhaften, dann sollten alle streiken und die Arbeit niederlegen."



Kritik der USA wird deutlicher

Die Kritik der USA am Vorgehen der iranischen Regierung wird unterdessen immer deutlicher. Präsident Barack Obama forderte die Führung des Landes auf, auf die Proteste der Opposition nicht länger mit "ungerechten Aktionen" zu reagieren. "Wir rufen die iranische Regierung auf, alle gewaltsamen und ungerechten Aktionen gegen ihr eigenes Volk zu stoppen", hieß es am Samstag in der bislang deutlichsten Stellungnahme des Weißen Hauses.

Merkel ruft zu Neuauszählung auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die iranische Regierung zur Neuauszählung der Stimmen auf. In einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten Erklärung heißt es: "Deutschland steht auf Seiten der Menschen im Iran, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit ausüben wollen." Die Kanzlerin verlangte von Teheran, friedliche Demonstrationen zuzulassen und keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden.

Irans Regierung kritisiert den Westen

Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki kritisierte dagegen Deutschland, Großbritannien und Frankreich für die Äußerung von Zweifeln am offiziellen Wahlergebnis. Die Abstimmung sei "sehr transparent" gewesen, erklärte er auf einer Pressekonferenz. Die Proteste richten sich gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahl vom 12. Juni, wonach Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad klar gewonnen hat. Zuvor war ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Herausforderer Mussawi erwartet worden.


Foto-SerieDie Kandidaten und ihre Anhänger




Quelle: AFP , dpa , dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Mindestens zehn Tote bei schweren Unruhen" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Mindestens zehn Tote bei schweren Unruhen" gefallen hat.

 

Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Perfekte Hosen für Damen
Die neuen Trends von AtelierGS

Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Unsere DFB-Jungs blamieren sich
Die DFB-Elf verliert den EM-Test gegen die Schweiz. (Quelle: dapd)

Fünf Gegentore gegen die Schweiz. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige