28.07.2011, 11:16 Uhr
Ein unterernährter zweijähriger Junge im Dadaab-Camp in Kenia (Foto: AP) (Quelle: AP)
Die Lage für die von der Dürre betroffenen Flüchtlinge am Horn von Afrika wird immer dramatischer. "Die Todesrate in den Camps ist schockierend", erklärte ein Mitarbeiter der amerikanischen Agentur für Internationale Entwicklung (USAID) bei einem Besuch im äthiopischen Flüchtlingslager Dolo Ado. Viele Menschen, darunter zahlreiche Kinder, sind tagelang zu Fuß unterwegs und völlig ausgehungert, wenn sie die Zentren erreichen. Für eine erste Linderung der Hungerkatastrophe sind nach Einschätzung des UN-Welternährungsprogramms (WFP) rund 500 Millionen US-Dollar bis Ende des Jahres nötig.
Die Zahl der täglich ankommenden Flüchtlinge aus Somalia sei mittlerweile auf 1700 gestiegen und die drei äthiopischen Zentren beherbergten jetzt bereits 114.000 Menschen, sagte WFP-Sprecherin Judith Schuler. Die Regierung in Addis Abeba erklärte, allein in Äthiopien seien bis Ende diesen Jahres 4,5 Millionen Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen.
Unterdessen haben die Vereinten Nationen die kenianische Regierung dringend dazu aufgerufen, ein weiteres Flüchtlingscamp im Norden des Landes zu eröffnen. Der Chef des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR), Antonio Guterres, sagte, er habe diesbezüglich "konstruktive" Gespräche mit dem kenianischen Minister für Provinzverwaltung und Innere Sicherheit, George Saitoti, geführt.
Jedoch sei ein für Montag geplantes Treffen mit Präsident Mwai Kibaki ohne nähere Begründung abgesagt worden, berichtete der britische Sender BBC. Nairobi hat es bisher abgelehnt, ein weiteres Lager in der Nähe des völlig überfüllten Dadaab-Camps zu eröffnen. Die Regierung fürchtet, dass sich die Hunderttausenden Flüchtlinge - die vor allem aus dem Bürgerkriegsland Somalia in die Nachbarländer strömen - dauerhaft in Kenia niederlassen könnten.
In Äthiopien, Somalia und Kenia fehlt es vor allem an Wasser. Die UN spricht von einer "humanitären Katastrophe". zum Video
Dadaab ist mit fast 400.000 Menschen das derzeit größte Flüchtlingslager der Welt. Angesichts der Not dort, spendet Deutschland eine Million Euro. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit Kenias Staatspräsident Mwai Kibaki in Nairobi mit.
Bei der Ankunft in den Camps müssen die Flüchtlinge, die meist in ihrer Heimat das gesamte Vieh und jede Lebensgrundlage verloren haben, zunächst ihre Fingerabdrücke abgeben. So soll sichergestellt werden, dass keine Terroristen in die Lager kommen. Dann erhalten sie Schlafmatten, Töpfe und Lebensmittel für rund 15 Tage. Die Kinder würden vorsorglich geimpft.
Es gebe bei weitem nicht genug Zelte, sodass viele bei Tag und Nacht den heißen und staubigen Winden in der Region ausgesetzt seien. Ein weiteres Problem sei, dass nun immer mehr alte Menschen und Flüchtlinge mit körperlichen Beeinträchtigungen die Camps erreichten, die auf spezielle Hilfen der humanitären Organisationen angewiesen seien.
Die Hilfsorganisation Care rief weltweit zu Spenden auf. Care plant nach eigenen Angaben, insgesamt 1,8 Millionen Menschen in Äthiopien, Somalia und Kenia mit Nahrung, Wasser und Hilfsgütern zu unterstützen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass bald zehn Millionen Menschen in der Region unter der Hungersnot leiden werden, darunter allein zwei Millionen Kinder. Die Dürrekatastrophe gilt als die schlimmste seit 60 Jahren.
CARE ist Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH), dem Zusammenschluss renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam schnelle und effektive Hilfe zu leisten.CARE ruft im Verbund mit ADH zu Spenden auf: Spendenkonto: 10 20 30; Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00.
Quelle: dpa
hannah schrieb:
am 12. Juli 2011 um 21:27:08
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hunger
denkt an die bergpredigt....und an 2012...
und an die milliiarden, den wir den mitgliedsstaaten reinpusten, und habe ich hier richtig
gelesen? Deutschland spendet eine ??? millionen???? kann und darf nicht sein oder? und unsere spenden kommen die an???? und meine kinder regen sich auf, wenns essen mal nicht schmeckt, auch wenn sie erst 3 u 4 sind, ich zeig ihnen morgen den bericht....wo soll das enden???
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Elli67 schrieb:
am 12. Juli 2011 um 21:26:21
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damals
Als ich in der Grundschule war, hatten unsere sch....Politiker noch keine Lösung für Afrika. Heute, 27 Jahre!!! später wird es
immer noch schlimmer.
Wir hätten alle ein Bäumchen pflanzen sollen .In Afrika!
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mahlzahn schrieb:
am 12. Juli 2011 um 21:20:38
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@Gigi Webber
so martiaisch es klingt, so unmenschlich, so dekadent: kein geld der welt wird das problem lösen. retten sie heute 400.000
menschen, werden daraus innerhalb von 2 jahren 420.000. die welt hat einen zustand erreicht, der nicht mehr regulierbar ist. und täglich kommen noch etwa 300.000 menschen dazu.
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