Ein Feuerwehrmann löscht den explodierten Waggon (Foto: AP)
Bei der Explosion eines Flüssiggas-Waggons sind in der italienischen Küstenstadt Viareggio mindestens 14 Menschen getötet worden, vier Menschen würden noch vermisst, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. 34 Menschen wurden verletzt. 16 von ihnen schwebten in Lebensgefahr.
Kurz vor Mitternacht waren fünf Frachtwaggons eines Zuges entgleist. Danach ereignete sich eine gewaltige Explosion.
In der toskanischen Stadt brach ein Flammeninferno aus.
Das Feuer habe sich auf einer Straße ausgebreitet und mehrere Häuser in Brand gesetzt, berichtete die Feuerwehr. Die Explosion habe "wie eine Bombe" gewirkt und im Umkreis von 300 Metern Schäden angerichtet. Viareggios Bürgermeister Luca Lunardini sprach von "apokalyptischen Szenen". Die Einsatzkräfte befürchten, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird.
Mehrere Häuser stürzten ein
Ersten Informationen zufolge stürzten mindestens fünf Häuser durch die Wucht der Explosion ein. Die Rettungskräfte evakuierten die Bewohner mehrerer bedrohter Häuser. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, konnten am Dienstagmorgen drei Kinder lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses geborgen werden. Die Feuerwehr berichtete, der Brand sei inzwischen eingedämmt; es bestehe aber die Gefahr, dass weitere Kesselwagen explodierten. Etwa 1000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
Offenbar brach eine Achse
Der aus Trecate kommende Zug mit insgesamt 14 Wagen sollte kurz hinter dem Bahnhof von Viareggio auf ein Nebengleis gefahren werden, als fünf Waggons entgleisten. Italienische Medien berichteten, die Vorderachse eines Waggons sei gebrochen. Infolge des Schadens sei Gas ausgetreten, daraufhin habe es eine gewaltige Explosion gegeben. Der Unglückswaggon gehört nach italienischen Medienberichten wahrscheinlich der in in Wien ansässigen internationalen Güterwagenvermietungs-Gesellschaft Gatx. Der Unfall ist nach Berichten italienischer Medien nicht auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Der Zug habe zur Zeit des Unfalls den Bahnhof mit einem Tempo von etwa 90 Stundenkilometern passiert - dies entspreche den Vorschriften.